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Häufige Atemwegserkrankungen: Das hilft!

Unser Atemtrakt bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Körper und der Umgebung. Viren und Allergene gelangen auf diesem Weg in unseren Organismus. Sie führen zu unterschiedlichen Erkrankungen – von der Bronchitis bis zum allergischen Asthma. Gezielte Hilfe kommt aus Ihrer Apotheke.

Ein komplexes System: Bei jedem Atemzug transportieren wir Luft über die Nase, den Rachen, den Kehlkopf, die Luftröhre, die Bronchien und Bronchiolen bis in unsere Lungenbläschen. Dort findet der Gasaustausch statt. Teilweise gelangen nicht nur Gase, sondern auch blinde Passagiere mit an Bord: im Sommer Pollen, im Winter Viren oder Bakterien. Unser Körper versucht, das Schlimmste zu verhindern – nicht immer mit Erfolg. Genau dann lohnt es sich, Ihre Apothekerin um Rat zu fragen.

SOS von Nase und Nebenhöhlen



Besonders in der kalten Jahreszeit erkranken viele Menschen an einem grippalen Infekt. Sie infizieren sich mit typischen Erkältungsviren. Das Leiden beginnt in den oberen Atemwegen, sprich der Nase und den Nasennebenhöhlen. Hat es Sie „erwischt“, steht körperliche Ruhe an erster Stelle. Wichtig ist auch, viel zu trinken, etwa Tee, ungesüßte Fruchtsäfte und Mineralwasser. Stehen Kopfschmerzen im Mittelpunkt, erhalten Sie in Ihrer Apotheke Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Gegen geschwollene Nasenschleimhäute helfen abschwellende Sprays. Achtung – die Präparate sollten maximal sieben Tage zum Einsatz kommen, ansonsten nimmt die Nasenschleimhaut Schaden. Eine zusätzliche Möglichkeit: Wissenschafter haben herausgefunden, dass Zink und Vitamin C tatsächlich wirksam sind. Nach einer Infektion verkürzen diese Mikronährstoffe die Erkrankungsdauer, und entsprechende Symptome werden abgemildert. Verschiedene Lactobacillus-Arten, sie gehören zu den Milchsäurebakterien, stimulieren unsere Immunabwehr ebenfalls. Ein Versuch mit Extrakten aus dem Meerrettich und der Kapuzinerkresse kann sich auch lohnen.

In manchen Fällen breitet sich die Entzündung auf die Nasennebenhöhlen aus, und eine Sinusitis entsteht. HNO-Ärzte raten dann zu Wärme, Inhalationen sowie zu Nasenspülungen. Praktische Nasenduschen inklusive Salzmischung gibt es in Ihrer Apotheke. Schulkinder und Erwachsene profitieren auch von Präparaten mit Myrtol, Cineol und verschiedenen Primelarten. Ananas-Enzyme wie Bromelain verkürzen die Symptome ebenfalls.

Sind Bakterien im Spiel, wird Ihr Arzt möglicherweise Antibiotika verordnen. 


Es geht abwärts



Viren gelangen nicht nur in die oberen, sondern auch in die unteren Atemwege. Die häufigste Folge: Unsere Bronchialschleimhaut entzündet sich. Wir leiden zumeist an trockenem Husten, der in eine produktive Form mit Schleim übergeht. Ihre Apotheke hält wirksame Präparate bereit, je nach vorherrschender Symptomatik. Als Schleimlöser haben sich Acetylcystein, Ambroxol und Bromhexin bewährt. Zu den Hustenstillern gehören Dextromethorphan und Pentoxyverin. Darüber hinaus gibt es pflanzliche Präparate mit erwiesener Wirksamkeit. Extrakte aus südafrikanischen Kapland-Pelargonien (Pelargonium sidoides) wirken gegen Viren beziehungsweise Bakterien. Gleichzeitig stimulieren sie unser Immunsystem. Thymian- sowie Efeu-Extrakte fördern den Auswurf von Bronchialsekret und wirken hustenstillend.

Es gibt jedoch Grenzen: Hohes Fieber, Schüttelfrost und starker Husten sprechen möglicherweise für eine Lungenentzündung. Dann ist ärztlicher Rat gefragt.

 

Nicht zu vergessen: die Allergien


Auch die warme Jahreszeit bringt Probleme mit sich: Allergien, etwa gegen Blütenpollen, betreffen die Haut, die Schleimhäute und die Atemwege. Unser Immunsystem reagiert im Zuge einer Allergie auf harmlose Umweltfaktoren äußerst aggressiv. Aus dem bekannten Heuschnupfen entwickelt sich – sofern dieser nicht behandelt wird - früher oder später Asthma bronchiale mit einer chronischen Entzündung der Bronchialschleimhaut. Ärzte fanden heraus, dass es bei 40 Prozent aller unbehandelten Allergiker zum gefürchteten „Etagenwechsel“ kommt. Dabei verschlechtert sich die Ausatmung, und Husten tritt auf. Grund genug für Ärzte und Apotheker, frühzeitig zu intervenieren. An erster Stelle sollte versucht werden, bekannte Allergene zu vermeiden. Zur Selbstmedikation gibt es oral anwendbare Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin beziehungsweise Loratadin als Tabletten oder als Saft. Keine Angst: Im Gegensatz zu Pharmaka der ersten Generation machen moderne Wirkstoffe nicht mehr müde. Lokal kommen weitere Wirkstoffe zum Einsatz, etwa Dimetinden. Nasensprays mit Azelastin, Beclometason, Cromoglicinsäure oder Levocabastin ergänzen das Spektrum. Ihr Apotheker berät sie zum besten verschreibungsfreien Arzneistoff. Darüber hinaus kann man per Immuntherapie eine Hyposensibilisierung erzielen; diese Desensibilisierung dauert länger, dafür werden aber nicht nur die Symptome bekämpft, sondern deren Ursachen. Jetzt ist übrigens die richtige Zeit damit anzufangen!
 

  • Datum 09.02.2015
  • Autor Dipl. Chem. Michael van den Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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