Neu: Gesundheits-Check Junior

Die SVA übernimmt mit dem Gesundheits-Check Junior die Pionier-Funktion im Bereich „Prävention“ und möchte bereits bei den Jüngsten das Bewusstsein für gesunde Ernährung, Bewegung und körperliche Fitness schärfen.

„Der Trend zu gesteigertem Gesundheitsbewusstsein ist deutlich – und wir, als ihre Gesundheitsversicherung, wollen unsere Versicherten bestmöglich unterstützen“, bekräftigt Herzog. Bereits bekannte, entsprechende Maßnahmen wie etwa die Mutter-Kind-Pass Untersuchungen (MuKi) bei den Kleinsten sowie Vorsorgeuntersuchungen (VU) für Erwachsene sind höchst erfolgreich und längst fixer Bestandteil unseres Angebots. Eine Lücke bestand aktuell jedoch noch bei den Sechs- bis 17-Jährigen. „Weil Kids allerdings gerade in dieser Zeit wichtige Entwicklungsphasen wie Einschulung und Pubertät durchlaufen, möchten wir sie professionell begleitet für Gesundheitsrisiken sensibilisieren und ihre Kompetenz fürs eigene Wohlbefinden stärken“, Herzog ergänzend. Daher startete die SVA 2013 ein Pilotprojekt in Wien und Burgenland, das u.a. aus Mitteln des Landesgesundheitsförderungsfonds Wien und im Rahmen des Rahmenpharmavertrages mitfinanziert wird.

Während der Pilotphase des Vorsorgeprogramms „Gesundheits-Check Junior“ haben 10 Prozent der eingeladenen Kinder und Jugendlichen teilgenommen. Die wissenschaftliche Auswertung der Daten bestätigt einen guten Gesundheitszustand der teilnehmenden jungen Menschen, wobei bei ca. 38% zumindest eine gesundheitliche Auffälligkeit festgestellt wurde. Die häufigsten Gesundheitsprobleme sind Allergien (16 %), Auffälligkeiten bei der Zahngesundheit (14%) sowie Hauterkrankungen und Bluthochdruck (jeweils 10 %). Verhaltensauffälligkeiten konzentrieren sich auf ungesunde Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung. Durchaus bemerkenswert ist der hohe Anteil von ca. 20% untergewichtigen Teilnehmern, wobei besonders die Population der 13 bis 17-jährigen Mädchen betroffen ist.

Ein Feldexperiment von Ökonomen der JKU Linz und der Universität Innsbruck zeigt, „dass bei Kindern und Jugendlichen die Teilnahmequote an Vorsorgeuntersuchungen durch kleine finanzielle Anreize (so genannte „nudges“) deutlich erhöht werden kann“, erklärt Univ. Prof. Dr. Gerald Pruckner von der Johannes Kepler Univ. Linz die Ergebnisse der Evaluierung.

Gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer wird im Herbst 2016 der österreichweite Rollout für das Vorsorgeprogramm „Gesundheits-Check Junior“ starten. Im Mittelpunkt dieses Programms stehen die Früherkennung gesundheitlicher Risiken und die Förderung des Gesundheitsbewusstseins. „Viele Erkrankungen – wie Fehlernährung, Bewegungsarmut oder der Umgang mit Alkohol, Nikotin und Drogen – entwickeln sich aus falschen Verhaltensmustern, deren Beginn in der Kindheit und Jugend liegt. Gesundheitsvorsorge muss man von klein auf leben. Wir begrüßen und unterstützen deshalb die Initiative ‚Gesundheits-Check Junior‘ sehr“, bekräftigt Dr. Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und der Ärztekammer für Tirol. Im Rahmen eines ärztlichen Coachings erhalten die Kinder und Jugendlichen Zugang zu altersgerechten Informationen mit besonderem Fokus auf die Themen Ernährung, Bewegung, Medienverhalten und Suchtmittel. Die von einem Expertenteam renommierter Mediziner entwickelten Schwerpunkte entsprechen modernsten internationalen Standards.

Mehr Info finden Sie unter   www.svagw.at/gesundheitscheckjunior
 

  • Datum 23.08.2016
  • Autor Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) Daniela Klinser, MSc.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Apotheke ist weiblich

Die Apothekerin, die Aspirantin, die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin: Die 1.380 österreichischen Apotheken sind in der Hand von Frauen. 90 Prozent aller 16.000 Beschäftigten sind weiblich und das bis hinauf in die Chefetagen, denn jede zweite Apotheke wird bereits von einer Frau geführt.

hier weiterlesen


Hallux valgus: Vorsicht vor Folgeschäden!

Anfangs spürt man es nur in schmalen High Heels: den schmerzhaften Druck aufs Großzehengrundgelenk oder auf einen der kleinen Zehen. Schon jede dritte 20-Jährige zeigt Ansätze eines Hallux valgus. Aber irgendwann schmerzen nicht nur High Heels, sondern auch Sportschuhe...

hier weiterlesen


Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen