Baldrian

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Heilpflanzen: Baldrian

„Trinkt Baldrian, sonst müsst ihr alle dran“ hieß es in Zeiten der Pest. Heute schätzen wir Baldrian (Valeriana officinalis) weniger wegen nachgesagter seuchenabwehrender Wirkungen, sondern vielmehr als ein sicheres Schlafmittel.

Das sichere Schlafmittel

Seit dem 19. Jahrhundert gilt die Baldrianwurzel als eines der wichtigsten pflanzlichen Beruhigungsmittel bei nervösen Erregungszuständen und Schlafstörungen. Die entspannende Wirkung beruht zum Teil auf den Valepotriaten, einer Gruppe von pflanzlichen Inhaltsstoffen, deren flüchtige Abbauprodukte auch für den sehr charakteristischen Baldriangeruch verantwortlich sind. Daneben enthält der Gesamtextrakt aber noch weitere Verbindungen, die dämpfende Wirkungen im zentralen Nervensystem entfalten und die Schlafqualität verbessern.

Baldrian wirkt im Gegensatz zu anderen beruhigenden Heilpflanzen ausgleichend auf die Psyche. Das heißt, dass Baldrian Angst und Unruhe vermindert, ohne dabei zu einer Tagesmüdigkeit zu führen. Daher eignet sich Baldrian auch bei Prüfungsängsten.

Bei der Einnahme von Baldrian muss auf eine angemessene Dosierung und eine ausreichend lange Anwendung geachtet werden. Die empfohlene Tagesdosierung liegt bei 500 bis 600 mg Trockenextrakt. Die volle Wirkung erreicht Baldrian nach ca. 2 Wochen. Aufgrund dieses schrittweisen Anflutens der Wirkung ist die Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln, im Gegensatz zu den meisten synthetischen Schlafmitteln äußerst gering.
Neben den beschriebenen Einsatzmöglichkeiten wirkt Baldrian zudem entspannend auf die Muskulatur. So eignet sich eine Anwendung – neben der Therapie bei nervösen Herzbeschwerden – auch bei nervös bedingten Magenkrämpfen.

Baldrianwurzeln besitzen einen sehr eindringlichen Geruch, und daher rühren auch zwei volkstümliche Namen des Baldrians, die unterschiedlicher nicht sein könnten:  Im Mittelalter glaubte man durch sehr stark riechende Duftstoffe Hexen und Dämonen zu vertreiben, und hier war der Gebrauch von Baldrian, dem so genannten „Hexenkraut“, naheliegend.
Auf Katzen hat Baldrian, das „Katzenkraut“, eine ganz besonders anziehende und erregende Wirkung. Katzenliebhaber greifen deshalb nicht selten zu Baldrian, um bei etwas älteren Katern den Spieltrieb zu fördern.

 

  • Datum 04.06.2014
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller

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