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Tipps vom Apotheker

Ernährungstipps für Schwangere und Stillende, Osteoporose, Menopause, sowie Tipps zur Senkung des Brustkrebsrisikos.

Wie sich „Frau“ ernähren soll

Im November 2013 fand die alljährliche, zweitägige Fortbildungsveranstaltung der Apotheker in Wien und Innsbruck statt, bei der diesmal die Frau im Mittelpunkt stand. Über die dabei präsentierten wichtigsten Erkenntnisse informiert dieser Bericht.

Frauen leben im Allgemeinen gesünder und statistisch gesehen auch länger, als Männer.  Das findet in der Ernährungsanalyse seinen Niederschlag, denn Männer essen um 

  • 58 % mehr Fleisch
  •  50 % mehr Wurst und Würstel
  • 30 % weniger Vollkornprodukte oder Obst und
  • 20 % weniger Milchprodukte als Frauen

Trotzdem treten für bestimmte Gruppen von Frauen Defizite auf. Welcher Art sind sie?

Tipps für Schwangere und Stillende

Laut Österreichischem Ernährungsbericht 2012 besteht ein Mangel an folgenden Mikronährstoffen:

  • Folsäure
  • Eisen 
  • Jod
  • Kalzium.

Haben Sie gewusst, dass derartige Mangelerscheinungen in der Schwangerschaft immer zulasten der Mutter gehen? Der Versorgung des Ungeborenen mit lebenswichtigen Stoffen räumt die Natur nämlich immer Vorrang ein! Die rechtzeitige Einnahme von Mineralstoff- und Vitaminpräparaten beugt derartigen Mängeln vor. Es gibt übrigens speziell zusammengesetzte Präparate für die Schwangerschaft.

Tipps für die Menopause und bei Osteoporose

Im Alter ab 50 Jahren nimmt der tägliche Energiebedarf mehr und mehr ab. Dafür steigt die notwendige Zufuhrmenge bestimmter Vitamine, Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren. Besonderes Augemerk verdienen in dieser Lebensphase Kalzium und Vitamin D. Daran reiche Nahrungsmittel sind Parmesan, Emmentaler und andere Hartkäsesorten. Besonderen Bedarf an Kalzium haben Frauen mit Laktose-Unverträglichkeit. Sie nehmen wegen ihrer Milchzuckerunverträglichkeit zu wenig Milchprodukte zu sich. Laktosearme Kost enthält 1 g/100 g, in normalen Lebensmitteln sind 1 bis 4,6 g Laktose enthalten und in laktosereicher > 4,5 g / 100 g. Veganer, die auf Broccoli, Kraut und Grünkohl in der Ernährung setzen, sichern damit ihre Kalziumzufuhr. Leider sind Einschränkungen bei lieb gewordenen Gewohnheiten notwendig. Die so genannten klimakterischen Beschwerden verstärken sich mit Alkohol, Kaffee und scharfen Gewürzen. Maß halten ist also unser Tipp.

Tipps zur Senkung des Brustkrebsrisikos

Gene und Lebensstil prägen das Risiko. Gesichert ist, dass das Brustkrebsrisiko mit einer täglichen Alkoholzufuhr von 10 g um 10 % (etwa 1 Glas Bier, oder 1/8 Wein) steigt. Ebenso bedenklich ist Übergewicht bei Brustkrebs. Eine Studie in Dänemark verfolgte den Brustkrebsverlauf von 53.816 Frauen nach der Erkennung im Frühstadium bis zu 30 Jahre lang. Bei Frauen mit einem Body Mass Index über 30 war das Risiko

  • für Fernmetastasen um 46 % und 
  • für Tod an Brustkrebs um 38 % gesteigert!

 

  • Datum 14.04.2014
  • Autor Mag.pharm Dr. Alfred Klement

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

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Dr. Klement ist Pharmazeut und Heilpflanzenspezialist. Ständiger Mitarbeiter bei der Österreichischen Apotheker-Zeitung ÖAZ, Kronenzeitung, Ärztekrone, Apothekerkrone. Mitarbeit bei der Apothekenfortbildung.

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