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Apotheke um 1950 – historischer Kurzfilm

Die Apotheke um 1950 - Ein Kurzfilm

Apothekerfilm "Hüter der Gesundheit" im Kino - Der Kulturfilm hatte in den 50er Jahren in den Kinos seinen fixen Platz und entwickelte sich zu einer eigenen Kunstform. Wir sind froh, heute noch einen besonders schönen und gut gemachten Kurzfilm über den Apothekerberuf aus dem Jahr 1952 zu besitzen.

 Hüter der Gesundheit

 
Wir schreiben das Jahr 1952: Man geht ins Kino, in den zahlreichen Bezirks- und Grätzelkinos (alleine in Wien weit über 200) gibt es viele neue Filme wie „Hallo Dienstmann“ mit Paul Hörbiger, Hans Moser, Maria Andergast und Rudolf Carl. Auch internationale Filme von Weltruf können nun endlich in Wien gezeigt werden: z.B. bringt das neue „Metro-Kino“ jetzt die deutschsprachige Erstaufführung von „Vom Winde verweht“ nach Österreich.
Vor dem Film gab es in allen Kinos die Wochenschau, in der Vor-Fernseh-Ära sozusagen der Vorläufer von „Zeit im Bild“. Dann kam noch ein Kurzfilm (ein „Kulturfilm“), ein Zeichentrickfilm, die Vorschau, eventuell noch eine Modenschau… und dann gings erst los. Manche Kinos spielten nur die Wochenschauen (die AUSTRIA Wochenschau und die FOX-TÖNENDE Wochenschau) und ein bis zwei Kurzfilme, ohne Pause, den ganzen Tag. Zur Blütezeit der Lichtspieltheater waren das in Wien das „Ohne-Pause-Kino“ am Graben, das „Non-Stop-Kino“ auf der Mariahilferstraße oder das „Welt im Film“ auf der Landstraßer Hauptstraße. 1952 eröffnete noch ein Wochenschau-Kino in Wien, das "Welt-Kamera" beim Westbahnhof.
 

Apothekerfilm "Hüter der Gesundheit" im Kino 

 
Der Kulturfilm hatte in den 50er Jahren in den Kinos seinen fixen Platz und entwickelte sich zu einer eigenen Kunstform. Wir sind froh, heute noch einen besonders schönen und gut gemachten Kurzfilm über den Apothekerberuf aus dem Jahr 1952 zu besitzen. Die in diesem historischen Film gezeigte „modernste Technik“ regt zwar zum Schmunzeln an, und man muss kein Fachmann sein, um die großen Unterschiede zwischen der Apotheke von einst und jetzt zu erkennen. Eines zeigt dieser Film aber sehr schön: Im Mittelpunkt steht der Kunde, der Patient. Damals wie heute ist diese Zuwendung die Basis jeder pharmazeutischen Beratung. „Hüter der Gesundheit“ - eine pathetische Formulierung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts für die Aufgaben, die man heute „Patientenorientierte Pharmazie“ und „Pharmaceutical Care“ bezeichnet.
 

Musik

 
Für Kenner: hörenswert ist auch die Filmmusik. Es handelt sich um die Ouvertüre „Die Hebriden“, op. 26 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mendelssohn schrieb dieses Werk im Jahre 1829. Die Anregung dazu erhielt er auf einer Schottland-Reise mit dem befreundeten Dichter Karl Klingemann, wo er auf den Hebriden die Fingalshöhle auf der Insel Staffa besuchte. Die Musik gibt jene Stimmung wieder, die Mendelssohn beim Anblick jener Naturgewalten empfand. Am 7. August 1829 schrieb er seiner Familie: „Um Euch zu verdeutlichen, wie seltsam mir auf den Hebriden zu Muthe geworden ist, fiel mir eben Folgendes bei“, und fügte auf der nächsten Seite eine Skizze der ersten 21 Takte der Ouvertüre „Die Hebriden“ op. 26 an.
 
Mit der Konzert-Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy wurde eine gute Auswahl getroffen. Dieses musikalische Andeuten von Weite, die Wellen und das Tosen der Meeresbrandung am Höhleneingang und dann wieder ein symbolhafter Blick zum Gipfel, wo frische Luft das Herz mit neuem Lebensmut erfüllt und ein Hörnerruf einen neuen Aufbruch signalisiert, erinnert an die Bedeutung der Pharmazie im Kampf gegen Krankheiten. Schon im alten Ägypten nannte man einen Fährmann, der seine Passagiere gut durch wogende Wellen ans Ufer brachte, „Ph-arm-aki“ – was soviel wie „Verleiher der Sicherheit“ bedeutet. "Pharmazie" leitet sich vermutlich von "Pharmaki" ab.

Ein weiterer historischer Film beschreibt die Anfänge der Pharmazie bis zu den Apotheken des 20. Jh