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Heimische Giftpflanzen

Pflanzen üben auf Kinder einen großen Reiz aus. Nicht immer sind alle Pflanzenteile giftig, und es hängt manchmal auch davon ab, ob die Teile als Ganzes geschluckt oder zerkaut werden. Meist treten Übelkeit und Erbrechen auf. Bei einigen sehr giftigen Pflanzen kann es aber auch zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen.

Sehr giftige Pflanzen






Bilsenkraut

Das Bilsenkraut kommt in freier Natur vor. Alle Pflanzenteile sind giftig. Vergiftungserscheinungen, die auftreten sind Halluzinationen und Herzbeschwerden. Es sind auch Weinkrämpfe, Rededrang und Tobsuchtsanfälle möglich. Eine Vergiftung mit Bilsenkraut kann tödlich enden.

Aufgrund der halluzinogenen Wirkung tauchen im Internet immer wieder Tees auf (zum Beispiel „Traumtee“ oder „Traumkraut“), die ebendiese Wirkung versprechen. Daran ist bei halluzinogenen Vergiftungserscheinungen bei Jugendlichen zu denken.

 


Blauer Eisenhut

Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. Er ist sehr häufig in Gärten zu finden. Giftig sind alle Pflanzenteile. Die Giftstoffe können sogar durch die Haut dringen, weshalb schon das Spielen mit der Pflanze bei Kindern zu Vergiftungen führen kann. Die Vergiftungserscheinungen treten schon nach 10 bis 20 Minuten ein. Es kommt zu Kribbeln im Mund, an Fingern und Zehen gefolgt von Frösteln, Erbrechen und Durchfall sowie starken Schmerzen. Es kann zu Atemstörungen, Blutdruckabfall und Tod durch Herzversagen oder Atemstillstand kommen.

 


Engelstrompete

Engelstrompeten kommen häufig als Zierpflanzen in Gärten vor, giftig sind alle Teile der Pflanze, aber vor allem Samen und Blüten stellen eine Gefahr für Kinder dar, weil sie süß schmecken. Bei Vergiftung kommt es zu erweiterten Pupillen, trockenen Schleimhäuten und dadurch Sprech- und Schluckstörungen. Sehr starke Vergiftungen können zu Unruhe, Rededrang, Weinkrämpfen und Tobsuchtsanfällen führen. Weiters treten Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod durch Herzversagen ein.

 


Herbstzeitlose

Giftig sind alle Teile der Pflanze, vor allem aber die Samen. Sie wächst auf Weiden und wird leider oft mit dem Bärlauch verwechselt, da sich die Blätter sehr ähneln. Für Kinder gefährlich sind die klappernden ausgereiften Samenkapseln. Bei Vergiftung treten als erstes Brennen und Kratzen im Mund mit Schluckbeschwerden ein. Wenige Stunden nach dem Genuss setzen Erbrechen und kurz darauf Durchfall ein. Schließlich kommt es zu Krämpfen, Lähmungserscheinungen und Tod durch Atemlähmung.

 


Rizinus

Rizinus, auch Wunderbaum oder Christuspalme genannt, kommt in heimischen Gärten als Zierpflanze vor. Giftig sind die Blüten und Samen, wobei schon ein Samen bei Kindern tödlich sein kann. Rizinusöl ist ungiftig, weil die Giftstoffe in den Pressrückständen zurück bleiben. Erste Vergiftungserscheinungen sind hier Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und teilweise blutige Durchfälle. Weiters kommt es zu Nierenentzündung, Thrombosen und Kreislaufversagen.

 


Schierling

Sowohl der gefleckte Schierling als auch der Wasserschierling kommen in freier Natur vor. Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, vor allem aber die unreifen Früchte enthalten besonders viel Gift. Bei einer Vergiftung kommt es zu Brennen im Mund, Schluckbeschwerden, Lähmung der Zunge, starke Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall. Aufsteigende Lähmung von den Füßen bis hin zur Atemlähmung.

 


Seidelbast

Diese sehr giftige Pflanze kommt häufig als Zierpflanze in Parkanlagen und Gärten vor. Giftig sind in erster Linie die Samen und die Rinde der Pflanze. Vor allem die roten Beeren sind für Kinder unwiderstehlich und bergen ein großes Risiko. Nahezu ein Drittel der Vergiftungen mit Seidelbast verläuft tödlich. Beim Kontakt mit der Haut kommt es zu Reizungen mit Blasenbildung. Verschlucken führt zu Brennen im Mund und Anschwellen von Zunge und Lippen, gefolgt von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Des Weiteren kommt es zu Fieber, Herzrasen und schließlich zu Tod durch Kreislaufversagen.

 


Stechapfel

Der Stechapfel kommt auf Ödland, Schutt und Wegesrändern vor, ist aber eher selten. Giftig sind vor allem die Blüten und Samen. Die Vergiftungserscheinungen ähneln denen des Bilsenkrauts und der Tollkirsche.

 



Tollkirsche

Die Tollkirsche kommt in freier Natur am Waldrand und auf Lichtungen vor. Giftig sind alle Pflanzenteile, vor allem aber die Beeren. Für Kinder sind sie deshalb so gefährlich, weil sie wie Kirschen aussehen und außerdem noch süß schmecken. Typische Vergiftungsanzeichen sind große Pupillen, fehlendes Erbrechen, trockene, heiße, gerötete Haut. Durch Trockenheit der Mundschleimhäute kommt es zu Sprech- und Schluckstörungen, außerdem rast der Puls. Bei starker Vergiftung Rededrang, Weinkrämpfe, Tobsuchtsanfälle (daher auch der Name „Tollkirsche“). Schließlich kann es zu Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung kommen.

 


Giftige Pflanzen







Aronstab, gefleckter

Der Aronstab wächst in feuchten Laubwäldern, vor allem in Mittel- und Südeuropa. Giftig sind alle Pflanzenteile, vor allem aber die roten Beerenfrüchte. Bereits das Pflücken kann zu starken Hautreizungen führen. Vergiftungssymptome sind Brennen im Mund, Übelkeit und Erbrechen, bei starken Vergiftungen erweiterte Pupillen und Krampfanfälle.

 


Efeu

Der Efeu ist quer durch Europa in Wäldern, Parkanlagen und Gärten zu finden. Giftig sind Stängel, Beeren und Blätter. Bereits der Kontakt mit der Haut kann zu Entzündungen führen. Bei Kindern führt das Verschlucken von 2-3 Beeren zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, hüpfendem Puls und Kopfschmerzen. Bei stärkeren Vergiftungen auch Brechdurchfälle, Krämpfe unter Umständen sogar Schock und Atemstillstand.

 

 

 

 

Eibe

Die Eibe kommt in Mischwäldern, Parkanlagen und Gärten vor. Sowohl die Nadeln als auch die Samen sind sehr giftig. Vor allem auf Kinder wirken die roten Beeren unwiderstehlich. Erste Symptome treten schon nach einer Stunde auf: Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Schwindel, Bewusstlosigkeit, erweiterte Pupillen. Schließlich Tod durch Herzstillstand oder Atemlähmung.

 

 

 

 

Fingerhut

Der Rote Fingerhut wächst an Waldrändern und Lichtungen, außerdem ist er oft als Zierpflanze in Gärten zu finden. Giftig sind vor allem die Blätter, aber auch die Blüten, die vor allem für Kinder sehr verlockend sind, enthalten das Gift. Als Symptome treten Übelkeit und Erbrechen auf. Das Erbrechen kann über Tage anhalten. Weiters folgen Sehstörungen und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.

 


Goldregen

Der Goldregen kommt natürlicherweise vor allem in Süd- und Südosteuropa vor. Bei uns ist er hauptsächlich in Gärten und Parkanlagen zu finden. Die gesamte Pflanze ist giftig, am meisten jedoch Schoten und Samen. Die ersten Vergiftungserscheinungen treten schon nach etwa 15 Minuten auf: Übelkeit und Erbrechen, welches stundenlang andauern kann. Brennen im Mund, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche. Stärkere Vergiftungen führen zu Herzrasen, Halluzinationen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit und schließlich Tod durch Atemlähmung.

 


Lebensbaum

Der Lebensbaum oder Thuja ist bei uns als Heckenpflanze sehr weit verbreitet. Sowohl Blätter als auch Beeren sind giftig. Schon das Berühren kann zu Hautreizungen führen. Das Verschlucken führt zu starken Magen-Darm-Entzündungen, Krämpfen und Schädigung von Nieren und Leber.

 



Lupine

Lupinen wachsen an Böschungen und am Waldrand, sehr häufig sind sie auch als Zierpflanzen in Gärten zu finden. Der höchste Giftgehalt findet sich in den Samen. Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen, Schluckstörungen, erhöhter Puls und Kreislaufstörungen. Bei schweren Vergiftungen auch Krämpfe und Atemlähmung.

 



Maiglöckchen

Maiglöckchen kommen in Wäldern, aber auch als Zierpflanzen in Gärten vor. Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders aber die roten Beeren stellen eine große Gefahr für Kinder dar. Die Giftstoffe ähneln denen des Roten Fingerhutes, die Symptome bei Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen, bei Starken Vergiftungen auch Herzrhythmusstörungen.

 


Nachtschatten

Der Schwarze Nachtschatten wächst an Äckern und in Gärten. Den bittersüßen Nachtschatten findet man an Ufern, in Auwäldern und an Kahlschlägen. Das meiste Gift enthalten die Beeren, was die Pflanze wiederum für Kinder gefährlich macht. Vergiftungssymptome sind Übelkeit und Erbrechen, Brennen im Mund und Hautausschläge, bei starken Vergiftungen kann es auch zu Lähmungen bis hin zu Tod durch Atemlähmung kommen.

 


Nieswurz

Die Schwarze Nieswurz oder Christrose findet sich hauptsächlich in Südeuropa, bei uns meist nur in Gärten. Alle Pflanzenteile sind giftig. Symptome, die bei Vergiftung auftreten sind Übelkeit, Brennen im Mund, starker Durst, weite Pupillen und unregelmäßiger Herzschlag. Es kann auch zu Tod durch Atemlähmung kommen.

 



Oleander

Der Oleander stammt aus dem Mittelmeerraum und kommt bei uns als Zier- und Kübelpflanze vor. Alle Pflanzenteile sind giftig, schon bei Berührungen kommt es zu Hautreizungen. Die Wirkung des Gifts gleicht dem des roten Fingerhutes.

 



Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen kommt überall in Europa wild vor. Die ganze Pflanze ist giftig, verlockend sind für Kinder vor allem die bunten Früchte. Vergiftungserscheinungen treten erst nach 15 Stunden auf: Übelkeit und teils blutige Durchfälle. Es kann auch zu Schädigung von Leber und Nieren, Kreislaufstörungen und Krämpfen kommen.



Rhododendron

Alle Pflanzenteile des Rhododendron sind giftig, Kinde sind aber von den bunten Blüten am meisten gefährdet. Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen, Kribbeln im Mund und auf der Haut. Bei schwerer Vergiftung kann es zu Tod durch Atemlähmung kommen.






  • Datum 24.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Barbara Verdino