Ernährung bei Schluckstörungen

Durch gewisse Erkrankungen kann der komplexe und halbreflektorische Vorgang des Schluckens gestört werden, man spricht in diesem Fall von einer Schluckstörung oder Dysphagie. Häufige Folgen sind Mangelernährung und Dehydration.

Wissenswertes und praktische Tipps

Dysphagie ist der Fachbegriff für Schluckstörungen – betroffene Personen haben Schwierigkeiten, feste Nahrung oder Flüssigkeit zu schlucken. Es werden zwei Hauptarten unterschieden: die oropharyngeale Dysphagie, die den Mund-Rachen-Raum (hinterer Teil des Halses) betrifft, und die ösophageale Dysphagie, bei der die Schluckstörung im Bereich der Speiseröhre (der vom Hals bis zum Magen führende Muskelschlauch) besteht. Eine Dysphagie kann die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen und zu Unterernährung und Dehydration führen. Die Dysphagie ist gekennzeichnet durch Schmerzen, die während oder nach dem Schluckakt auftreten.

Wie kommt es zu einer Dysphagie?

  • Neurologische Erkrankungen können zu sensorischen Problemen in der Mundhöhle oder im Rachen führen, die eine Dysphagie auslösen.Fast jeder zweite Schlaganfallpatient leidet in der Akutphase an einer Dysphagie, nach 6 Monaten ist  noch etwa jeder zehnte von Schluckstörungen betroffen.

 

  • Dysphagie kann auch nach einer Operation im Kopf-Hals-Bereich auftreten. Das Ausmaß der Schluckstörung hängt von der Lage des Tumors und dem Umfang des chirurgischen Eingriffs ab.

 

  • Die dritte Gruppe besteht aus Patienten mit Presbyphagie, d.h. Dysphagie als Folge des normalen Alterungsprozesses.


Mögliche Folgen eines Nährstoff- und Flüssigkeitsmangels bei Dysphagie:

  • Gesteigertes Infektrisiko
  • Erhöhte Mortalität, die signifikant mit einem schlechten Ernährungszustand korreliert
  • Längere Krankenhausverweildauer
  • Längere Rekonvaleszenz

 

Behandlung

•    Schluckrehabilitation
Die Schluckrehabilitation besteht aus physiotherapeutischen Übungen, die darauf zielen, bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen zu trainieren. Solche Übungen können zum Beispiel die Funktion der Zungenmuskeln verbessern.


•    Kompensatorische Strategien

Die Patienten lernen, wie sie beim Essen und Trinken Probleme (wie Verschlucken und Husten) vermeiden können. Kompensatorische Strategien zielen in der Regel auf eine geänderte Position des Kopfes beim Schlucken oder auf die Anwendung spezieller Schlucktechniken.


•    Ernährung

Eine dritte Option besteht in der Veränderung bestimmter Parameter der Patientenernährung. Es kann festgestellt werden, welche Konsistenzen und Mengen der Patient ohne Probleme schlucken kann. Mittlerweile werden auch gebrauchsfertige „angedickte“ Getränke für Dysphagie-Patienten angeboten. Außer der Nahrungsmittelkonsistenz kann auch die Temperatur angepasst werden. Bekanntermaßen reagieren die Rezeptoren in der Mundhöhle und im Rachen, die den Schluckreflex auslösen, stärker auf kältere Stimuli. Deshalb wird oftmals angeraten, die orale Ernährung mit kalter Nahrung, wie Eiswasser, gekühltem Pudding usw. zu beginnen3.
 

 

Tipps für die Essenszubereitung


Wenn Sie eine Mahlzeit mit mehreren Komponenten zubereiten, (z. B. Fleisch, Kartoffeln und Karotten), pürieren Sie diese separat und richten Sie sie auch separat auf dem Teller an. So erreichen Sie, dass Geschmack und Farbe der einzelnen Komponenten einer "regulären" Mahlzeit so ähnlich wie möglich sind.

Angedickte Speisen und Getränke können gekühlt, eingefroren und wieder aufgewärmt werden. Viele Menschen machen es sich etwas einfacher, indem sie Mahlzeiten, die sie relativ oft essen, gleich fertig portioniert zubereiten und die nicht sofort verbrauchten Portionen einfrieren.

Brot und andere aus Getreide hergestellte Nahrungsmittel wie z. B. Kekse und Kuchen stellen ein besonderes Problem für Dysphagie-Patienten darf. Die "körnige" Struktur dieser Nahrungsmittel hat zur Folge, dass sie sehr schwer zu schlucken sind.
 
 

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