Dungl-Tipp: Hilfe bei schmerzenden Fingern

Psoriasisarthritis ist eine Kombination aus Hauterkrankung und Gelenksentzündung (Arthritis). Die Finger-, Zehen-, Knie- und Sprunggelenke sind am häufigsten betroffen.

Eine Patientin kommt wegen Schmerzen in den Gelenken des Zeigefingers in meine Ordination. Die Gelenke sind diffus geschwollen und druckschmerzhaft. Sie erzählt, dass diese Schwellungen bereits  zum zweiten Mal nach anstrengender Hausarbeit auftreten. Auf genaues Befragen hin schildert sie,  besonders jetzt im Frühjahr unter Schuppen zu leiden. Im Haaransatz finden sich kleine, silbrig  glänzende, leicht gerötete, schuppende Hautareale. Eine Psoriasis wurde bis dato nicht diagnostiziert,  ist jedoch nicht auszuschließen. Klinisch kann eine rheumatische Gelenkserkrankung wie die  Psoriasisarthritis vorliegen, die diagnostisch abgeklärt werden muss.

Das können Sie selbst tun!

 

Wohltuende Moorbäder

Als Erstmaßnahme empfehle ich ihr kühle Moorbäder. In der Apotheke ist hochwertiges Moor für Moorschwebstoffbäder erhältlich. Dieses gibt man am besten in eine Schüssel  und knetet den Moorbrei mit den Händen. Nach 15 bis 20 Minuten kann man das Moor von den Händen  abstreifen und die Hände für die Nachtruhe in ein Handtuch einschlagen. Den Moorbrei stellt man zugedeckt in den Kühlschrank und kann ihn so am nächsten Tag wieder verwenden.

Bewegung hilft

Langsame lockere Bewegungen unterstützen die Regeneration der Gelenke. Wärmen Sie daher Ihre  Muskulatur und Gelenke durch lockeres „Durchbewegen“ gut auf. Durchblutungsfördernde  Muskelcremen mit Kampfer, Latschenkieferöl oder Weihrauch wirken unterstützend, können jedoch ein  aktives Aufwärmen nicht ersetzen. Dazu lassen Sie einen Ball locker kreisen. Schließen Sie die Finger locker zu einer Faust und strecken Sie sie anschließend langsam und bewusst. Gönnen Sie sich Zeit,  bewegen Sie Ihre Muskeln und Gelenke langsam, genießen Sie die Bewegung. Erst die Gelenke  langsam durchbewegen, danach die steifen oder schmerzenden Gelenke reiben. In China sind Gelenke Energiesperren; diese löst man, indem man die schmerzenden Gelenke je 30-mal nach vorne und  rückwärts kreisend fest reibt.

Das „Gelenksöl“

Zum Einreiben der Gelenke ist ein einfaches Öl, das Sie selbst mischen können, aus jeweils 10 Tropfen  Weihrauchöl, Lavendelöl und Melissenöl sowie 100 ml  Johanniskrautöl empfehlenswert. Den betroffenen Finger bzw. den Bereich massieren Sie damit täglich 5 Minuten mit weichen kreisenden  Bewegungen.

Der „Gelenkstee“

Lassen Sie sich ergänzend einen Tee in Ihrer Apotheke mischen: Je 26 g Hagebutte und Weidenrinde sowie je 12 g Birkenblätter, Hauhechelwurzel, Löwenzahnwurzel und Löwenzahnkraut Dieser Tee kann  zur Milderung der rheumatischen Beschwerden 2-mal täglich getrunken werden. Zwei gehäufte Teelöffel der Teemischung werden mit ¼ l siedendem Wasser übergossen und zehn Minuten lang ziehen  gelassen. Zwei Tassen pro Tag sind die richtige Dosierung. Nach etwa vier Wochen muss eine längere  Pause eingelegt werden. Natürlich kann auch die Ernährung unsere Schmerzen beeinflussen. Je frischer und bunter unsere Mahlzeiten sind, desto mehr natürliche Antioxidantien nehmen wir zu uns.  Schmerz induzierende Stoffe können so natürlich reduziert werden.

  • Datum 15.09.2016
  • Autor Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner und Mag. pharm. Claudia Dungl

Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner<p> & Mag. pharm. Claudia Dungl

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