Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes

Die heute, Mittwoch, im Nationalrat beschlossene Gesetzesänderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes erlaubt die Eizellspende, die Samenspende bei der IVF und die Präimplantationsdiagnostik in bestimmten Fällen.

Laut Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz, war die Novelle überfällig: „Die Fertilitätsmedizin hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark weiterentwickelt und ist heute sehr etabliert und sicher. Dem trägt das Gesetz nun Rechnung.“ Dass Frauen im fruchtbaren Alter zukünftig Eizellspenden erhalten dürfen, dass lesbische Paare Samenspenden in Anspruch nehmen können und heterosexuelle Paare diese Möglichkeit als Teil einer IVF Behandlung haben, bewertet Strohmer sehr positiv: „Das Gesetz bringt uns auf europäisches Niveau. Die Gesetzesänderung bringt für viele Paare eine große Erleichterung, die Strapazen Behandlungen im Ausland durchführen zu lassen, gehören nun der Vergangenheit an.“

Die Neuerungen kommen allerdings in eingeschränkter Form: Die Eizellspende wird mit einem Alterslimit von 30 Jahren für die Spenderin und 45 Jahren für die Empfängerin zugelassen. Strohmer sieht keinen Dammbruch: „Die Eizellspende wird sich voraussichtlich auf die Bekannten- und Verwandtenspende beschränken. Wir rechnen mit keinem Patientenansturm.“
Auch die in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) begrüßt Strohmer: „Der Gesetzgeber hat aus unserer Sicht eine gute Entscheidung getroffen, die PID restriktiv zuzulassen.“ Im Gegensatz zur öffentlichen Darstellung wird die PID in dieser Form zu keiner Selektion von lebensfähigen Embryonen führen, sondern ermöglicht, dass keine nicht-lebensfähigen Embryonen eingesetzt werden. „Paaren mit einer besonders belastenden Ausgangssituation, mit schweren Erkrankungen oder multiplen Aborten, wird viel Leid erspart werden.“

Mit großem Interesse sieht der Leiter des Kinderwunschzentrums der Entscheidung über die Kostenübernahme entgegen: „Die Finanzierung wird natürlich von großem Interesse für die Betroffenen sein“, führt Strohmer aus. Wird die Eizellspende und PID keine Leistung des IVF-Fonds, fürchtet Strohmer, dass nur Besserverdienende wirklich von der Gesetzesänderung profitieren werden.