Bluthochdruck: Die 30-50-80-Regel

30 – 50 – 80: Jeder Mensch über 30 Jahre sollte seinen Blutdruck kennen, bei allen über 50-Jährigen sollte ein zu hoher Blutdruck richtig eingestellt sein, um im Alter von 80 Jahren Behinderungen durch Folgekrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu vermeiden.

Jeder vierte Österreicher leidet an Bluthochdruck. Die Störung beginnt meist im mittleren Lebensalter, infolge von Übergewicht und Bewegungsmangel jedoch immer früher. Doch die Betroffenen merken davon nichts: „Da ein hoher Blutdruck in der Regel keine Beschwerden verursacht, ist eine regelmäßige Kontrolle der einzige Weg, die Hochdruckkrankheit rechtzeitig zu erkennen“, sagt Dr. med. Martin Hausberg aus Karlsruhe. „Wir stimmen mit der U.S. Preventive Services Task Force darin überein, dass Menschen bereits im jungen und mittleren Lebensalter häufiger zum Blutdruckmessgerät greifen sollten“, fügt der Experte hinzu.
        
Die U.S. Preventive Services Task Force, ein vom Gesundheitsministerium eingesetztes Expertengremium, empfiehlt Erwachsenen ab dem 18. Lebensjahr, alle drei bis fünf Jahre den Blutdruck kontrollieren zu lassen. Ab dem 40. Lebensjahr sollten dann jährliche Kontrollen erfolgen. Dies gilt auch für jüngere Menschen, wenn sie übergewichtig und fettleibig sind oder wenn bereits ein leicht erhöhter Blutdruck diagnostiziert wurde. Ein leicht erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn der obere systolische Wert zwischen 130 und 139 mm Hg und der untere diastolische Blutdruck zwischen 85 und 89 mm Hg liegt. „Bluthochdruck kann ganz unterschiedliche Ursachen haben von Übergewicht bis hin zu Atemstörungen im Schlaf“, sagt Professor Hausberg. Es sei keine Erkrankung, die nur Menschen höheren Lebensalters betreffe. 

Der Blutdruck-Check sollte im Sitzen am ausgeruhten Patienten erfolgen. „Eine Messung zwischen Tür und Angel ergibt keine verlässlichen Werte“, bestätigt Professor Hausberg: „Emotionale Aufregung und körperliche Anstrengungen erhöhen den Blutdruck, was eine natürliche Reaktion ist und keinen Krankheitswert hat.“ Deshalb gilt: Der Patient sollte sich bereits länger als fünf Minuten in der Praxis befinden und es sollten immer zwei Messungen im Abstand von fünf Minuten erfolgen. Wenn der Mittelwert über 140/90 mm Hg liegt, besteht der Verdacht auf eine arterielle Hypertonie, wie Mediziner die Hochdruckerkrankung nennen.

 

  • Datum 27.10.2015
  • Autor Pressestelle Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention Postfach 30 11 20

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