Nur nicht aus der Haut fahren

Unsere Haut verändert sich im Laufe der Zeit. Mit zunehmendem Alter wird die optimale Pflege mehr und mehr zum Thema. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten – und welche Produkte sich besonders eignen.

Viele Lebensjahre gehen auch an unserer Haut nicht spurlos vorüber. Schon ab dem 20. Lebensjahr beginnt die Hautalterung, fanden Wissenschafter heraus. Unser größtes Organ regeneriert sich  schlechter. Es wird dünner, trocknet leichter aus, spannt und entzündet sich häufiger. Ab dem 30. Lebensjahr produzieren die Talgdrüsen immer weniger Fett. Außerdem verringern Schweißdrüsen ihre Aktivität. Die Folge: Unser Säureschutzmantel wird immer dünner. Gelangen Erreger durch diese  Barriere, kommt es zu Entzündungen. Das muss nicht sein, falls Sie auf die richtige Hautpflege setzen.

Reinigung: selten und sanft

Das beginnt schon bei der Reinigung. „Weniger ist mehr“, diese Maxime haben Dermatologen für Senioren entwickelt. Zu häufiges Waschen, lange Bäder und heißes Wasser reizen die empfindliche Haut. Mit stark basischen Seifen geht es dem Säureschutzmantel auch an den Kragen. Apotheker raten  zu einer neutralen bis leicht sauren Reinigungsemulsion. Für besonders empfindliche Bereiche wie die  Achseln, die Füße oder die Intimzone haben sich leicht rückfettende Duschbäder bewährt.


Pflege: gute Wahl für reife Haut

Nach der Reinigung folgt die Pflege. Ihre Apotheke hält etliche Produkte für trockene, feuchtigkeitsarme Haut bereit. Die Kosmetika spenden Feuchtigkeit und wirken rückfettend. Hier bieten sich eine  Körperlotion, eine Tagescreme fürs Gesicht sowie eine Creme für Hände und Füße an. Eine  „Allzweckcreme“ erfüllt die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht. Präparate ohne Zusätze, die  empfindlicher Haut möglicherweise schaden, sind die bessere Wahl. Nicht alle Senioren vertragen  Duftstoffe, Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Positive Effekte zeigt Vitamin C. Das Molekül unterstützt die Bildung von Kollagen. Harnstoff (Urea) ist in vielen Cremes enthalten, um die Haut besser mit  Feuchtigkeit zu versorgen. Die Substanz hat sich auch bei Juckreiz bewährt. Und Vitamin A verbessert  die Elastizität unserer Haut.

Umwelt: schädliche Strahlung vermeiden

Nicht nur häufiges Waschen schadet der Haut. Vergessen Sie nicht, Lichtschutzfaktoren aufzutragen,  wenn Sie sich länger im Freien aufhalten. Die UV-Intensität hängt von zahlreichen Faktoren ab: der Bewölkung, der Höhe über dem Meeresspiegel sowie der Reflexion durch Schnee. Viele Tagescremen  enthalten bereits einen Lichtschutzfaktor von bis zu 20. Das reicht für unsere Wetterlagen häufig aus. Bei  starker Sonneneinstrahlung sollten Sie trotzdem an zusätzlichen Schutz denken. Spezielle Sonnenschutz-  Präparate für den Winter sind fettreicher und gefrieren nicht auf der Haut, im Gegensatz  zu Produkten für die Sommersonne, die mehr Feuchtigkeit enthalten. Lippen nicht vergessen! Im Winter kommt ein weiterer Faktor noch mit hinzu, nämlich die Kälte. Sinken die Temperaturen, arbeiten Talgdrüsen auf Sparflamme. Unsere Haut wird rissig und rau. Besonders empfindliche Stellen sollten  mit einer besonders reichhaltigen Creme zusätzlich geschützt werden.


Hautpflege bei Diabetes

Verschiedene Grunderkrankungen lassen Patienten ebenfalls sprichwörtlich aus der Haut fahren. Dazu  gehört Diabetes mellitus. Von der Stoffwechselerkrankung sind schätzungsweise 600.000 Österreicherinnen und Österreicher betroffen, darunter viele Senioren. Sie leiden unter trockener Haut.  Durch schwankende Blutzuckerwerte kann es zu Schäden an kleinsten Blutgefäßen und Nerven der  Haut kommen. Die Schweißbildung wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier gilt die Regel, bei der Reinigung sanfte Produkte auszuwählen. Da Menschen mit Diabetes anfälliger sind, an Fußpilz oder Nagelpilz zu erkranken, sollten sie möglichst nicht barfuß laufen. Ähnliche Warnungen gelten für  Menschen mit diabetischer Nervenschädigung. Es lohnt sich, viel Zeit in die Fußpflege und die Hautkontrolle zu stecken. Pflegende Cremes oder Lotionen hält Ihr Apotheker bereit.


Gesünder leben

Noch ein Blick auf die Ernährung. Hier spielen neben Mineralstoffen die Vitamine A, C und E eine wichtige Rolle. Vitamin A und E wirken antioxidativ. Beide Moleküle fangen freie Radikale ab, die  beispielsweise durch UV-Strahlung entstehen. Freie Radikale lassen Zellen schneller altern. Und Vitamin C stabilisiert Kollagenfasern im Bindegewebe.

  • Datum 19.01.2017
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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