Gesunde Babyzähne von Anfang an ein Leben lang

Bereits in den ersten Lebensmonaten eines neuen Erdenbürgers wird der Grundstein für die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und Mundraum gelegt … doch halt, eigentlich falsch – echte Zahnprophylaxe für unsere Kinder beginnt schon viel früher – bei allen werdenden Eltern und auch bei denen die es noch werden wollen, also bei uns Erwachsenen.

Bakterien, die Karies verursachen, werden leicht durch den elterlichen Speichel auf den Säugling übertragen – mittels Schnuller, der vorher abgeleckt wird, dem gemeinsam benutzten Löffel beim Essen oder beim Küssen des Kindes. Sind Zahnfleisch und Zähne der Erwachsenen gesund, so ist das Übertragungsrisiko deutlich minimiert Besonders Mütter sind gefragt, schon im Vorfeld für ihre eigene Zahngesundheit zu sorgen. Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft macht ihr Zahnfleisch entzündungsanfälliger. Daher sollte auch in dieser besonderen Zeit nicht auf zahnärztliche  Vorsorgeuntersuchungen vergessen werden. Relativ neu sind Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Aufbau von Milchzähnen und dem erhöhtem Risiko, an Asthma zu erkranken: Wissenschaftler haben in Reihenuntersuchungen an 500 Kindern festgestellt, dass in Zähnen
von Asthma-Kindern deutlich weniger Eisen und Selen vorhanden war als bei den gesunden Kids. Da sich die Anlagen für die Milchzähne bereits in der Schwangerschaft entwickeln, sollte auf eine besonders mineralstoffreiche Ernährung geachtet werden.


Stillen erwünscht

Dass Stillen das Beste für Babys UND Mütter ist, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Neben der Bedeutung für die Ernährung des Kindes bringt diese Zeit eine ungeahnte Nähe, die in dieser Form
einzigartig ist. Aber auch der positive Einfluss auf die Zahngesundheit des Kindes ist enorm: Stillen ist anstrengend für Babys, das macht einerseits müde, fordert und kräftigt andererseits auch Halsmuskulatur, Kiefer, Lippen und Zunge. Doch nicht immer klappt es mit dem Stillen, viele müssen oder wollen auf Fläschchenernährung umsteigen. Hier sollte man darauf achten, kiefergerechte Sauger bzw. Muttermilchsauger mit Ventil zu verwenden, bei denen sich das Baby ebenso anstrengen muss.


Jetzt geht`s los

Wenn der erste Milchzahn blitzt, ist die beste Zeit mit der regelmäßigen Zahnpflege zu beginnen. Am Anfang genügt es, mit einem Wattestäbchen oder einer Fingerzahnbürste das kleine Zähnchen sanft zu reinigen. Doch sollte man unsere Kleinen nicht unterschätzen. Viele Kinder verlangen relativ rasch
nach der Zahnbürste, besonders wenn sie Mama und Papa täglich dabei zuschauen. Darüber hinaus eignet sich die Bürste wunderbar als Beissringersatz mit tollem Massageeffekt.


Das richtige Werkzeug

Kinderzahnbürsten bis zum 4. Lebensjahr haben idealerweise einen kleinen Bürstenkopf mit sanften abgerundeten  Borsten und einen verlängerten, gut greifbaren Griff. Was für die Großen gilt, gilt auch für die Kleinen: Generell sollten Zahnbürsten nach 8 Wochen ausgetauscht werden, sind sie zerfranst oder
schmutzig, sofort! Auch nach überstandenen Infektionskrankheiten wie einer Grippe sollte man sich von ihr trennen.
 

Mit oder ohne?

Bis zum 2. Geburtstag des Kindes genügt es, morgens ohne und abends – nach dem „Betthupferl-Fläschchen“! – mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta zu putzen. Bekommt das Kind Fluortabletten
verabreicht, so genügt eine fluorfreie Zahnpasta. Da in dieser Zeit ein Großteil der Pasta noch verschluckt wird, wäre beides gemeinsam zuviel an Fluor. Wird eine fluorhältige Zahnpasta bevorzugt, so sollten nur spezielle Kinderzahnpasten verwendet werden, die einen Fluorgehalt von 0,05% = 500 ppm  aufweisen und wenn möglich frei von Fruchtgeschmack sind. Ab dem 2. Geburtstag lautet die  Empfehlung, zweimal täglich mit erbsengroßer Menge Kinderzahnpasta zu putzen. Obwohl auch dann das Verschlucken unproblematisch ist, sollten die Kinder trotzdem zum Ausspucken der Zahnpasta angeleitet werden. Übrigens: Großes Medieninteresse rief die Meldung von Mikroplastikkügelchen als Scheuerpartikel in Zahnpasten hervor. Gute Kinderzahnpasten, z. B. aus der Apotheke, sind frei von derartigen Zusätzen, verwenden natürliche Putzkörper und können bedenkenlos verwendet werden.


Was macht das Fluor?

Das in Zahnpasten verwendete Aminfluorid hat die Aufgabe, die Zähne vor Karies zu schützen. Als oberflächenaktive Substanz legt sie sich direkt an den Zahn und bildet dort gemeinsam mit Kalzium eine Schutzschicht, die den Zahn vor dem Angriff durch Säuren schützt und ihn härtet. Darüber hinaus
beschleunigen Fluoride die Wiedereinlagerung von Mineralstoffen in den Zahnschmelz, wodurch eine beginnende Karies möglicherweise rückgängig gemacht werden kann.

 

Die richtige Technik

Grau ist alle Theorie, besonders in diesem Alter. Auch wenn Eltern noch so motiviert sind, ihren Sprösslingen regelmäßige Mundhygiene schmackhaft zu machen, so gibt es doch immer wieder Phasen in denen gar nichts geht. Trotzdem sollte auch zu Zeiten der Putzunlust konsequent morgens und abends geputzt werden, wenn auch unter Protest. Nur Übung macht den Meister, also dran bleiben und immer daran denken: Eltern sind Vorbild und werden aufmerksam beobachtet, auch beim Zähneputzen!

Obwohl das spielerische Zähneputzen bis zu einem Alter von drei Jahren im Vordergrund steht und die Reihenfolge nicht so wichtig ist, hat sich doch die so genannte KAI-Technik besonders bewährt. Dabei werden zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen und zum Schluss die Innenflächen gesäubert.
Eine weitere Regel lautet von „Rot nach Weiss“, also stets vom Zahnfleisch zum Zahn hin putzen.

Kontrolle ist wichtig

Gemeinsames Putzen vor dem Spiegel macht Spaß und erleichtert dem Kind das Nachmachen. Trotzdem sollten bis zur Einschulung vor allem die schwer erreichbaren Backenzähne von den Eltern nachgeputzt sowie ab dem Kindergartenalter die Zahnzwischenräume mittels Zahnseide zweimal in der
Woche gereinigt werden. Eine nach wie vor gute Kontrollmöglichkeit bieten sogenannte Zahnfärbetabletten, die übrig gebliebene Plaque-Reste rötlich anfärben und somit sichtbar machen.
Dazu lässt man nach dem Zähneputzen je nach Gebrauchsanweisung eine halbe bis eine Tablette im Mund zergehen – das Ergebnis ist meist verblüffend…
 

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Ab zum Zahnarzt

Mit dem Durchbruch der Milchzähne beginnt die Früherkennung von Zahn und Zahnfleischproblemen wichtig zu werden. Kinderbücher, die vom Zahnarzt handeln, sowie ein erster spielerischer Besuch beim Zahnarzt als Zuschauer nimmt die Scheu und sorgt dafür, dass das Kind den Besuch positiv aufnimmt und keine Angst vor regelmäßigen Kontrolluntersuchungen hat. Ab dem 3. Lebensjahr sollte halbjährlich der Besuch beim Zahnarzt am Plan stehen, um eventuelle Fehlstellungen rechtzeitig behandeln zu können. Spätestens jetzt sollte auch die Schnullerfee zu Besuch kommen, um alle Schnuller abzuholen und so mitzuhelfen, Zahnstellungsfehler zu vermeiden.

  • Datum 26.08.2014
  • Autor Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

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Tipps von der Apothekerin - Radioapotheker Homöopathie, Fachberater für Darmgesundheit, Zertifizierte Nährstoffexpertin, Schüssler Salze, Erste Hilfe Lehrbeauftragte, Aromatherapie, Diabetescoach

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