Diäten im Überblick

Paleo, Dukan und Co. Wir alle kennen die Namen der „Wunder“- Diäten, die uns ein neues, schönes, schlankes Ich versprechen. Leider wird der Erfolg einer Diät meist daran gemessen, wie rasch die Kilos purzeln. Doch die schnell erhungerte Bikinifigur ist meist nur von kurzer Dauer. Und manche Diäten sind sogar gesundheitsschädlich.

Paleo – die „Steinzeit-Diät“

Die Paleo-Diät orientiert sich an der Ernährung unserer Jäger-und-Sammler- Vorfahren. Paleo bedeutet  möglichst naturbelassen, roh und unverarbeitet. Bevorzugt werden Gemüse und tierische Produkte – auf  Zucker, Getreide, Pflanzenfett, Milch- und Fertigprodukte wird verzichtet. Eine idealtypische Mahlzeit  besteht zum größten Teil aus Gemüse, aus einer Portion Fleisch, Fisch oder Ei sowie ausreichend Fett  und etwas Obst. Das Abnehmen steht nicht im Fokus – bei Paleo handelt es sich um eine  Ernährungsform, die den Menschen gesund und fit halten soll.

+ Die Ernährung mit viel Gemüse und  Obst, Nüssen, Samen, Pilzen sowie Eiweiß in Form von Fisch, Fleisch und Eiern ist gesund. Möglichst  hochwertige und naturbelassene Lebensmittel zu verwenden und auf Fertigprodukte zu verzichten, ist  positiv zu bewerten.

- Die radikale Umstellung ist für viele Menschen schwierig. Wer dem Konzept folgen  möchte, braucht Willenskraft sowie genug Geld, um die hochwertigen Lebensmittel zu besorgen. Umstritten ist vor allem der Verzicht auf Getreideprodukte und Milch.
 

Atkins Diät

Die Atkins-Diät gehört zu den so genannten Low-Carb-Diäten. Das Prinzip: Iss so viel Fleisch wie du willst, aber keine Kohlenhydrate. Kohlenhydrate, wie sie in Mehl oder Zucker enthalten sind, können in  Körperfett umgewandelt werden und so zu Übergewicht führen. Diese Low-Carb-Diät reduziert daher  ganz besonders die Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index.

+ Mehrere Studien haben belegt, dass  Low-Carb-Diäten beim Abnehmen genauso gut wirken wie fettarme Kost. Als Vorteil sehen  Forscher auch an, dass Abnehmwillige ihre Nahrungsmenge weniger stark beschneiden müssen als  mit anderen Diäten.

- Die Mahlzeiten sind extrem einseitig und müssen ohne die wertvollen Inhaltsstoffe von Obst & Gemüse auskommen. Der Cholesterinspiegel steigt an – und mit ihm das Risiko von  Herz und Gefäßkrankheiten.

Dukan Diät – Die „Eiweiß-Diät“

Diät-Guru und Arzt Pierre Dukan setzt auf eine eiweißreiche Kost mit viel Fleisch, Fisch, Soja und Nüssen. Die Dukan-Diät ist eine Form der Low- Carb-Diät. In der ersten Phase, der Angriffsphase,  motiviert der schnelle Gewichtsverlust.

+ Im Gegensatz zur klassischen Atkins-Diät wird auf einen geringen Fettanteil in der Ernährung Wert gelegt. Die Dukan-Diät propagiert – im Gegensatz zur  Atkins-Diät – zugleich viel Bewegung. Der schnelle Gewichtsverlust in der Angriffsphase ist sehr motivierend.

- Kritiker sind über den hohen Eiweißgehalt der Diäten besorgt. Zu viele Proteine belasten die Nieren. Die französische Gesundheitsbehörde stuft die Dukan-Diät daher als bekenklich ein. Außerdem ist die Diät kaum sozial- und familientauglich.



5:2-Diät

An zwei Tagen der Woche wird gefastet, an fünf Tagen normal gegessen. Die Fastentage darf man frei  wählen, sie dürfen aufeinander folgen, oder man gönnt sich zwischendurch eine Fastenpause. Frauen  dürfen an einem Fastentag 500, Männer 600 Kalorien zu sich nehmen.

+ Sie brauchen sich nur zweimal pro Woche einzuschränken. Und der Gedanke „Morgen kann ich wieder essen, was ich will“ macht das Durchhalten leichter.

- Ob die Gesundheitsvorteile tatsächlich so groß sind, müssen Langzeitstudien zeigen. Der  Mindestbedarf wird mit der 5:2-Diät an den Fasttagen nicht gedeckt.

Juicing, Saftdiät

Die Dokumentation „Fat, sick & nearly dead” von Joe Cross – einem Geschäftsmann aus Australien mit  ein paar Kilos zu viel auf den Rippen – war ein Welterfolg. 60 Tage lang fährt er durch Amerika und  ernährt sich nur von selbst entsafteten Obst- und Gemüsesäften. Bei einer Saftkur können unbegrenzt  Wasser und Tee getrunken werden, auch Gemüsebrühe ohne Salz ist erlaubt.

+ Joe Cross zeigt falsche  Ernährungsgewohnheiten auf und hält der amerikanischen Gesellschaft, die allzu oft zu Convenience Food greift, einen Spiegel vor. Sein „Juicing“ ist als Startpunkt für eine  allgemeine Lebensumstellung zu sehen.

- Dem Körper fehlt Energie aus Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten. Bekommt unser Körper durch eine radikale Saftdiät dauerhaft zu wenig Eiweiß, greift er unsere natürlichen Eiweißreserven in der  Muskulatur an. Das Prinzip der „Entgiftung“ ist umstritten.
 

Metabolic Balance

Kilos verlieren ohne zu hungern – diese neuartige Stoffwechsel-Diät verzückt die Stars. Anders als bei  üblichen Diäten wird die Ernährung nicht bloß unter dem Gesichtspunkt der Gewichtsreduktion umgestellt. Auf Basis eines Bluttests werden individuelle Lebensmittel- und Speisepläne erstellt, die  gewährleisten, dass der Stoffwechsel optimal läuft.

+ Metabolic Balance ist ein  StoffStoffwechselprogramm, das für jeden maßgeschneidert wird. Eine rasche Gewichtsreduzierung ist  möglich.

- Laut Konsument ist der „langfristige Nutzen zweifelhaft“. Die Diät ist teuer und erfordert mit  fünfstündigen Pausen zwischen der Nahrungsaufnahme und der aufwendigen Speisenzubereitung viel Disziplin.

Schlank im Schlaf

Es handelt sich dabei nicht um eine Diät, sondern um eine langfristige Ernährungsumstellung, deren  Kernidee ist, am Abend auf Kohlenhydrate etwa aus Nudeln oder Brot zu verzichten. Damit soll die  nächtliche Fettverbrennung gefördert werden. Generell stehen bei dieser Insulintrennkost drei  Mahlzeiten am Tag zur Verfügung.

Der Ablauf:
● Kein Eiweiß am Morgen!
● Mischkost zu Mittag! Sie dürfen alles essen, was Sie wollen.
● Keine Kohlenhydrate am Abend.

+ Durch den teilweisen Verzicht auf Kohlenhydrate und weitere Vorgaben – beispielsweise Fett zu  reduzieren – kann man mit der Methode durchaus abnehmen.

- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät von der Insulin- Trennkost ab. Dass die  Fettverbrennung in der Nacht besonders stark sei, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.


hCG-Diät

Um gezielt Fettdepots an Bauch, Hüfte und Oberschenkeln zu reduzieren, soll eine Injektionskur mit dem  Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) eine wirkungsvolle Methode sein. Die Theorie des  Erfinders Dr. Simeons: Die tägliche Injektion des Hormons während der 3- bis 6-wöchigen Behandlung  soll – bei einer Nahrungsaufnahme von höchstens 500 kcal pro Tag – zu einer signifikanten Gewichtsreduktion führen. Das körpereigene hCG soll im Falle einer Hungerperiode während einer Schwangerschaft die Energieversorgung für den Fötus durch die Verwertung der eigenen Fettdepots  sicherstellen.
 

+ Die hCG-Diät propagiert auch viel Trinken und Sport.

- Für die von Simeons aufgestellten Behauptungen existieren kaum seriöse wissenschaftliche Belege.  Der einzige Grund, warum es im Zuge der Behandlung zu einem Gewichtsverlust kommt, scheint die  begleitende strenge Diät von 500 kcal pro Tag zu sein.


Fazit

Spätestens nach zwei Wochen wirkt eine klassische Dauerdiät wie eine große Hungersnot auf unseren  Körper. Deshalb setzt er unseren Stoffwechsel auf Sparprogramm. Die Muskeln schrumpfen, der  Kalorienverbrauch sinkt und macht das Abnehmen so schwierig. Effektiver ist eine dauerhafte Umstellung Ihres Essverhaltens. Eine fett- und kohlenhydratbewusste Ernährung mit reichlich Gemüse,  Obst, Milchprodukten und regelmäßigen Mengen Fleisch, Fisch, Vollkorngetreideprodukten und  Erdäpfeln sowie hochwertigen pflanzlichen Fetten ist ideal. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI)  hat das Angebot der gängigsten Diätprogramme unter die Lupe genommen und kommt zu dem  Ergebnis: „Vieles, was derzeit topaktuell ist, macht eher krank als schlank."

  • Datum 01.04.2016
  • Autor CB

Camilla Burstein, Bakk.phil

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