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Hämorrhoiden: Tipps und Vorbeugung

Viele kennen das: Schmerzen, Jucken und Brennen beim Stuhlgang deuten auf ein Hämorrhoidalleiden hin. Ihr Apotheker wird Ihnen zunächst einige Fragen stellen, um andere Krankheiten auszuschließen. Effektive Wirkstoffe und Kombinationen lindern die Beschwerden rasch.

Einsatz in der „Po-Ebene“

Wunderwerk Mensch: Zur Unterstützung des Afterschließmuskels bilden Blutgefäße einen  Schwellkörper, der den Analbereich komplett abdichtet. Bei jedem Stuhlgang fließt Blut in die Arterien ab, und die Passage wird frei. Anschließend füllen sich entsprechende Strukturen wieder.  Hämorrhoidalleiden entstehen, wenn sich Gefäße zu stark ausdehnen. Durch harten Stuhl werden sie oberflächlich verletzt. Die Wunde blutet, und Entzündungen folgen. Meist geht dieser Vorgang mit einer starken Schleimproduktion einher.
 

Gene oder Umwelt

Wissenschafter haben herausgefunden, dass hinter so manchem Hämorrhoidalleiden erbliche Veranlagungen stecken.Neben Genen spielen Lebensgewohnheiten eine zentrale Rolle. Das kommt so: Übergewicht, wenig Bewegung und falsche Ernährung führen zu Verstopfungen. Harter Stuhl und starkes Pressen wiederum begünstigen Hämorrhoiden. Wer oft oder über einen langen Zeitraum Abführmittel einnimmt, tut seinem Körper ebenfalls nichts Gutes. Die Schwellkörper werden durch weichen Stuhl nicht mehr „trainiert“. Und bei Schwangeren drückt eine vergrößerte Gebärmutter stark auf den Enddarm.

 

Vorsicht Verwechslung

Um sicherzugehen, dass Sie wirklich an Hämorrhoiden leiden, wird Ihr Apotheker mehrere Fragen stellen. Jucken und Brennen können eventuell auch auf einen Hautpilz, ein Analekzem oder eine Wurminfektion hindeuten. Gelegentlich stecken hinter Beschwerden im Analbereich auch Fisteln oder Feigwarzen. Starke Schmerzen deuten auf ein Blutgerinnsel hin. Sollte Ihnen Blut im Stuhl auffallen, lohnt ein genauerer Blick: Hellrote Flecken auf dem Toilettenpapier sprechen für Hämorrhoiden, hier ist das Blut noch nicht geronnen. Eine schwarze oder dunkelrote Färbung deutet auf Erkrankungen des Magens beziehungsweise des Darms hin. Dann sollten Sie sich gründlich vom Arzt untersuchen lassen.

Gegen Entzündungen und Schmerzen bei Hämorrhoiden empfiehlt Ihr Apotheker wirkstoffhaltige Salben mit einem speziellen Applikator oder Zäpfchen (Suppositorien). Außerdem gibt es Zäpfchen mit Mullgewebe, so genannte Tamponaden. Die Auswahl geeigneter Präparate richtet sich in erster Linie nach Ihren Beschwerden: Stehen Schmerzen, Brennen oder Juckreiz im Vordergrund, lindert Lidocain rasch die Qualen. Entsprechende Zäpfchen dürfen nicht zu tief eingeführt werden. Ansonsten gelangen Arzneistoffe in den ganzen Körper, nicht nur an die gereizten Stellen. Bei Blutungen haben sich Extrakte aus Hamamelisblättern über Jahrzehnte hinweg bewährt. Sie enthalten Gerbstoffe mit adstringierender (blutstillender und entzündungshemmender) Wirkung.
Viele Patienten schwören auf Sitzbäder mit Kamille, Eichenrinde oder Extrakten daraus – zwei Mal täglich bei einer Wassertemperatur von 32 bis 35 Grad. Durch Gerbsäure bildet sich auf den
Schleimhäuten ein Schorf, und die Blutung kommt zum Erliegen.
 

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Der Apotheker-Tipp


So können Sie den Heilungsprozess beschleunigen


● Achten Sie besonders auf die Hygiene im Analbereich: Reinigen Sie den Darmausgang nach jedem Stuhlgang mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen, aber ohne Seife.
● Kosmetika und alkoholhaltige Reinigungstücher sind im Analbereich tabu.
● Verwenden Sie möglichst weiches Toilettenpapier, damit Verletzungen nicht neu aufreißen.
● Stellen Sie Ihre Ernährung – falls erforderlich – um. Nahrungsmittel, die Ballaststoffe und Fasern enthalten, machen den Stuhl weicher. Ihr Apotheker rät zu Weizenkleie, indischem Flohsamen oder Leinsamen.
● Aus dem gleichen Grund sollten Sie ausreichend viel Flüssigkeit ‒ mindestens zwei Liter Mineralwasser oder ungesüßten Tee ‒ zu sich nehmen. Bei Herz- oder Nierenleiden zuvor den Arzt befragen!
● Tragen Sie legere Kleidung, um den Stuhlgang nicht zu erschweren.
● Achten Sie auf einen regelmäßigen Stuhlgang – unterdrücken Sie den Drang nicht und pressen Sie nicht zu stark.
● Regelmäßige Bewegung und Sport sorgen ebenfalls für eine bessere Verdauung.

 

 

 

  • Datum 04.08.2016
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van de Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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