Chili-Schärfe gegen Schmerzen

Aktuelle Studienergebnisse (STEP- und PACE-Studie) zeigen, dass ein Pflaster mit dem hochdosierten Chili-Inhaltsstoff Capsaicin auch in der Behandlung von Patienten mit diabetischer Neuropathie (DPN) wirksam ist.

Nachdem die Wirksamkeit des Capsaicin 8%-Pflasters bei Post-Zoster-Neuralgie und HIV-assoziierter Neuropathie in mehreren klinischen Studien nachgewiesen wurde, erhielt es kürzlich auch eine erweiterte Zulassung für schmerzhafte DPN. Diese kommt bei Diabetes mellitus häufig vor, etwa zehn Prozent der Patienten entwickeln eine schmerzhafte DPN. Die häufig damit verbundenen Gefühlsstörungen (Parästhesien) sind oft Ursache für unbemerkte Verletzungen, aus denen sich dann Infektionen und schmerzhafte Geschwüre entwickeln können.

„Diese neue Indikationserweiterung hat eine große praktische Bedeutung, weil die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie in der Regel eine Erkrankung älterer, häufig multimorbider Patienten ist und deshalb eine systemische medikamentöse Therapie eher Probleme bereitet“, so o. Univ.-Prof. DDr. Hans Georg Kress (AKH/MedUni Wien), Vorstandsmitglied der ÖSG, anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. „Aufgrund der notwendigen Einnahme vieler Medikamente sind diese Patienten besonders anfällig für Arzneimittel-Interaktionen. Deshalb ist hier eine lokale Therapie von großem Vorteil.“ Das Pflaster sei „eine gute Option für Patienten, bei denen man von vornherein keine systemische Therapie geben möchte.

Es wirkt nur auf die Haut, ist nicht organtoxisch und gut verträglich, leicht anzuwenden und mit anderen Therapien jederzeit kombinierbar. Auch ist kein zeitraubendes Einschleichen der Therapie notwendig.“ Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und multimorbiden Patienten sei eine lokale Therapie wegen des Fehlens einer Toleranzentwicklung und systemischer Nebenwirkungen von großem Nutzen. Zudem ist die Pflasteranwendung nach drei Monaten problemlos wiederholbar.

In der STEP-Studie führte das Capsaicin-Pflaster zu einer signifikanten Reduktion der mittleren täglichen Schmerzintensität, dieser Vorteil gegenüber Placebo war ab der zweiten bis dritten Woche nachweisbar und hielt bis zum Studienende nach zwölf Wochen an. Auch zeigten signifikant mehr  Patienten unter dem Capsaicin-Pflaster eine mindestens 30prozentige Schmerzreduktion. Die Behandlung mit dem Schmerzpflaster schlug sich auch in einer deutlichen Verbesserung der Schlafqualität nieder.

Weitere Details und alle Medieninformationen zu den 15.
Österreichischen Schmerzwochen:
www.bkkommunikation.com/de/journalistenservice/aktuell/

 

  • Datum 01.02.2016
  • Autor B&K Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung | Dr. Birgit Kofler, Mag. Roland Bettschart OTS Aussendung "Mit Chili-Schärfe gegen Schmerzen bei diabetischer Neuropathie"

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