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Diabetes – Das Auge isst mit

Je länger eine Diabeteserkrankung besteht, desto höher ist das Risiko, diabetesbedingte Augenschäden zu entwickeln und dadurch Sehprobleme zu bekommen. Eine dauerhafte Sehminderung bis hin zur Erblindung tritt am häufigsten im Rahmen eines diabetischen Makulaödems auf, das etwa 6 bis 10% der Diabetiker betrifft.

Wenn es um Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit geht, isst das Auge leider mit. Betroffene haben ein hohes Risiko, dass ihre Augen unter den hohen Blutzuckerwerten leiden, was zu einer Verschlechterung der Sehkraft bis hin zur Erblindung führen kann. Wird die Stoffwechselerkrankung nämlich nicht behandelt oder ist der Patient schlecht eingestellt, kann es zu Gefäßveränderungen in zahlreichen Organen kommen, was gefährliche Folgeschäden mit sich bringt. Komplikationen der Augen sind dabei besonders gefürchtet. Rund 600.000 Menschen sind hierzulande an Diabetes mellitus erkrankt, rund 200 von ihnen erblinden jedes Jahr als Folge des Diabetes.
 
„Das Auftreten einer diabetischen Netzhauterkrankung des Auges, einer so genannten Retinopathie, ist Studien zufolge bei Diabetikern nur eine Frage der Zeit. Je später die Stoffwechselerkrankung manifest wird, umso später tritt das Risiko auf, dass es zu Komplikationen der Augen kommt“, berichtet Priv.-Doz. OA Dr. Matthias Bolz, Augenarzt, AKH Linz. Durch Diabetes verursachte Blindheit ist nach der altersabhängigen Makuladegeneration und dem grünen Star (Glaukom) die dritthäufigste Ursache für Erblindung. „Diabetes mellitus gehört in Österreich zu den häufigsten Ursachen für eine Verminderung des Sehvermögens. Insbesondere die diabetische Retinopathie und das Makulaödem können jedoch durch eine gute Blutzuckereinstellung weitestgehend vermieden werden“, weiß Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Krankenanstalt Rudolfstiftung.
 
 

Erblindungsursache Nummer 1 bei Diabetikern: Diabetisches Makulaödem

Eine Folge des diabetischen Netzhautschadens ist das Diabetische Makulaödem (DMÖ), das als häufigste Erblindungsursache unter Diabetikern gilt. Das DMÖ betrifft 7% aller Diabetiker, bei 600.000 Diabetikern in Österreich1 entspricht das rund 42.000 DMÖ-Patienten. 27% aller Typ 1-Diabetiker entwickeln in den ersten neun Jahren nach der Diagnose Diabetes ein DMÖ, 28% der Typ 2-Diabetiker erkranken innerhalb von 20 Jahren daran. Unbehandelt führt diese Erkrankung der Makula, des so genannten gelben Flecks und der Stelle für das schärfste Sehen in der Netzhautmitte, zu starken Sehbeeinträchtigungen im zentralen Gesichtsfeld bis hin zum Sehverlust. Durch den kontinuierlich hohen Blutzucker werden kleine Blutgefäße in der Netzhaut des Auges beschädigt, dadurch sammeln sich Flüssigkeit, Eiweiße und Fette im Bereich des gelben Flecks an. Die Netzhaut verdickt sich und es kommt zu verschwommenem Sehen. Wird ein DMÖ nicht behandelt, kommt es zu irreversiblen Schäden der Netzhaut, daher ist eine Früherkennung einer Retinopathie und des Makulaödems entscheidend, um das Fortschreiten des Sehverlustes aufzuhalten. „Eine optimale Einstellung des Blutzuckers und jährliche Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt können einem DMÖ vorbeugen oder zumindest dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen“, so Ludvik.
 

Verheerende Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltagsleben

Die meisten Diabetiker leiden unter einer Reihe von Folgeerkrankungen und müssen zahlreiche aufwändige Behandlungen bei diversen Fachärzten, etwa beim Internisten, beim Kardiologen oder beim Neurologen, über sich ergehen lassen. Das Management ihrer Diabetes-Erkrankung empfinden viele Patienten daher als schwierig, zeitintensiv und emotional belastend. Spätschäden im Bereich des Auges und der damit einhergehende Sehverlust sind dabei besonders gefürchtet, denn sie greifen in hohem Maße in die Lebensqualität  der Betroffenen ein. Gerade der Verlust des zentralen Sehens bei einem DMÖ hat einen starken Einfluss auf das Leben der Patienten, denn eine eigenständige Bewältigung des Alltags wird dadurch zu einer großen Herausforderung. [8] Alltäglichen Aufgaben, für die sie ihr Sehvermögen brauchen, können diese Patienten nur mehr schwer oder gar nicht nachkommen