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Dungl-Tipp: Schmerzfrei bewegen

Auch wenn der Winter heuer mild zu sein scheint. Die kalte Jahreszeit ist jene, in der chronische Gelenksprobleme die meisten Beschwerden machen. Gelenke sind nach der Traditionellen Chinesischen Medizin Energiesperren. Immer dann, wenn die Energie nicht richtig fließen kann, kommt es zum Schmerz.

Kohlwickel

Bei Schwellungen und Überwärmungen ist der Kohlwickel wunderbar geeignet. Hierfür einfach die  Blätter von frischem Wirsing oder Weißkraut aus Bioanbau nehmen. Am besten sind die äußeren Blätter, da sie am intensivsten wirken. Die Blätter vom Strunk befreien und mit einer Marmorrolle (oder  einer Glasflasche) solange rollen, bis der Zellsaft austritt. Nun die Blätter dachelziegelartig über das  schmerzende Gelenk legen und mit einem Tuch oder Schal anwickeln. Den Wickel zumindest eine Stunde maximal über Nacht verweilen lassen. Nach dem Entfernen wird das betroffene Hautareal mit  Wasser kurz abgewaschen und mit einem pflegenden Öl (zum Beispiel Olivenöl) eingecremt. Der Wickel kann täglich angewandt werden.

Leinsamenwickel

Der Leinsamenwickel ist bei chronischen Gelenksbeschwerden, die durch Übersäuerung verursacht  werden - zu hoher Fleisch-, Kaffee- und Zuckerkonsum - besonders empfehlenswert. Nehmen Sie vier  Esslöffel Leinsamen und verkochen ihn mit 150 ml Wasser sowie einem Esslöffel Apfelessig zu einem dicken Brei. Noch besser wirkt der Leinsamen übrigens, wenn er frisch geschrotet wird. Verteilen Sie  den warmen Brei auf einem Leinentuch und lassen Sie ihn kurz überkühlen. Nachdem die Temperatur  überprüft wurde, wird das eingeschlagene Tuch noch warm mit einer Frischhaltefolie angewickelt und mit einem Schal oder Frotteehandtuch umhüllt. So verbleibt der Wickel zumindest zwanzig Minuten. Der  Wickel kann ohneweiters täglich über mehrere Wochen angewandt werden. Eine nachhaltige Wirkung  kann allerdings nur durch eine entsprechende Ernährungsumstellung erzielt werden.

 

Heublumensack

Dazu  wird ein Heublumensack mit soviel kochendem Wasser übergossen, dass er gerade bedeckt ist.  Das Wasser nach 5 Minuten abgießen und den Sack gut abtropfen lassen. Den etwa 40 bis 42°C  warmen Heublumensack direkt auf die zu behandelnde Stelle auflegen, abdecken und 40 bis 50  Minuten lang liegengelassen. Da sich im Heu Milben und Mikroorganismen ansiedeln, sollte - sofern  nicht frisches Heu sofort verarbeitet wird - ein fertiger, speziell aufbereiteter Heublumensack aus der  Apotheke verwendet und nur einmal benutzt werden (nicht im akuten Stadium anwenden!) Heu wirkt lokal durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und muskelentspannend. In seltenen Fällen kann die  Verwendung von Heu zu allergischen Hautreaktionen führen.

Schmerzlindernde Öle

Bei vorrangigen Muskelschmerzen mischt man Johannniskrautöl mit Majoran- und Latschenkieferöl,  wärmt es leicht an und legt es in Form eines Ölflecks über Nacht auf. Majoranöl gilt als krampflösend  und entspannend, das Latschenkieferöl ist bekannt für seine antirheumatische Wirkung. Sollte Ihnen  dies alles zu schwierig in der Handhabung sein, so mischen Sie jeweils 10 Tropfen Weihrauch- ,  Lavendel- und Pfefferminzöl stufenweise mit 100 ml Johanniskrautöl. Massieren Sie das Kniegelenk  und die angrenzende Muskulatur täglich 5 Minuten mit weichen kreisenden Bewegungen. Dann wird  sich rasch eine Besserung einstellen.

  • Datum 01.03.2016
  • Autor Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner und Mag. pharm. Claudia Dungl

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