Rheumatische Beschwerden schränken den Lebensstil stark ein
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Arthritis & Arthrose

Gelenkschmerzen sollten nie übergangen oder gar akzeptiert werden! Im Beratungsgespräch ist die Einschätzung des Apothekers wichtig – Selbstmedikation oder doch Arztbesuch? Längst weiß man, dass Gelenksbeschwerden keine unumgängliche Alterserscheinung sind.

Wenn die Gelenke schmerzen..

Der Bewegungsapparat des Menschen besteht aus verschiedensten Komponenten, die einen  reibungslosen Ablauf gewährleisten sollen. Dazu gehören Knochen, Gelenke, Bänder, Knorpel, Menisken, Schleimbeutel, Muskeln und Sehnen. Speziell Gelenkserkrankungen sind weitverbreitet. Unterschieden werden entzündliche (Arthritis, Gicht) und nicht-entzündliche Gelenkserkrankung (Arthrose).


ANATOMIE EINES GELENKS
Gelenk ist nicht gleich Gelenk. Bei Gelenken wird unterschieden zwischen »echten« und »unechten« Gelenken. Die unechten Gelenke werden auch Synarthrosen, Fuge oder Hafte genannt. Bei ihnen sind zwei Knochen über ein Füllmaterial miteinander verbunden. Synarthrosen ermöglichen nur eine geringe Bewegung. Dies ist zum Beispiel bei den Schädelfontanellen eines Neugeborenen oder bei den Bandscheiben der Fall. Bei den echten Gelenken, die auch Diarthrosen genannt werden, sind die Knochen durch einen Gelenkspalt voneinander getrennt.
Zwar sind nicht alle Gelenke gleichartig aufgebaut, es gibt aber einen charakteristischen Aufbau, den alle Gelenke gemeinsam haben. Dazu gehören zum Beispiel Gelenkkopf, Gelenkpfanne, Knorpel, Gelenkkapsel, Gelenkbänder und die Membrana synovialis. Diese »Haut« sondert die Synovialflüssigkeit ab, die den Gelenkspalt ausfüllt und als Gleitmittel dient.


GELENKSERKRANKUNGEN
 

Arthritis (Gelenksentzündung)

Die häufigste Form der Arthritis ist die entzündlich-rheumatische Erkrankung rheumatoide Arthritis, kurz Rheuma genannt. Am häufigsten sind kleine Gelenke wie Finger- und Fußgelenke betroffen. Die Entzündung geht meist mit einer Schwellung und Überwärmung einher und kann akut oder chronisch sein. Betrifft sie mehrere Gelenke spricht man von einer Polyarthritis. Für eine Arthritis sind entweder
Bakterien oder eine Störung der körpereigenen Abwehr verantwortlich. Manchmal führt auch eine Arthrose zu Gelenksentzündungen. Typisch für die Arthritis sind Gelenksschmerzen, außerdem kann sich auch Flüssigkeit im Gelenk sammeln.

Therapie: Eine gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt reicht meistens schon aus, um eine Diagnose zu stellen, zusätzlich kann auch eine Blutuntersuchung Aufschluss geben, ob eine Arthritis vorliegt. In der Therapie rheumatischer Beschwerden geht es einerseits um die Hemmung der Entzündung sowie andererseits um die Linderung der dadurch bedingten Schmerzen.
Je nach Ursache der Arthritis erfolgt die Behandlung. Bei einer bakteriellen Arthritis werden Antibiotika und entzündungshemmende Schmerzmittel (nicht steroidale Antirheumatika = NSAR) eingesetzt. Bei schweren chronischen arthritischen Erkrankungen wird Kortison angewendet, ansonsten Präparate wie Gele, Cremes, Salben, Lotionen oder Pflaster. Auch bestimmte Wirkstoffe aus dem Bereich der
Arzneipflanzen können gute Erfolge erzielen – die Teufelskralle etwa verfügt über entzündungs- und schmerzlindernde Eigenschaften. Auch die wilde Hagebutte kann dazu beitragen, Entzündungsreaktionen in den Gelenken abzuschwächen.Wichtig bei der Behandlung ist eine konsequente Bewegungstherapie, oft unterstützt durch Kälteanwendungen.

Gicht

Gicht ist eine Form von Arthritis und kann plötzliche Anfälle mit brennenden Gelenkschmerzen und Steifheit sowie Schwellungen an Gelenken verursachen. Wird die Gicht nicht behandelt, so können schmerzhafte Gichtanfälle immer wieder auftreten. Die Ursache der Stoffwechselerkrankung ist ein Überschuss an Harnsäure im Körper. Dieser Harnsäureüberschuss im Blut führt zur Bildung kleiner Harnsäurekristalle, welche sich an vielen Stellen im Körper ablagern, vor allem an den Gelenken. Diese Kristalle können Gelenke stark beschädigen. Des Weiteren kann chronische Gicht zu Niereninsuffizienz und zur Bildung von Nierensteinen führen. Ungeachtet einer genetischen Vorbelastung können Patienten durch die richtige Behandlung und eine gelenkschonende Ernährung für Besserung sorgen. Betroffene sollten den Konsum von purinhaltigen Nahrungsmitteln wie tierisches Eiweiß sowie
Zucker und Alkohol unbedingt reduzieren. Zur Behandlung der Akuterscheinungen aber auch gegen die Beschwerden der der chronischen Gicht sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
notwendig. Zusätzlich empfiehlt sich die lokale Kältetherapie.


Arthrose (Gelenksverschleiß)

Arthrose ist eine Gelenkserkrankung, die zu den rheumatischen Krankheiten zählt. Das Gelenk fühlt sich hier meist steif und kalt an. Arthrose zählt zu den degenerativen Formen, das heißt, sie zeichnet sich durch eine Abnutzung des Gelenkknorpels und einen Knorpelverschleiß aus. Diese Abnutzung entsteht durch Umbauprozesse im Knorpelgewebe beziehungsweise Überbelastung und gehört zu den
häufigsten Ursachen für Gelenksprobleme. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht ist Arthrose aber keine »normale Alterserscheinung«, sondern eine Erkrankung, die sich behandeln lässt.
Beim gesunden Menschen sind der Gelenkskopf und die Gelenkspfanne mit einer elastischen Knorpelmasse überzogen. Dieser Knorpel fungiert als Stoßdämpfer und ist für die reibungslosen Bewegungen der Gelenke verantwortlich. Da der Knorpel keine eigenen Gefäße und Nerven besitzt, werden seine Zellen über die Gelenksflüssigkeit ernährt. Damit die Nährstoffe die Knorpelzellen erreichen, ist Bewegung nötig. Unbehandelt kann der Abbau von Knorpelsubstanz bei Arthrose so weit gehen, dass die Knochen im Gelenk direkt aneinander reiben. Mit gezielten Therapiemaßnahmen kann dem Knorpelabbau aber ein Riegel vorgeschoben werden.

Therapie: Die Beschwerden beginnen bei Arthrose in der Regel langsam und steigern sich allmählich. Wichtig ist, auf erste Signale zu achten und möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.
Die nicht-medikamentösen Therapien umfassen physikalische Maßnahmen und eine Lebensstilanpassung. Übergewichtige Patienten sollten versuchen, ihr Gewicht zu reduzieren und eine
gute Balance zwischen Bewegung und Ruhe zu finden. Sinnvoll sind physio- und ergotherapeutische Maßnahmen wie Mobilisierung, Kräftigung und Dehnung der Muskeln und Koordinationsschulung. Aber auch Magnetfeldtherapien, Schlammpackungen, Heilschlammanwendungen oder Moorbäder kommen zur Anwendung. Bei einer aktivierten Arthrose beruht die medikamentöse Behandlung in erster Linie auf Verabreichung von Schmerzmitteln oder aber entzündungshemmenden Präparaten (NSAR). Auch hier erzielen Cremes und Gele gute Erfolge. Besonders bei chronischen Schmerzen sind so genannte Wärme- bzw. Schmerzpflaster geeignet. Schmerzpflaster ermöglichen eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe über die Haut in die Blutbahn. Auch Wärmepflaster sind besonders zur Behandlung von Schmerzen geeignet – sie lindern die Schmerzen und fördern die Durchblutung. Zusätzlich können Substanzen wie etwa Lokalanästethika oder Hyaluronsäure direkt ins Gelenk verabreicht werden. Aber auch Vitamine wie C, D und E spielen für die Gelenke eine wichtige Rolle. In besonders schweren Fällen kann eine Operation allerdings notwendig sein.


Tipp: Bleiben Sie aktiv! Durch Bewegung werden die Gelenke stärker durchblutet – der Knorpel wird besser versorgt und gestärkt, weitere Rückbildungen können vermieden werden. Eine kräftige Muskulatur unterstützt das Gelenk zusätzlich und entlastet es.

Filmtipp: Arthrose


Zur Verfügung gestellt von www.vielgesundheit.at

  • Datum 11.04.2014
  • Autor CB