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Frauen häufiger von Herz-Kreislauf-Tod betroffen

Frauen sterben hierzulande im Alter häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Denn Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht scheinen sie stärker zu beeinflussen, zeigen wissenschaftliche Ergebnisse.

Frauen erleiden zwar seltener einen Herzinfarkt als Männer. Todesfälle durch Herzschwäche kommen jedoch doppelt so häufig vor. An den Spätfolgen von Bluthochdruck auf das Herz sterben Frauen sogar dreimal häufiger als Männer. „Auf geschlechtsspezifische Risikofaktoren allein lassen sich diese Unterschiede nicht zurückführen“, sagt Professor Dr. med. Martin Hausberg, der Deutschen Hochdruckliga Karlsruhe.
 

Die Wechseljahre

Denn die meisten Erkrankungen treten erst nach den Wechseljahren auf. Dann nehmen viele Frauen zu. Dabei zeigen neue Studien, dass gesunde Ernährung und Bewegung für Frauen sogar mehr Schutz bieten als für Männer. Professor Hausberg betont: „Hier wäre eine stärkere Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig und nachgewiesenermaßen wirksam“. Auch Rauchen scheint Frauen mehr zu schaden als Männern. Dies könnte nach Einschätzung des Experten an einer höheren Empfindlichkeit der Schleimhaut in den Atemwegen liegen, aber auch an unterschiedlichen Rauchgewohnheiten liegen: „Frauen fällt es insbesondere im Alter schwerer, das Rauchen aufzugeben“, erläutert Prof. Hausberg aus Karlsruhe.

In der Behandlung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es schwer erklärbare Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Ärzte verordnen Frauen häufiger harntreibende Mittel, Diuretika und Betablocker zur Hochdrucktherapie. Mittel gegen hohe Cholesterinwerte bleiben dagegen eher Männern vorbehalten.

Der Bluthochdruck

Und auch den Bluthochdruck betreffend – als ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall – unterscheiden sich Männer und Frauen deutlich. Jüngere Frauen haben zwar seltener einen erhöhten Blutdruck als Männer. Im Alter kehrt sich das Verhältnis jedoch um. Sie sind dann auch stärker von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. „Eine rechtzeitige Diagnose der Hochdruckerkrankung ist deshalb bei Frauen besonders wichtig“, sagt Professor Hausberg. Er empfiehlt neben der Messung des Blutdrucks zu Hause auch die ärztlich angeleitete 24-Stunden-Messung, um zusätzliche Anhaltspunkte für die Therapie zu erhalten.