Ernährung aus Knochensicht

Der Knochen ist ein in seiner Struktur komplex aufgebautes Organ.Eine Ausgewogenheit der Ernährung hat damit wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Entstehung der Osteoporose als derzeit bewusst ist.

Der Knochen als zentrales Organ


Es ist bekannt, der Knochen braucht Kalzium. Etwa 99% des gesamten Körperkalziums ist im Knochen gespeichert und für die Dichte und Festigkeit maßgeblich verantwortlich. Jedoch der Weg von der Nahrungsaufnahme bis zum Knochen ist lang und hängt von vielen Faktoren ab. Ein Großteil des Nahrungskalziums wird über den Darm ausgeschieden.

Unter anderem ist die physiologische Magensäure für die Kalzium-resorption wichtig. Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium in den Blutkreislauf und hemmt die Ausscheidung von Kalzium durch die Nieren. Komplexe Mechanismen sind für die Zusammenhänge zwischen Osteoporose und Gefäßverkalkung verantwortlich.


Kalzium ist jedoch nur ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Für den Aufbau und die Erhaltung der Knochenmasse sind neben Kalzium  Proteine, die Vitamine D, K, B6, B12, Folsäure, sowie Magnesium und Zink essenziell.

 


Unter- und Übergewicht


Eine ausgewogene Ernährung, Energiezufuhr und damit Erhaltung eines normalen Körpergewichts (Body Mass Index, BMI, 20 bis 25kg/m2) und etwas mehr, sind für einen gesunden Knochen optimal.

Untergewichtigkeit, d.h. ein BMI < 20kg/m2 ist ein bekannter Risikofaktor für den Knochen. Bei Patientinnen oder Patienten mit Anorexia nervosa oder Bulimie können schon in jungen Jahren Osteoporose bedingte Frakturen auftreten.  Aber auch extremes Übergewicht, das nicht selten mit Diabetes mellitus und gestörtem Fettstoffwechsel vergesellschaftet ist, beeinträchtigt den Knochen negativ und erhöht dessen Fragilität. 

Neue Forschungsergebnisse fanden heraus, dass dem Zentralnervensystem für den gesamten Stoffwechsel des Körpers eine bedeutende Rolle zukommt. Dies betrifft den Knochenumbau, Veränderungen im Fettgewebe und die Insulinsekretion aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Physiologisch ist der Knochen ein unverzichtbarer Bestandteil  des Stoffwechsels. Paradoxer Weise haben stark übergewichtige, adipöse Menschen eine hohe Knochendichte, jedoch auch ein hohes Frakturrisiko. Bei Diabetikern aller Typen ist das Knochenbruchrisiko unabhängig von der Knochendichte um ein vielfaches erhöht. Gewichtsreduktion ist bei stark Übergewichtigen oft die einzige Möglichkeit zur Heilung sämtlicher Komorbiditäten. Jedoch kann vor allem eine rasche Gewichtsreduktion erhebliche Gesundheitsrisiken auch für den Knochen bergen. Eine sehr neue Methode ist die bariatrische Chirurgie.

  • Datum 06.10.2015
  • Autor medservices.at

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