zurück

Der mühevolle Weg zum letzten Glas

Seit 80 Jahren gibt es die Anonymen Alkoholiker, die wohl bekannteste Selbsthilfeorganisation für Abhängige. Der 10. Juni 1935 gilt als Gründungsdatum der Gruppe in den USA. Seit 1966 sind die Anonymen Alkoholiker auch in Österreich aktiv. Doch wann wird Alkohol gefährlich für einen Menschen? Und wo beginnt die Abhängigkeit?

1,2 Millionen Österreicher sind alkoholgefährdet, 8.000 Menschen sterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen des Alkoholkonsums.

Die Lebenserwartung alkoholabhängiger Frauen ist um durchschnittlich 20 Jahre, die von Männern um 17 Jahre verringert.

 Wann gilt jemand als alkoholabhängig?    


 Abhängigkeit lässt sich nicht anhand einer bestimmten, täglichen Trinkmenge oder an der Häufigkeit des Konsums festmachen. Ohnehin sind die Übergänge vom risikoarmen über den riskanten und schädlichen Konsum zur Abhängigkeit fließend. Grundsätzlich gilt: Bei Abhängigen ist Alkohol so wichtig geworden, dass andere Interessen und persönliche Belange vernachlässigt werden. Die Tage werden so geplant, dass Alkohol getrunken werden kann. Betroffene verlieren dabei zunehmend die Kontrolle über ihren Alkoholkonsum. Ein zentraler Hinweis auf eine Abhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger zu trinken oder abstinent zu bleiben.
 


Welche körperlichen Symptome zeigen sich bei Abhängigen?    
 

Es können Entzugserscheinungen auftreten wie Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Schweißausbrüche und morgendliches Zittern bis hin zu Krampfanfällen, optischen und akustischen Halluzinationen und Gereiztheit. Es kann auch zu depressiven Verstimmungen kommen bis hin zu Suizidgedanken.    
 

Gibt es Grenzwerte für einen relativ "risikoarmen Konsum"?    



Für Frauen liegen diese Grenzwerte bei zwölf Gramm reinen Alkohol und für Männer bei 24 Gramm. Frauen sollten pro Tag maximal ein Standardglas Alkohol trinken - das entspricht etwa einem kleinen Bier (0,3 Liter), einem Glas Wein oder Sekt. Männer sollten den Alkoholgenuss auf höchstens zwei Standardgläser pro Tag beschränken, das entspräche zwei Schnäpsen, 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein. Der Grenzwert für Frauen liegt niedriger, weil ihre Leber Alkohol langsamer abbaut.    
 


 Welche Gesundheitsschäden drohen durch gewohnheitsmäßigen Konsum?    


Liegt der Alkoholkonsum regelmäßig über den Grenzwerten, ist das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöht. Dazu zählen eine Leberzirrhose oder sogenannte Fettleber, Herzmuskelerkrankungen, Bluthochdruck sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Jeder Rausch zerstört Millionen Gehirnzellen. Auch das Risiko für Krebserkrankungen insbesondere der Leber, in Mundhöhle, Rachen und Speiseröhre und des Enddarms ist erhöht. Zudem kann es zu Impotenz und Übergewicht kommen.   
 


Wo finden Betroffene Hilfe?    


Die Anonymen Alkoholiker gibt es in ca. 185 Ländern, in Österreich gibt es ca. 160 AA-Gruppen mit circa  2000 Mitgliedern.