zurück

Durchbruch bei Erdnussallergie?

Ein kleiner Snack und schon folgen Pusteln und Atembeschwerden bis hin zum Kreislaufkollaps. Die Erdnussallergie zählt zu den gefährlichsten Lebensmittelallergien überhaupt. Doch bald könnte die kleine Erdnuss ihren Schrecken verlieren – dank australischen Forschern.

Ob in Schokoriegeln, Flips oder Brotaufstrichen – Erdnüsse sind in vielen Lebensmitteln erhalten. Erdnussallergiker müssen also die Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau unter die Lupe nehmen, bevor sie sich einen Snack erlauben.

Doch vielleicht können Allergiker schon bald ganz ohne Sorgen salzige Erdnüsse knabbern: An einer doppelverblindeten Studie nahmen 62 Kinder mit einer Erdnussallergie teil. Über 18 Monate erhielten die Kinder entweder ein Plazebo oder ein probiotisches Milchsäurebakterium, Lactobacillus rhamnosus, in Verbindung mit einer steigenden Dosis Erdnussproteinen. Das erstaunliche Ergebnis: 80 Prozent der Kinder, welche die Immuntherapie erhielten, konnten im Anschluss Erdnüsse essen - im Vergleich zu weniger als 4 Prozent in der Plazebogruppe. Die Immunologen vom Murdoch Childrens Research Institute veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin "The Journal of Allergy and Clinical Immunology".

Mimi Tang, Hauptautorin der Studie, zeigte sich begeistert von den Ergebnissen: "Es sieht so aus, als seien wir in der Lage, die allergische Reaktion des Immunsystems auf Erdnüsse zu verändern." Dies könnte der erste Schritt auf dem Weg zu einer effektiven Behandlung von Erdnussallergie sein, so die Wissenschaftler um Tang. Jetzt sollen weitere Studien zeigen, ob der Effekt langfristig erhalten bleibt.
 

  • Autor © laborwelt.de/um