Jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke

Übergewicht ist einer der Hauptrisikofaktoren für Arthrose. Abnehmen zahlt sich aus, denn weniger Gewicht entlastet (nicht nur) die Gelenke.

Wer unter Arthrose leidet, sollte ganz besonders auf sein Gewicht achten. Denn zu viele Kilos auf der Waage belasten die Gelenke, ganz besonders die Knie. Übergewicht und angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen wirken sich dort besonders ungünstig aus und die daraus resultierende  Überlastung fördert den Knorpelabbau.

Je mehr Fettgewebe, desto mehr Zytokine werden freigesetzt. Zugleich produzieren Fettzellen weitere Botenstoffe, wie  beispielsweise Leptin, das nicht nur das Essverhalten und den Energiehaushalt reguliert, sondern auch die Entstehung von Entzündungen und den Abbau von Gelenkknorpel begünstigt. Sein „Gegenspieler“  Adiponectin, der wiederum entzündungshemmend wirkt und knorpelabbauende Enzyme blockiert, wird  bei Übergewicht nur unzureichend produziert.

Was den Gelenken gut tut

Um eine optimale Versorgung der Gelenke mit knorpel- und knochenaktiven Nährstoffen zu  gewährleisten sowie um die Gelenke funktionsfähig und schmerzfrei zu halten, ist daher das  Zusammenspiel aus einem gesunden BMI (Body Mass Index), ausreichend moderater Bewegung und  einer ausgewogenen Ernährung wichtig.

Ernährungsumstellung

Die Ernährung umzustellen bedeutet nicht, dass auf alles verzichtet werden muss, was schmeckt. Wichtig ist es, das richtige Maß für sich zu finden und einen Blick auf die besonderen Eigenschaften der  enthaltenen Nährstoffe zu werfen. Ratsam ist eine möglichst fettarme, vitaminreiche und vielseitige Ernährung. Da freie Radikale offenbar an den Entzündungsprozessen des Gelenkverschleißes beteiligt  sind, ist es sinnvoll, bei den Mahlzeiten besonders auf die Aufnahme von Vitamin E und C sowie Zink,  Kupfer, Selen und Mangan zu achten. Diese Mikronährstoffe fangen freie Radikale effektiv ab. Während Vitamin E und C überwiegend in Karotten, Paprika, Blattgemüse, Zitrusfrüchten und Beeren vorkommen, finden sich Kupfer und Selen eher in Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und Pilzen. Viel frisches Obst und Gemüse hilft außerdem, den durch die Gelenkabnützung erhöhten Bedarf an wichtigen Mikronährstoffen abzudecken.

Zu viel Alkohol und Koffein sind der Gelenkgesundheit nicht zuträglich. Besser ist es, auf  Wasser oder Tee zurück zu greifen.
 

Gezielte Bewegung

Arthrose-Patienten neigen aufgrund der Schmerzen nicht selten dazu, sich in eine Schonhaltung  zurückzuziehen und sportliche Aktivitäten zu meiden. Dabei ist bei Arthrose Bewegung ausgesprochen  wichtig. Denn: Ohne Bewegung können essenzielle Nährstoffe oft nicht bis in den Knorpel hineingelangen. Bei der Wahl der richtigen Sportart ist jedoch Achtsamkeit gefragt: Empfehlenswert sind Sportarten, die keinen Gegnerkontakt haben und Trainingseinheiten, bei denen die Bewegungen kontrolliert  durchgeführt werden können. Dazu gehören etwa Nordic Walking, Krafttraining, Aqua- Jogging oder auch  Radfahren. Durch ein gezieltes Krafttraining lässt sich die Quantität des Knorpels zwar nicht verbessern (da ein bereits geschädigter Knorpel nicht wieder aufgebaut werden kann), allerdings kann die Struktur des Knorpels durch spezielle Übungen günstig beeinflusst werden und damit die Qualität  deutlich ansteigen.

 

Studien belegen Verbindung zu Übergewicht

Der Zusammenhang zwischen Gelenkverschleiß und Lebensstil (Essgewohnheiten, Bewegung) wird zunehmend auch wissenschaftlich untersucht. So wird Arthrose inzwischen als eine Erkrankung  betrachtet, die in Verbindung mit Adipositas und Körperfettmasse steht. Neueste Forschungen  konzentrieren sich darauf, die Bedeutung der Vielzahl von speziellen Mediatoren aus dem Fettgewebe  aufzuklären – darunter Fettsäuren, Sphingolipide und Eicosanoide. Diese Substanzen beeinflussen offenbar den Knorpelabbau bei Arthose zusätzlich zu den mechanischen Effekten, die das  Körpergewicht selbst auf die gewichttragenden Gelenke ausübt.

  • Datum 28.07.2016
  • Autor PRESSEINFO: Arthrose - Gewichtsreduktion lindert Beschwerden | Susanna Sklenar & Ilse Königstetter

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