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Trainingseinheiten für graue Zellen

Milliarden Nervenzellen arbeiten in unserem Gehirn eng zusammen. Wer sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, bleibt länger geistig fit. Pflanzliche Arzneimittel aus Ihrer Apotheke leisten einen wichtigen Beitrag, um hierbei zu unterstützen.

Derzeit gibt es in Österreich schätzungsweise 115.000 bis 130.000 Menschen mit Demenz, berichtet das Bundesministerium für Gesundheit. Mit zunehmendem Alter steigen auch die Risiken.  Wissenschafter haben noch längst nicht alle Hintergründe dieser komplexen Krankheiten entschlüsselt.  Sie gehen nach aktuellem Stand der Forschung vom Zusammenspiel unseres Erbguts mit dem Lebensstil aus. Damit haben wir einige Trümpfe im Ärmel, um bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben.

Gut essen, gut trinken

Unser Gehirn kann nur richtig arbeiten, wenn es ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt  wird. Ernährungswissenschafter raten deshalb, auf ausreichend viel Flüssigkeit zu achten. Ideal sind  Mineralwässer, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen. Unser Tipp: Um die Trinkmenge von zwei  Litern pro Tag zu erreichen, bietet es sich an, schon am Morgen Getränke bereitzustellen. Das ist vor  allem bei Senioren wichtig, sollte das Durstgefühl nur schwach ausgeprägt sein. Genauso wichtig ist  die ausreichende Versorgung mit Glucose. Unser Gehirn verbraucht nahezu ein Viertel des  ausgenommenen Zuckers. Stehen Produkte mit Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Naturreis, Obst und  Gemüse auf Ihrem Speiseplan, ist die langfristige Zufuhr von Glucose gesichert. Weißmehlerzeugnisse und Süßigkeiten führen zu hohen Blutzuckerspitzen, können aber als Folge eine Unterzuckerung  auslösen.

Damit nicht genug: Kanadische Wissenschafter untersuchten im letzten Jahr, welchen Effekt  Diäten mit viel Obst, Gemüse, Nüssen, Eiweiß aus Soja sowie mehr Fisch als Fleisch haben.  Studienteilnehmer, die sich gesund ernährten, hatten ein um 24 Prozent geringeres Risiko, geistig  abzubauen – verglichen mit der ungesunden Lebensweise. Neurologen aus New York fanden sogar  Unterschiede beim Gehirnvolumen. Einmal mehr punktete mediterrane Kost. Bleiben noch essenzielle  Aminosäuren, die wir über unsere Nahrung zuführen müssen. Arginin leistet einen Beitrag zur Gehirnentwicklung, Glutamin steigert die Gedächtnisleistung, und aus Tryptophan entstehen wichtige  Botenstoffe. Da die meisten Österreicherinnen und Österreicher eher zu viel als zu wenig Eiweiß  aufnehmen, sind Mangelerscheinungen recht selten.

Power aus Pflanzen

Apropos Ernährung: Einige Lebensmittel haben es in sich. Heidelbeeren enthaltenen Flavonoide. Das  sind sekundäre Pflanzenstoffe. Sie geben vielen Obstsorten und Beerenfrüchten ihre typische Farbe.  Unser Gehirn unterstützen diese Moleküle beim Abbau abgestorbener Zellen. Frische Früchte stärken  die kognitive Leistung, stellten britische Neurobiologen fest. Außerdem sorgen Zwiebeln, Lauch und  Knoblauch für eine gute Durchblutung und schützen vor Ablagerungen in Blutgefäßen. Standardisierte  Ginkgo- Extrakte (Ginkgo biloba) aus der Apotheke haben sich zur Behandlung von  Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen  bewährt. Bei Menschen, die nachweislich an einer Demenz leiden, verbessert sich die kognitive Leistungsfähigkeit. Betroffene finden sich im Alltag etwas besser zurecht. Aber schon bei leichten  Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung, wie sie im Alter typischerweise vorkommen, kann sich ein  Versuch mit dem pflanzlichen Arzneimittel lohnen. Zum Hintergrund: Ginkgo-Extrakte schützen  Gehirnzellen, verbessern aber auch die Durchblutung unseres Denkorgans. Weitere Pflanzen aus der  Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind Engelwurz (Angelica sinensis) und Echter Ginseng (Panax ginseng). Vergessen Sie nicht, dass  pflanzliche Arzneistoffe eine ausgewogene Ernährung  ergänzen, aber niemals ersetzen. Von frischem Obst und Gemüse profitiert auch der Verstand!

Wenn  Körper und Geist joggen

Genauso wichtig wie Speisen, Getränke und Heilpflanzen ist regelmäßige Bewegung. Forscher der  Universität Göteborg haben dies wissenschaftlich nachgewiesen. Ihnen ist es gelungen, durch mehr   Sport die Lernleistung von Schülern deutlich zu verbessern. Ihre Ergebnisse sind für alle Altersgruppen  relevant. Neben körperlichem Training freut sich auch unser Gehirn über ein spezielles Workout. Die Datenlage bleibt zwar unübersichtlich. Manche Studien kommen zum Ergebnis, dass Gehirnjogging  positive Auswirkungen hat, andere Untersuchungen finden keine Belege. Tatsache ist, dass abhängig  von der Methode immer eine spezielle Fähigkeit geschult wird. Wer beispielsweise viele Sudokus löst,  ist fit, falls es um die Rätsel geht – aber nicht unbedingt in anderen Bereichen. Experten raten deshalb,  unterschiedliche Methoden zu kombinieren. Merken Sie sich Ihre Besorgungen, anstatt Einkaufszettel zu  schreiben. Lösen Sie Rechenaufgaben im Kopf oder spielen Sie Schach. Es braucht keine teuren  Programme, um Ihre kleinen grauen Zellen auf Trab zu halten.


 

  • Datum 27.04.2016
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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