Dungl-Tipps gegen emotionale Belastung

Frau P. ist viel arbeiten gewöhnt. Morgens schon während des Frühstücks Mails checken, in der Arbeit jagt ein Termin den anderen und abends warten Haushalt und Kinder. All das war bisher kein Problem – immer gut gelaunt und strahlend erledigt sie alle Anforderungen…

Doch plötzlich war alles anders – ihre Firma wechselte den Eigentümer, gewohnte Strukturen wurden  aufgebrochen, ihre Entscheidungsgewalt ging verloren. Trotz, dass ihr Arbeitsplatz nicht gefährdet war,  hatte sie plötzlich Probleme. Immer wiederkehrende innere Unruhe, kalter Schweiß, Herzrasen,  Schlafstörungen waren die Folgen. Neben einer Umstellung der Ernährung mit hochwertigen, selbst  zubereiteten Energiebringern, gab ich ihr auch den einen oder anderen Tipp um die plötzlich auftretenden Symptome besser zu meistern.

Die Summe dieser Symptome wird in Fachkreisen als  Panikattacke bezeichnet. Stress und mentale Überlastung begünstigen diese. Auch Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation und ein schwaches soziales Netz scheinen eine Rolle zu spielen. Bei 80  bis 90 Prozent der Betroffenen trat kurz vor Beginn der Panikstörung ein belastendes Ereignis auf, zum  Beispiel ein Trauerfall, eine Trennung oder eine schwere Erkrankung. Ängste gehören zum Leben. Sie  treten in den unterschiedlichsten Situationen auf, „warnen“ vor drohenden Gefahren und erfüllen so eine  wichtige Schutzfunktion. Angst und ihre körperlichen Reaktionen werden durch Stresshormone ausgelöst. Ein Teil des vegetativen Nervensystems – der Sympathikus verhilft dem Körper kurzfristig zu  Höchstleistung. Alle notwendigen körperlichen Vorgänge für Kampf und Flucht werden aktiviert. Nach  kurzer Zeit setzt der Gegenspieler Parasympathikus ein und lässt uns wieder zur Ruhe kommen.  Krankhaft wird die Reaktion, wenn Menschen in eigentlich ungefährlichen Situationen übertriebene Angstgefühle erleben, die sie sich selbst nicht erklären können. Deshalb gilt es möglichst rasch zu reagieren.

Entschärfen Sie unangenehme Situationen durch Atemtraining. Bei richtiger Bauchatmung senken wir  den Stresspegel des Körpers. Das Atemzugvolumen erhöht sich, der Sauerstoffanteil im Blut wird  verbessert, die Versorgung der Peripherie erhöht. Als Folge steigt die Körpertemperatur in den  Extremitäten um bis zu 0,5°C, unsere Mitochondrien erleiden weniger oxidativen Stress und unser  Parasympathikus kann besser gegensteuern. Um zu guter Bauchatmung zu kommen, einfach abends  in Ruhe übern. Gute entspannende Musik einschalten, Hände unter dem Nabel auf den Bauch legen,  tief durch den Mund ausatmen und in Folge durch die Nase einatmen. Beim Ausatmen senkt sich der  Bauch, beim Einatmen hebt er sich. Dies einige Minuten wiederholen. Nach einigem Training könne Sie  Bauchatmung auch aktiv bei Stresssituationen einsetzen.

Häufig sind Angststörungen von unerklärlichem Herzrasen begleitet. Hier hat sich das Herzgespann,  Leonurus Cardiaca, bewährt. Studien belegen eine immunmodulierende, hypoglykämische und  Herz-Kreislauf-stabilisierende Wirkung, welche auf die enthaltenen Iridoide zurückzuführen ist. und wird besonders bei Beklemmungsgefühl mit  Schlafstörungen eingesetzt. Unterwegs lassen sich  homöopathische Globuli gut verabreichen. Umfassender kann Herzgespann aber in Teemischungen Anwendung finden. Hier kombiniert man diese Heilpflanze zum Beispiel mit Löwenzahnwurzel, Melisse  und Passionsblume. Selbstverständlich sollte bei längerem Anhalten von Angststörungen fachliche Hilfe durch einen Psychotherapeuten in Anspruch genommen werden.

  • Datum 28.09.2016
  • Autor Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner und Mag.pharm. Claudia Dungl

Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner<p> & Mag. pharm. Claudia Dungl

Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner &
Mag. pharm. Claudia Dungl

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