Gesunde Gefäße

Das Herz bildet zusammen mit den Blutgefäßen das Versorgungsnetz unseres Körpers. Dieses Netz ist weit verzweigt und führt in jeden Winkel unseres Körpers.

Das Herz-Kreislauf-System setzt sich aus dem Herzmuskel, dem Koronarkreislauf, dem Lungenkreislauf und dem großen Köperkreislauf zusammen. Die Kreisläufe bestehen aus venösen und arteriellen Gefäßen und gewährleisten die Blutversorgung des Körpers. Das Blut legt einen langen Weg vom Herzen durch den Körper zurück. Das Netz aus Blutgefäßen ist an die 100.000 km lang. Trotzdem braucht das Herz nur eine Minute, um unser gesamtes Blut einmal durch den Körper zu pumpen. Hat  das Blut seinen Sauerstoff abgegeben, sammelt es sich in den Venen, um wieder zum Herzen zurückzuströmen.

Atherosklerose

Atherosklerose heißt im Volksmund „Arterienverkalkung“. Bei hohen Blutfettwerten lagern sich die  überschüssigen Fette als Plaques an den Gefäßwänden ab. Blutgefäße werden enger und können das  sauerstoffreiche Blut nur noch schlecht transportieren. Bis zu einem gewissen Grad ist die Atherosklerose ein natürlicher Alterungsprozess. Es gibt jedoch viele Faktoren, die die degenerativen  Gefäßveränderungen begünstigen.

Risikofaktoren für Atherosklerose

● erhöhter Cholesterinspiegel
● Bluthochdruck
● Diabetes
● Rauchen
● Männer über 45, Frauen über 55 Jahre
● Fehlernährung, großer Bauchumfang

Bei den Blutfetten ist besonders das Verhältnis von HDL- und LDL-Cholesterin wichtig. Maßgeblich  beteiligt an der Entstehung von Plaques ist das so genannte Low-Density-Lipoprotein oder LDL. Dieses  transportiert das Cholesterin über das Blut zu den Organen. Auf dem Weg dorthin neigt es in höheren Konzentrationen zur Verursachung entzündlicher Reaktionen und der Bildung von Plaques; daraus  resultieren krankhafte Veränderungen der Blutgefäße. Deshalb sollte der LDL-Wert niedrig und der  HDL-Wert hoch sein. Falsche Ernährungsgewohnheiten – hyperkalorisch, fettreich, vitalstoffarm – gelten  als eine der Hauptursachen für Atherosklerose. Der Anstieg von LDL-Cholesterin wird vor allem bei übermäßigem Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren beobachtet. Wurst und fettreicher Käse, fettreiche Saucen, fettes Fleisch aber auch Süßigkeiten wie z. B.  Schokolade zählen zu den Übeltätern. Werden Sie daher rechtzeitig aktiv und steuern Sie durch  ausgewogene Ernährung erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten gegen. Insgesamt ist eine mediterrane und gleichzeitig leicht fettreduzierte Kost zu empfehlen.

Die wichtigsten Krankheitsbilder, mit denen sich eine Atherosklerose bemerkbar macht, sind:

Koronare  Herzkrankheit

Der Koronarkreislauf ist ein Teil des großen Körperkreislaufs und beschreibt die arterielle und venöse  Versorgung des Herzmuskels. Die Herzkranzgefäße werden im Takt des Herzschlags durchblutet. Die  koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Manifestation der Atherosklerose an den Herzkranzgefäßen. Fett-  und Kalkablagerungen verengen die Gefäße und reduzieren ihre Dehnbarkeit – das Herz wird nicht  ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Im Frühstadium der KHK kommt es noch zu keinen klinischen Symptomen. Sind die Gefäße bereits verengt, spürt der Patient das als Angina pectoris, die so genannte  „Brustenge“. Bei der stabilen Angina pectoris treten die Symptome nur unter Belastung auf, in  Ruhe ist der Patient beschwerdefrei. Die instabile Angina pectoris ist dagegen unberechenbar. Im  fortgeschrittenen Stadium kann die koronare Herzkrankheit zu weiteren schweren Erkrankungen führen,  die mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate einhergehen. Wenn sich ein Herzkranzgefäß ganz verschließt,  kommt es zum Herzinfarkt.

 

Schlaganfall

Verstopft eine hirnversorgende Arterie, kommt es zum Schlaganfall, d.h. zum Absterben des von ihr  versorgten Hirngewebes. Die Beschwerden hängen davon ab, welche Funktion dieser Teil des Gehirnes  hat. Schlagartig auftretende Lähmungen von Armen und Beinen einer Körperhälfte, Störungen des Sprechens oder Sprachverständnisses oder Sehstörungen sind typische Symptome eines  Schlaganfalles.

Periphere, arterielle Verschlusskrankheit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit betrifft meist die Beine. Plaques und Engstellen (Stenosen)  in den Arterien des Beckens und der Beine führen beim Betroffenen anfangs zu einer Minderdurchblutung der Muskeln, die bei Belastung (Gehen, Fahrradfahren) einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben. Der Patient hat dann Schmerzen in den Wadenmuskeln, seltener  Oberschenkel und Gesäßmuskeln, die nach kurzer Rast  wieder verschwinden. Dies führt zur so genannten „Schaufensterkrankheit”. Sein Gang ähnelt dem eines Schaufensterbummlers, der alle paar  Meter vor einem anderen Fenster stehen bleibt. Schmerzen in der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur  – eine Folge der schlechten Durchblutung – zwingen den Betroffenen schon nach kurzer Wegstrecke zum Halten. Unbehandelt schreitet die Erkrankung fort – im schlimmsten Fall ist auch ein Absterben der Zehen oder sogar des ganzen Beines möglich.

Behandlung

Die meisten Atherosklerose-Patienten spüren ihre Erkrankung erst relativ spät. Wahrnehmbare  Beschwerden deuten oft auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin. Der Blutgerinnselbildung kann durch  die Einnahme so genannter Thrombozytenfunktionshemmer vorgebeugt werden. Durch das Einsetzen  von Bypässen oder Stents können verengte Gefäße umgangen bzw. geweitet werden. Um die  Atherosklerose einzudämmen, ist es für den Patienten sehr wichtig, sich auch an die  nichtmedikamentösen Therapiemaßnahmen zu halten. Es gilt, die Risikofaktoren Rauchen,  Übergewicht, Hypertonie, erhöhte Blutfettwerte etc. durch eine gesunde, maßvolle Lebensweise zu  minimieren. Ihr Apotheker unterstützt Sie dabei!

  • Datum 05.09.2016
  • Autor CB

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