„Bitte berühren“ – gegen Berührungsmangel bei Schuppenflechte

Die Aufklärungskampagne „Bitte berühren“ zum Thema Schuppenflechte möchte Zeichen setzen: gegen Distanzierung, für mehr Nähe. Mit der Kampagne sollen Lösungswege für Betroffene aufgezeigt werden.

Nach einer Umarmung geht es uns besser: Sie mindert Stress, stärkt das Immunsystem und senkt sogar das Risiko für Herzerkrankungen und Depressionen – zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die positive Wirkung von Körperkontakt. Wir alle kennen das schöne Gefühl, von Familienmitgliedern oder dem Partner umarmt, berührt und gestreichelt zu werden. Auf diese Tatsachen möchte auch der „Internationale Tag der Umarmung“ aufmerksam machen.

Doch nicht alle Menschen können Berührungen und Körperkontakt unbeschwert genießen und zulassen. Anderen nahe zu sein und sich zu zeigen, ist gerade für Menschen mit chronischen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden – auch im Alltag. Ihre Mitmenschen gehen auf Distanz, sobald deutliche Hautveränderungen sichtbar werden, obwohl Schuppenflechte nicht ansteckend ist.

Bei Schuppenflechte leiden Betroffene unter stark schuppenden Hautstellen – häufig an der Kopfhaut, manchmal im Gesicht, an Händen und Füßen, den Ellenbögen und Knien oder sogar an den Genitalien. Schwerwiegender als die schmerzenden und stark juckenden Hautstellen sind die zwischenmenschlichen Probleme. So auch bei Katrin H., 40 Jahre: „Ich habe viele Jahre lang keinen Partner gehabt – unter anderem auch deshalb, weil ich mich in meiner Haut nicht wohl gefühlt habe: Ich habe mich vor den erkrankten Hautstellen selbst geekelt und mich für meine Erkrankung geschämt. Ich hatte die Schuppenflechte ja sogar im Gesicht! Und je schlimmer ich mich selbst gefühlt habe, umso schlimmer sah meine Haut aus – ein Teufelskreis.“ Wie Katrin H. geht es vielen Schuppenflechte-Betroffenen. Nicht selten verstecken sie die erkrankten Hautstellen so gut es geht und ziehen sich zurück, weil ihnen die erkrankten Hautstellen unangenehm sind.
 

Schuppenflechte lässt sich gut behandeln –  der Spezialist kann helfen!

Der erste Schritt, um sich als Betroffener wieder wohl zu fühlen und Körperkontakt zulassen zu können, ist der Besuch eines Hautarztes. „Dank moderner, nebenwirkungsarmer Therapien können Betroffene selbst in schweren Fällen heute innerhalb weniger Wochen eine sichtbare Besserung der Krankheitszeichen und damit eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität erwarten“, so der Dermatologe Dr. Klaus Strömer. „Mit der Kampagne möchten wir Betroffenen Mut machen, eine Therapie aufzunehmen.“ Moderne, innerlich wirkende Therapien wie Biologika und PDE4-Hemmer sind besonders wirksam, denn sie greifen in fehlerhafte Abwehr-Reaktionen des Körpers ein: Sie hemmen gezielt Botenstoffe oder Enzyme, die Entzündungen auslösen oder unterbrechen. Auf diese Weise regulieren sie den Entzündungsprozess der Haut – die Symptome der Schuppenflechte können so gut und langfristig kontrolliert werden. „Sprechen Sie Ihren Hautarzt aktiv auf moderne Therapien an! Liegen nach zwölf Wochen keine sichtbaren Therapieerfolge vor, sollten Sie mit Ihrem Hautarzt über eine Therapieumstellung sprechen", so Strömer. 


 

  • Datum 12.02.2016
  • Autor Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Ralf B. Blumenthal

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen


Entwarnung: Influenza-Welle im Abebben

Die Influenza-Welle ist deutlich im Abebben. Vergangene Woche wurden in Wien nur noch rund 8.400 Neuerkrankungen an Virus-Grippe und grippalen Infekten registriert. In der Woche davor waren es noch rund 12.600 Fälle gewesen.

hier weiterlesen


Lebenslanges Impfen: Eine notwendige Präventionsmaßnahme

Wer glaubt, dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt ist, der irrt. Die aktuelle Datenlage zeigt klar, dass wir auch als Erwachsene und ganz besonders im fortgeschrittenen Alter regelmäßige Auffrischungen benötigen.

hier weiterlesen