Mit Arzneipflanzen Erkältungssymptome lindern

Insbesondere in der kalten Jahreszeit steigt die Häufigkeit von – zumeist viral bedingten – Erkältungskrankheiten. Nach wie vor werden oft Antibiotika verordnet, obwohl pflanzliche Arzneimittel eine wirksame und sichere Alternative wären .

Bei einer Erkältung kommt es zur akuten Infektion der Schleimhaut von Nase und Nasennebenhöhlen, Hals und/oder Bronchien. Erste Anzeichen sind v.a. Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, gefolgt von Schnupfen. Weitere mögliche Beschwerden sind Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Husten. Bei unkomplizierten Verläufen heilt eine Erkältung meist innerhalb von neun Tagen aus. "Zur Linderung der Beschwerden und zur Verkürzung der Erkrankungsdauer sind pflanzliche Arzneimittel besonders gut geeignet, weil die verwendeten Pflanzen bzw. die daraus gewonnenen Zubereitungen nicht nur eine einzelne Wirksubstanz – wie etwa bei einem synthetischen Arzneistoff – enthalten, sondern immer eine Mischung vieler Substanzen, einen 'Arzneistoffcocktail'", betont Univ.-Prof. Dr. Brigitte Kopp, Vizepräsidentin der HMPPA, Department für Pharmakognosie, Universität Wien.
 
Zur Behandlung von Erkältungserkrankungen steht eine breite Palette zugelassener pflanzlicher Arzneimittel zur Verfügung. Ihre Wirksamkeit wird von Kritikern immer wieder angezweifelt – völlig zu Unrecht. Denn: Für jedes hierzulande auf dem Markt befindliche Arzneimittel – unabhängig ob synthetischer oder pflanzlicher Natur – muss laut österreichischem Arzneimittelgesetz und gemäß internationalen Richtlinien der Nachweis der Wirksamkeit, der Unbedenklichkeit und der pharmazeutischen Qualität in der definierten Indikation erbracht sein.
 

Breite Palette an Arzneipflanzen

Je nach Pflanzenart finden sich darin immunstimulierende, entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale, sekretolytische, d.h. schleimverflüssigende, oder reizmildernde Stoffe. Diese Kombination bewirkt in ihrer Gesamtheit die gewünschten positiven Effekte. "Als besonders effektive Wirkstoffe gelten Saponine, Alkaloide, ätherische Öle und Schleimstoffe", erklärt Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner, Präsident der HMPPA, Abteilung für Pharmakognosie am Institut für Pharmazie, Universität Innsbruck. Die günstigen, teilweise synergistischen Wirkungen verschiedener Pflanzen werden häufig auch in Kombinationspräparaten genutzt. Hier eine Auswahl von Pflanzen mit nachgewiesenermaßen positiven
 

Effekten bei Atemwegsinfekten:

Efeublätter (Hedera helix): Komplexe Mechanismen vermitteln schleimlösende Effekte, eine Abnahme der Schleimviskosität sowie der Intensität und Frequenz von Husten und darüber hinaus auch eine Entspannung der bronchialen Muskulatur.
Thymiankraut (Thymi herba):  Die Wirkung reicht von krampflösend, antibakteriell, antimykotisch und antiviral bis zu entzündungshemmend 
Spitzwegerich (Plantago lanceolata): enthält Polysaccharide, die eine Schutzschicht auf der Schleimhaut bilden. Darüber hinaus besitzt die Pflanze antimikrobielle, immunmodulatorische und entzündungshemmende Effekte. Im Vordergrund steht eine Besserung der Hustensymptomatik.
Eibischwurzel (Althaeae radix): eignet sich zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten.

"Eine besonders gut untersuchte Pflanze ist die südafrikanische Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides)", erläutert Prim. DDr. Peter Voitl, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

  • Datum 28.11.2016
  • Autor Hennrich.PR

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