Apothekerkammer unterstützt Apotheken bei Anschaffung eines Defis

Die Österreichische Apothekerkammer kündigt an, in den nächsten drei Jahren jeweils zehn Apotheken pro Jahr mit Laiendefibrillatoren auszustatten. Die Experten von PULS-Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes werden in Zusammenarbeit mit der Apothekerkammer die "weißen Flecken" auf der Defi-Landkarte herausarbeiten.

Jeweils zwei Defis aus diesem Zehner-Jahreskontingent sind für Wiener Apotheken vorgesehen - dies erklärten Mag. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer gemeinsam mit seiner Kollegin der Wiener Apothekerkammer, Mag. Andrea Vlasek.

"Gerade Apotheken sind Anlaufstellen für Menschen, die potentiell gesundheitliche Probleme haben. Da kann es auch vorkommen, dass ein Kunde einen plötzlichen Herzstillstand erleidet. Daher begrüße ich die Bereitschaft der Apothekerkammer, ihre Mitglieder bei der Anschaffung von Laiendefibrillatoren zu unterstützen, sagt Landtagspräsident Prof. Harry Kopietz anlässlich der Installation eines Defis in einer Apotheke in Währing. Als Präsident von PULS freue es ihn auch, dass PULS die Apothekerkammer bei diesem Projekt berät.
 

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute


Trotz des gut ausgebauten Rettungs- und Notarztdienstes vergehen in Österreich häufig entscheidende Minuten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Das führt dazu, dass derzeit nur etwa elf Prozent der Betroffenen einen plötzlichen Herzstillstand überleben. Viele dieser Todesfälle könnten aber durch rasches Eingreifen von Ersthelfern verhindert werden.

"Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Schon durch wenige Handgriffe können Zeugen von lebensbedrohlichen Zwischenfällen effizient Hilfe leisten und so die Überlebenswahrscheinlichkeit von derzeit nur etwa elf Prozent auf über 70 Prozent erhöhen. Doch nur wenige trauen sich auch einzugreifen", sagt PULS-Gründungsmitglied und Notfallmediziner Univ. Doz. Dr. Roman Fleischhackl. Ziel des Vereins PULS ist die Bereitschaft für beherztes Handeln im Falle eines plötzlichen Herzstillstandes zu fördern und damit die Zahl der Überlebenden deutlich zu erhöhen. Auf ganz Österreich hochgerechnet, könnten 1.000 Leben pro Jahr zusätzlich gerettet werden.
 "Man kann bei der Herzdruckmassage und mit einem Defi nichts falsch machen. Nur Nichtstun ist falsch!", sagt Landtagspräsident Prof. Harry Kopietz.
 

Was ist im Notfall zu tun?


Herzstillstand. ►rufen ►drücken ►schocken

Wenn ein Mensch keine Reaktion und keine normale Atmung hat, liegt ein Herzstillstand vor. Durch schnelles Handeln können Sie ein Leben retten:

►rufen: Rufen Sie den Notruf 144.
►drücken: Legen Sie Ihre Hände übereinander und drücken Sie kräftig und schnell in die Mitte des Brustkorbs: mindestens 100 mal pro Minute.
►schocken: Falls ein Defibrillator vorhanden ist, schalten Sie diesen ein und befolgen Sie die Anweisungen.

Durch die Herzdruckmassage wird Blut durch den Körper gepumpt, so wird das Gehirn mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Ein schlagendes Herz kann damit niemals außer Takt gebracht werden, ein Zuviel an Herzdruckmassage ist also unmöglich.

Der Defi führt mittels Sprachanweisungen durch die Anwendung und stellt selbständig fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufgeklebt werden. Durch den Stromimpuls eines Defis besteht die Möglichkeit, das Herz wieder in den richtigen Rhythmus und somit zum Schlagen zu bringen. Wenn Sie keinen Defibrillator zur Verfügung haben, führen Sie in jedem Fall die Herzdruckmassage ohne Unterbrechungen fort, bis die Rettung eintrifft.


www.puls.at

www.apothekerkammer.at
 

  • Datum 29.09.2015
  • Autor PULS; Österreichische Apothekerkammer

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