Antibiotika bei Halsschmerzen

Die neueste Studie zum „Einsatz von Antibiotika bei Halsschmerzen“ zeigt, dass in Österreich die Einnahme von Antibiotika zwar grundsätzlich kritisch hinterfragt wird, dennoch aber großer Aufklärungsbedarf besteht. Die meisten Österreicher schätzen die Wirkung von Antibiotika falsch ein.

Pünktlich zum Start der Halssschmerzsaison sind viele Betroffene auf der Suche nach einer geeigneten Behandlung von Halsschmerzen und stellen sich häufig Fragen wie: Altbewährte Hausmittel wie Salbeitee, Gurgeln oder Inhalieren von Kräutermischungen, eine Beratung in der Apotheke oder lieber gleich zum Arzt? Viele Betroffene sind bei banalen Halsschmerzen überfordert und es kommt häufig zu Fehleinschätzungen.

m Rahmen der neuesten Studie zu „Einsatz von Antibiotika bei Halsschmerzen“ wurden 500 Österreicherinnen und Österreicher zum Umgang mit Antibiotika befragt. Die Studienergebnisse zeigen klar, dass sich viele der Befragten bei der Entscheidung einer Behandlung hilflos fühlen, da der Wirkstoff in den meisten Medikamenten für sie nicht sofort ersichtlich ist. 37 Prozent der Befragten wählen daher die Apotheke als erste Anlaufstelle bei Halsschmerzen und wünschen sich eine kompetente Beratung des Apothekers/ der Apothekerin.
 

Die Frage nach dem Wirkstoff

 

Bei der Behandlung von Halsschmerzen ist die Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infekten wesentlich, da Antibiotika nur bakterielle Infekte bekämpfen. Experten mahnen zur Vorsicht bei der Einnahme von Antibiotika, das ist vielen Betroffenen bereits bewusst. Patienten verlassen sich bei der Wahl ihrer Behandlung meist auf die Empfehlung des Apothekers oder des Arztes. 

77 Prozent der Befragten wünschen sich eine gute Beratung von Seiten des Apothekers und erwarten dabei auch konkrete Produktempfehlungen als Alternativen zu den bereits bekannten Medikamenten. „Es ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen mit Halsschmerzen zuerst in die Apotheke kommen, anstatt zum Arzt zu gehen. Unsere Beraterrolle ist daher stark gefragt. Viele unserer Kunden sind oft überrascht, wenn Sie den genauen Wirkstoff ihres altbewährten Medikamentes erfahren“, so Mag. Kurt Vymazal, Apotheker in Wien. „Wir sind bemüht unseren Kunden immer wieder neue Alternativen aufzuzeigen. Bei banalen Halsschmerzen eignet sich beispielsweise der Ibuprofen-Abkömmling Flurbiprofen zur Behandlung sehr gut, da der Wirkstoff schmerzstillend, entzündungshemmend sowie nebenwirkungsarm ist und das unabhängig davon, ob es sich um einen bakteriellen oder viralen Infekt handelt.“

Aufklärung im Umgang mit Antibiotika

 

Bei der Einnahme von Antibiotika wird häufig nicht bedacht, dass diese im und auf den ganzen Körper wirken. Der ungerechtfertigte Einsatz von systemischen Antibiotika trägt wesentlich zur Resistenzentwicklung bei, die sich auf den gesamten Körper auswirkt. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Antibiotika-Resistenzen in Österreich noch relativ selten, obwohl unkomplizierte Halsschmerzen oft falsch behandelt werden. Die Ergebnisse der Studie haben hier ganz klar Nachholbedarf gezeigt, da immer noch 25 Prozent der Befragten glauben, dass virale Infekte mit Antibiotika behandelt werden müssen.
 

  • Autor Initiative ART (Austrian Respiratory Infection Therapy)

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