Tipp vom Apotheker: Vorsicht bei Freizeitdoping!

So mancher Hobbysportler macht es den Profis nach und setzt auf Mittel zur Verbesserung seiner Leistungsfähigkeit, darunter auch rezeptfreie Arzneimittel.

Das beginnt bei Vitaminen und Magnesium, geht je nach Sportart über (rezeptpflichtige) Gewichtsreduktionsmittel oder Muskelaufbaupräparate, Schlaf- und Beruhigungsmittel bis zu illegalen Mitteln wie Amphetaminen und Erythropoetin (EPO) vom Schwarzmarkt.

Insbesondere Marathonläufer wollen dabei über die Schmerzgrenze hinaus laufen und nehmen prophylaktisch Schmerzstiller ein wie Ibuprofen oder Diclofenac. Das Risiko von akuten Magen- und Darmblutungen und Nierenschäden nehmen sie dabei, meist aus Unwissenheit, in Kauf. Besonders gefährlich wird es für die Niere, wenn der Läufer zu wenig trinkt!

Tipp vom Apotheker

Die Gruppe der so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) mit Diclofenac und Ibuprofen als bekannteste darf nur in der niedrigen Dosierung zum Einsatz kommen. Bei prophylaktischer Einnahme drohen Überlastungsschäden an den Gelenken!

Ebenfalls prophylaktisch verwenden Langstreckenläufer gern das Durchfallmittel Loperamid. Denn der belastungs-induzierte Durchfall betrifft bis zu 50 % der Langstreckenläufer – je länger die Strecke, desto häufiger. Hier ließe sich besser vorbeugen, wenn die Sportler zum Beispiel nicht zu viel Magnesium einnehmen, möglichst noch zwei bis drei Stunden vor dem Lauf essen, und zwar eher ballaststoffarme Kost wie Weißbrot und Nudeln als Müsli oder Vollkornprodukte.

  • Autor Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

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Dr. Klement ist Pharmazeut und Heilpflanzenspezialist. Ständiger Mitarbeiter bei der Österreichischen Apotheker-Zeitung ÖAZ, Kronenzeitung, Ärztekrone, Apothekerkrone. Mitarbeit bei der Apothekenfortbildung.

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