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Chronisch entzündlicher Rückenschmerz

Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer 1 und können vielfältige Ursachen haben. Bei länger andauernden Schmerzen gerade im jungen Alter ist gleichermaßen die Wachsamkeit von Betroffenen, Ärzten und auch Apothekern gefragt. Fünf Jahre dauert derzeit eine Diagnosestellung – zu lange.

Etwa 60.000 Österreicher leiden an einer entzündlichrheumatischen Form des Rückenschmerzes, doch nur ein Viertel davon ist diagnostiziert. Damit leiden knapp 45.000 an der Erkrankung, ohne davon zu wissen. Ein wichtiger Anlass für mehr Aufklärungsarbeit zum Thema Rückenschmerz, sind sich die Experten einig. Dieser chronisch entzündlichen Rückenschmerz ist ein Merkmal der axialen Spondyloarthritis.
 

Betroffen: Junge Erwachsene mitten im Leben

 

Wenn junge Menschen unter Rückenschmerzen leiden, werden diese oft schlechter Körperhaltung und fehlender Bewegung zugeschrieben. Dass auch eine rheumatische Entzündung die Ursache sein kann, wird heute kaum bedacht. „Die axiale Spondyloarthritis ist eine rheumatisch-entzündliche Erkrankung  der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbeingelenke. Die ersten Symptome dieser Erkrankung treten oft in jungen Jahren auf. Nach dem 40. Lebensjahr ist ein Auftreten der Beschwerden eher selten. Frauen und Männer können gleichermaßen betroffen sein,“ erklärt Prof. Dr. Joachim Sieper, Leiter der  Rheumatologie der Charité Universitätsklinik Berlin.

Die Erkrankung kann mild sein, sie kann aber auch in Schüben verlaufen und sehr kräftezehrend sein. „Abhängig vom Grad der Entzündung haben chronisch entzündliche Rückenschmerzen starken Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen. Sie fühlen sich oft müde, schwach und können ihren Alltag nicht wie gewohnt meistern. Gerade in oft stressigen beruflichen und familiären Situationen ist der  Leidensdruck besonders groß. Hinzu kommt nicht selten die Angst vor Invalidität”, ergänzt Rheumatologe OA Doz. Dr. Johannes Grisar.
 

Signale  frühzeitig erkennen


Zu den auffälligsten Symptomen der axialen Spondyloarthritis zählt die Morgensteifigkeit in der Lendenwirbelsäule und im Bereich des Beckens. Die Schmerzen bessern sich bei Bewegung und verschlechtern sich im Ruhezustand. Die Rückenschmerzen werden oft von einer Uveitis (Regenbogenhautentzündung) oder anderen Formen der Arthritis wie z.B. geschwollenen Kniegelenken begleitet. „Falls ein Betroffener unter diesen Beschwerden leidet, sollte er sich umgehend an seinen Hausarzt wenden, um eine Überweisung zum Rheumatologen zu bekommen“, betont Prof. Sieper. „Denn die Früherkennung ist entscheidend. Wird die Entzündung früh erkannt und kontrolliert, behält der Betroffene seine Mobilität und seine Lebensqualität. Bleibt die Erkrankung jedoch unentdeckt, kann es zu Verknöcherungen der Wirbelsäule kommen.“

Vernetzte Zusammenarbeit für eine raschere Diagnose


Fünf Jahre dauert derzeit eine Diagnosestellung – zu lange, meinen die Experten. Besonders in der Frühphase können die Symptome noch sehr unspezifisch sein, weshalb die Erkrankung oft viele Jahre unentdeckt bleibt. „Viele Betroffene behandeln ihre Krankheit zu Beginn mit Medikamenten aus der Hausapotheke oder klassischen Hausmitteln. Mit der Hoffnung auf baldige Besserung schleppen sie sich durch den Tag und erkennen die Anzeichen im Stress des Alltags oft nicht“, so Orthopäde Dr. Hans-Peter Holzapfel.
Zur frühzeitigen Abklärung ist die Wachsamkeit des Patienten genauso wichtig wie ein gutes Zusammenspiel zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen – Praktische Ärzte, Orthopäden, aber auch Physiotherapeuten und Rheumatologen müssen hier eng zusammenarbeiten.  Durch ein gutes interdisziplinäres und aufmerksames Ärzte-Netzwerk, kann die Diagnosedauer deutlich verkürzt werden.

„Eine optimale Therapie basiert auf einer Kombination aus medikamentöser und physikalischer Behandlung. Dabei kommen Entzündungshemmer, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Im Fall, dass diese bei einem Patienten nicht zu den gewünschten Verbesserungen führen, stehen Biologika in Form von TNF-Blockern zur Verfügung“, erläutert Prof. Dr. Joachim Sieper. Zur  Verbesserung beziehungsweise Erhaltung der Bewegungsfähigkeit hilft eine begleitende physiotherapeutische Behandlung.
 

 

 

Infografik Copyright AbbVie

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Camilla Burstein, Bakk.phil

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