Diskriminierung aufgrund von Schuppenflechte

Rund 250.000 Österreicher/innen leiden an Psoriasis (Schuppenflechte), einer immunvermittelten Hautkrankheit. Eine aktuelle Patient/innen-Studie2) zu Psoriasis zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Betroffenen in Österreich – 87 % – Diskriminierung und Demütigung aufgrund ihrer Hauterkrankung erlitten haben.

Psoriasis (auch: Schuppenflechte) ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Ursache ist eine Fehlsteuerung im Immunsystem, die zu einer beschleunigten Hauterneuerung führt. Mit etwa 80 % leidet die Mehrheit der Betroffenen unter einer Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris). Diese verursacht Rötungen sowie Schmerzen und Juckreiz auf der Haut. Psoriasis ist nicht heilbar, aber auch nicht ansteckend, und mit den passenden Therapiemethoden meist gut behandelbar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im aktuellen „Global report on psoriasis“ die Schuppenflechte als schwerwiegendes Problem mit rund 100 Millionen betroffenen Menschen weltweit eingestuft.

Das Meinungsforschungsinstitut GfK (Schweiz) hat nun im Auftrag von Novartis im Rahmen einer internationalen Patient/innen-Studie erhoben, welche Auswirkungen die Hautkrankheit auf den Alltag, und welche Bedeutung fast oder vollständig erscheinungsfreie Haut für die Betroffenen hat. Weltweit wurden dazu mehr als 8.300 an Psoriasis erkrankte Menschen befragt. Die Ergebnisse der Umfrage für Österreich weichen zum Teil deutlich vom internationalen Trend ab – positiv wie negativ.

Österreicher sind schlechter informiert

Lediglich 15 % der Befragten in Österreich wissen, was ein PASI-Score ist – jener Index, mit dem der Schweregrad der Erkrankung bestimmt wird. 2, 3 International ist das Wissen darüber fast doppelt so hoch: auch das ist kein zufriedenstellender Wert. Dafür zeigen sich nur 13 % der Österreicher/innen unzufrieden mit ihrer Behandlung, 63 % sind zufrieden (global: 20 % / 56 %).2)

Ab zum Hautarzt

Die Folgen von Psoriasis – deutliche Rötungen und silbrige Schuppung – sind in der Regel für Außenstehende gut sichtbar. Ein wesentliches Ziel für die Patient/innen ist daher das Erlangen einer fast oder vollständig erscheinungsfreien Haut. Allerdings geben 27 % der Österreicher/innen an, nicht mit ihrem Arzt darüber gesprochen zu haben (global: 17 %), weitere 10 % fühlen sich dabei unwohl. Die Konsequenz: Die Zeit, bis fast oder vollständig erscheinungsfreie Haut erlangt wird, ist bei österreichischen Betroffenen weitaus höher als im internationalen Vergleich.


Ein wesentlicher Eckpfeiler der Kampagne ist daher das Informationsportal www.zeighaut.at, das seit dem Start Anfang Juni bereits mehr als 12.000 mal besucht wurde. Interessierte finden dort nicht nur wesentliche Informationen über die Krankheit selbst, sondern auch Leitfäden für die Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Arzt sowie eine Liste der nächstgelegenen Hautärzte.
 

Berufsleben der Betroffenen


Die Erkrankung stellt nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen dar, sondern auch eine hohe volkswirtschaftliche Belastung durch Arbeitsausfälle aufgrund eines Psoriasis-Schubes bis hin zu Arbeitsunfähigkeit. Die Umfrageergebnisse für Österreich zeigten, dass sich knapp die Hälfte (44 %) im Berufsleben durch die Krankheit beeinträchtig sieht. Rund ein Viertel (26 % / global: 41 %) hatte in den letzten sechs Monaten wegen ihrer Psoriasis mindestens einen arbeitsfreien Tag.

Wissensdefizite verstärken die Diskriminierung

Erschreckend ist, dass hierzulande mehr als die Hälfte (53 % / global: 45 %) bereits gefragt wurde, ob die Krankheit ansteckend sei. Dieses und anderes Verhalten wie Anstarren in der Öffentlichkeit bis hin zur Weigerung vom Friseur die Haare zu schneiden und Mobbing verstärkt die Diskriminierung der Betroffenen. Bonitz: „Die Umfrage bestätigt den Aufruf der WHO nach mehr Aufklärung und belegt die Unwissenheit und bestehende Vorurteile mit konkreten Zahlen. Mit unserer Kampagne ‚Zeigen Sie wieder Haut!‘ wollen wir unseren Teil dazu beitragen.“

Download Studie: http://skintolivein.at/psoriasis-umfrage

 

  • Datum 01.07.2016
  • Autor Novartis Pharma GmbH

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Antibiotika: „Kahlschlag“ im Darm

Winterzeit ist Antibiotika-Zeit. So wirksam diese Medikamente sind, bringen sie auch häufig Nebenwirkungen mit sich: Bis zu 49% der Patienten leiden nach der Antibiotika-Einnahme an Durchfall.

hier weiterlesen


Hoher Fleischkonsum senkt Lebenserwartung

Eine neue Studie aus Schweden weist nach, dass hoher Fleischkonsum die Lebenserwartung deutlich senkt – unabhängig davon, wie viel an gesundheitsfördernden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sonst noch gegessen wird.

hier weiterlesen


Stress im Kindesalter verkürzt Lebenszeit

Wenn Kinder vernachlässigt werden, Misshandlungen erleiden oder andere belastende Erfahrungen machen müssen, leiden sie darunter nicht nur akut. Auch im Erwachsenenalter leiden viele Menschen noch unter den Folgen negativer Erfahrungen in der Kindheit.

hier weiterlesen


Influenza-Impfen auch jetzt noch sinnvoll

Die Grippesaison hat heuer so früh begonnen wie seit Jahren nicht. Der Höhepunkt dürfte aber noch nicht erreicht sein. Experten raten auch jetzt noch zur Impfung. Der aktuell zirkulierende Stamm ist im diesjährigen Impfstoff enthalten, die Impfung wirkt.

hier weiterlesen


Apotheker beraten: Gemeinsam rauchfrei 2017

Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr – besonders wenn es um die Gesundheit geht. „Mit dem Rauchen aufhören“ zählt auch 2017 zu den meistgenannten Zielen. Mit der professionellen Unterstützung der Apothekerinnen und Apotheker kann das Vorhaben, sich das Rauchen abzugewöhnen, besser und leichter gelingen.

hier weiterlesen


"Konsument": Bei Versandapotheken Informationsmängel

Seit Juni 2015 dürfen heimische Apotheken rezeptfreie Medikamente online verkaufen. Verbraucherschützer orten bei manchen Versandapotheken Defizite. Bei Apodirekt gehen Sie auf Nummer sicher.

hier weiterlesen