Weg mit dem Speck

Das Frühjahr naht. Jetzt noch schnell den Winterspeck loswerden und gut gelaunt in die Bikini-Saison starten? Zaubermittel gibt es nicht – dafür aber langfristige Strategien. Kompetente Beratung und Präparate aus Ihrer Apotheke unterstützen Sie beim steinigen Weg in Richtung Wunschgewicht.

Steinzeitdiät, Intervallfasten oder Trennkost: Jahr für Jahr erobern neue Trends den Markt. Viele Programme wirken nicht dauerhaft, sondern führen zum gefürchteten Jo-jo- Effekt. Gleichzeitig kann die  ausgewogene Nährstoffzufuhr gefährdet sein. Apotheker raten deshalb zur langfristigen Gewichtsabnahme mit Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und körperlicher Aktivität – das  fördert übrigens auch die Serotonin-Ausschüttung – Sie wissen schon, das „Glückshormon“ – und Sie  fühlen sich rundum wohler.

Weniger ist mehr

Der biologische Hintergrund: Um abzunehmen, müssen wir unseren Energieverbrauch durch  Bewegung erhöhen. Gleichzeitig nehmen wir weniger Kalorien auf als der Stoffwechsel verbraucht. Dazu  folgendes Beispiel: Sie wiegen 70 kg, haben einen BMI von 28 und wollen abnehmen. Aufgrund  Ihres Bürojobs ist der Kalorienverbrauch im Job eher normal; auch am Wochenende gehören Sie nicht  zu den Extremsportlern. Ihr Grundumsatz berechnet sich ganz grob nach der folgenden Formel: 70 kg x 1
kcal x 24 Std. = 1.680 kcal.

Bei Frauen ziehen Ernährungswissenschafter noch zehn Prozent ab. Das führt zu 1.512 kcal als  Ergebnis. Bei vielen Diäten liegt die Energiemenge unter 1.000 kcal pro Tag. Wir verlieren schnell an  Gewicht, ohne dass es zu langfristigen Effekten kommt. Forschern zufolge lässt sich dieses Phänomen auf Wasserverluste und abgebaute Muskelproteine zurückführen, während unser Körper sein  Fettgewebe kaum antastet. Besser ist, die Ernährung langfristig umzustellen. Speisen und Getränke mit niedriger und mittlerer Energiedichte – bis 225 kcal pro 100 g – sind eine gute Basis. Dazu zählen  pflanzliche Lebensmittel, vor allem Gemüse und Obst. Deren niedrigere Energiedichte erlaubt es,  sättigende Mengen bei geringer Energiezufuhr zu genießen: Zwei Äpfel (250 g), sechs Karotten (450 g)  oder eine Portion fettarmer Joghurt (300 g) enthalten ebenso viele Kalorien wie ein halbes Croissant (30 g), nämlich 150 kcal.

Einfach beginnen – mit Ihrer Apotheke

Gerade zu Beginn einer Diät – respektive Ernährungsumstellung – lohnt es sich, weitere Hilfe aus Ihrer  Apotheke in Anspruch zu nehmen. Formula-Diäten decken trotz ihres niedrigen Kaloriengehalts den  täglichen Bedarf an allen essenziellen Nährstoffen. Apotheker befürworten Formula-Diäten bei Patienten  mit einem Body-Mass-Index über 30 oder als Einstieg in Programme zur Gewichtsreduktion.  Bleibt als Alternative, das Hungergefühl zu dämpfen. Ist unser Magen gut gefüllt, wird die Magenwand  gedehnt, und Reize gehen in Richtung Gehirn. Wir fühlen uns satt.

Um diesen Mechanismus  nachzuahmen, erhalten Sie in Ihrer Apotheke Sättigungspräparate mit Quellstoffen, die im Magen ihr  Volumen vergrößern. Wichtig ist, die Präparate etwa 30 min. vor der Mahlzeit mit reichlich Wasser einzunehmen. Sie verspeisen geringere Portionen: ein leichterer Start für jeden Diätplan. Doch Vorsicht:  Ohne Flüssigkeit treten gefährliche Verstopfungen auf. Quellstoffe ersetzen keine Ballaststoffe über die  Ernährung, helfen aber, Hungerattacken zu vermeiden. Unser Körper scheidet die Substanzen unverändert wieder aus. Und nicht vergessen: An weniger Kalorien und mehr Bewegung
führt kein Weg vorbei.

Bakterien mit Power

Als Ergänzung empfehlen Apotheker oft probiotische Bakterien. Das hat folgenden Hintergrund:  Ernähren wir uns fettreich, aber ohne wichtige Ballaststoffe, verschiebt sich das bakterielle  Gleichgewicht im Darm, was sich in gewissem Umfang korrigieren lässt. Kanadische Forscher fanden  heraus, dass Milchsäurekulturen zusammen mit Reduktionsdiäten bei Frauen zu deutlich besseren Ergebnissen führen. Mit den probiotischen Kulturen hatten Apothekenkundinnen also doppelt so viel Gewicht verloren als ohne die Präparate. Warum Probiotika bei Männern nicht wirken, ist unklar.

Fette einfach blocken

Österreicherinnen und Österreicher mit einem BMI von 28 oder darüber haben noch einen Trumpf im  Ärmel. Als Ergänzung zu fett- und kalorienreduzierter Ernährung können sie so genannte Fettblocker  testen. Diese Arzneimittel verhindern, dass unser Stoffwechsel Fette aufspaltet. Die Energieträger  werden mit dem Stuhl einfach ausgeschieden. Wird dennoch zu viel Fett konsumiert, „rächt“ sich das  umgehend mit einem so genannten „Fettstuhl“. Die Präparate haben also auch eine „erzieherische“ Funktion. Fettblocker sollten nach Beratung durch den Apotheker und nicht dauerhaft eingenommen  werden. Wer parallel seinen Speiseplan umstellt, benötigt bald keine pharmazeutische Unterstützung  mehr. Nach zwölf Wochen Einnahmedauer sollten Patienten wenigstens fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren haben. Unseren Appetit verringern die Medikamente jedoch nicht.

Gefährliches aus dem Internet

Das würden sich viele Menschen wünschen: Sie finden im Internet Kräuterpillen gegen ihren Heißhunger. Wissenschafter aus den USA haben herausgefunden, dass viele dieser vermeintlich harmlosen Präparate chemische Appetitzügler enthalten. Diese Wirkstoffe fördern im Gehirn die  Freisetzung von Botenstoffen und dämpfen unser Hungergefühl. Gleichzeitig kommt es aber zu  schweren Nebenwirkungen. Apotheker warnen vor der Einnahme. Ihr Ratschlag: Wer seinen Lebensstil ändert, sich mehr bewegt und weniger isst, optimiert sein Gewicht dauerhaft. Leiden Patienten unter  extremer Adipositas, können Chirurgen das Volumen des Magens verkleinern, um die Aufnahme von Nahrung zu verringern.
 

Bloß nicht!

Bestellen Sie auf keinen Fall Diätpillen oder sonstige Abnehmhilfen bei unseriösen Internet-Anbietern. Achten Sie auf Ihre Gesundheit und gehen Sie in die Apotheke Ihres Vertrauens. Nur dort erhalten Sie  fachkundige Auskunft!

 

Eine gute Diät…

● verringert Ihr Gewicht langsam, aber dauerhaft
● lässt Sie kein Hungergefühl verspüren
● passt zu Ihrem Alltag (Beruf, Familie)
● berücksichtigt individuelle Bedürfnisse
● lässt sich einfach und schnell zubereiten
● führt nicht zu Mangelerscheinungen

 

 

  • Datum 11.03.2016
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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