Mehr als die Hälfte kennt eigenen Cholesterinspiegel nicht

Mehr als die Hälfte von rund 500 Wienerinnen und Wienern, die an einer Umfrage in Rahmen einer Aktion von FHchol Austria teilgenommen hatten, kannten ihren Cholesterinspiegel nicht. Bei einem daraufhin angebotenen Gratis-Cholesterincheck wurde bei fast 37 Prozent der getesteten Personen ein erhöhter LDL-Cholesterinwert („schlechtes Cholesterin“) festgestellt.

Durchgeführt wurde die Umfrage und der Gratis-Test anlässlich des Welt-Aktionstages zur Familiären Hypercholesterinämie (FH) am 24. September von der Patientenorganisation FHchol Austria. An der Umfrage nahmen fast 500 Personen teil.
 
Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine erblich bedingte Fettstoffwechselstörung, die bereits in jungen Jahren zu Atherosklerose und in der Folge zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann.  Eine von rund 200 Personen ist von FH betroffen – allerdings weiß nur jeder fünfte Betroffene davon.
 
„Mit dieser Aktion wollten wir auf diese heimtückische Stoffwechselstörung aufmerksam machen, die zwar chronisch, aber sehr gut therapierbar und damit in den Griff zu bekommen ist“, so die Obfrau der Patientenorganisation FHchol Austria, Gabriele Hanauer-Mader.
 

Über FH

 
FH ist eine dominant vererbte, genetische Störung, die zur Folge hat, dass Verwandte ersten Grades (Kinder, Geschwister, Eltern) von Patienten mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls FH haben. Hat man die Genmutation geerbt, kommt es auch zur Erkrankung.
 
Anhand eines Cholesterintests und der Familiengeschichte kann der Arzt FH diagnostizieren. Durch die frühe Diagnose von FH und die Untersuchung von Verwandten ersten Grades auf FH („Screening“) kann das Auftreten von Atherosklerose oder Herz-Kreislauferkrankungen in jungen Jahren verhindert oder hinausgezögert werden. Wird FH früh entdeckt, können gravierende Schädigungen des Herzens oder der Blutgefäße durch entsprechende Maßnahmen verhindert oder verzögert werden. Dazu gehören Verzicht auf Rauchen, regelmäßige Bewegung, adäquate Ernährung und Medikamenteneinnahme.
 

Sonja Wehsely: „Leistbare Therapien undSelbsthilfegruppen  wichtig“

 
Wien hat in Österreich die meisten Betroffenen. Die WienerGesundheitsstadträtin Sonja Wehsely betont daher, wie wichtig leistbare Therapien für die PatientInnen sind: „Es ist wichtig, dass es eine kontinuierliche Weiterentwicklung bei der Behandlung von zu hohem Cholesterin gibt. Zumal es sich hier um eine Volkskrankheit handelt. Gerade weil sehr viele Menschen betroffen sind, müssen die Therapien aber auch leistbar sein, gleichermaßen für die PatientInnen als auch für das Gesundheitssystem und hier insbesonders die Sozialversicherung. Nur so können wir langfristig allen Betroffenen eine Gesundheitsversorgung auf allerhöchstem  Niveau anbieten.“
 
Wehsely hebt bei dieser Gelegenheit auch die Bedeutung von Selbsthilfegruppen hervor: „Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Wiener Sozial- und Gesundheitssystems, weil hier Betroffene wertvolle Hilfestellung aus erster Hand bieten. Mit der Selbsthilfe-Unterstützungsstelle SUS Wien in der Wiener Gesundheitsförderung haben wir eine zentrale Ansprechstelle geschaffen, sowohl für die Gruppen selbst als auch für Menschen, die auf der Suche nach Hilfe in einer schwierigen Lebenssituation sind.“
 

  • Datum 05.10.2015
  • Autor FHchol Austria