Gruselig an Halloween sind die Tonnen an Süßigkeiten

In der Nacht des 31. Oktober ist es wieder soweit: Groß und Klein feiern mittlerweile auch hierzulande das aus den USA Halloween. Kinder verkleiden sich als Hexen, Monster und Skelette. Am Ende eines Umzugs oder der Halloweenparty ist das Sackerl oft prall gefüllt mit Zucker und Fett in Form von Schokolade, Bonbons und Drops. Natürlich dürfen Kinder zu Anlässen wie Halloween naschen, aber angesichts des negativen Einflusses von Zucker und Fett in Mengen auf den Stoffwechsel sollte man Traditionen neu überdenken.

In Österreich sind derzeit rund 40.000 Personen an Typ-1-Diabetes erkrankt, etwa 500.000 an Typ 2 Diabetes.Trotz ihrer Erkrankung wollen betroffene Kinder und Jugendliche an den normalen Aktivitäten ihrer Altersgenossen teilhaben – das gilt auch an Halloween, wenn Kinder verkleidet bei ihren Nachbarn klingeln und Süßigkeiten erhalten. Auch auf den beliebten Halloweenpartys gibt es zahlreiche Leckereien wie Cupcakes, süße und saure Fruchtgummiwaren oder kartoffelhaltige Knabberprodukte in schauriger Aufmachung: Die Lebensmittelindustrie und Rezeptbuchverlage haben sich voll auf Halloween eingestellt.
 

Gruselig an Halloween sind vor allem die Tonnen an Süßigkeiten! Für die Kinder geht es in erster Linie nicht um das Sammeln von Massen an Süßigkeiten, sondern um den Spaß am Verkleiden und Klingeln in der Nachbarschaft“, so Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes-Hilfe. „Ein Apfel oder eine Mandarine zusammen mit einer kleinen Leckerei tun es mit Sicherheit auch.“

Süßigkeiten und Knabberwaren müssen also nicht grundsätzlich tabu sein.  „Für Kinder mit Diabetes Typ 1 gilt, den Überblick über die Menge der Kohlenhydrate nicht zu verlieren, um die richtige Insulindosis zu errechnen und zu spritzen“, betont Diabetesberaterin Michaela Berger. „Denn ihr Körper produziert kein Insulin mehr, das den Blutzucker senkt. Im Gegensatz dazu produziert die Bauchspeicheldrüse von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 2 meist noch Insulin, nur sind die Zellen weniger sensibel für das Hormon.“ Übergewichtige Kinder mit Diabetes Typ 2 sollten daher bei der Halloween-Nascherei auch auf die Kalorien achten. Und selbst stoffwechselgesunde Kinder sollten nicht zu viele zucker- und fetthaltige Snacks essen.

Wer sich auf den Besuch kleiner Halloweenbegeisterter einstellt oder selbst eine ganze Halloweenparty organisiert, kann Kindern auch mit anderen Gaben eine Freude bereiten: „Vollkorn- statt Weißmehlgebäck oder auch etwas ganz anderes, etwa ein kleines Spielzeug oder bunte Malstifte können Alternativen sein“, sagt Michaela Berger. Außerdem gebe es für viele Koch- und Backrezepte auch alternative Zubereitungsmöglichkeiten mit weniger Zucker und Fett.
 

  • Datum 28.10.2015
  • Autor diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Weltdiabetestag: Intensive Betreuung verbessert Lebensqualität

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus– insbesondere Diabetes Typ 2 – nimmt weltweit dramatisch zu. Schon heute sind weltweit 415 Mio. Menschen betroffen; im Jahr 2040 werden es bereits über ein Drittel mehr sein. Viele wissen nichts von ihrer Erkankung. Eine intensive Betreuung verbessert nachweislich die langfristige Prognose und Lebensqualität.

hier weiterlesen


Blutzuckerschwankungen beim Wandern

Regelmäßige körperliche Aktivität kann bei Diabetes Typ 1- und Typ 2-Patienten dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Sauerstoffversorgung und Leistungsfähigkeit des Herzens zu verbessern. In den warmen Sommermonaten erfreut sich Wandern besonderer Beliebtheit. Auch für Menschen mit Diabetes eignet sich Wandersport. Sie müssen jedoch darauf achten, starken Blutzuckerschwankungen vorzubeugen...

hier weiterlesen


Lachen senkt den Blutzucker

Lachen wirkt sich nicht nur auf den Gemütszustand aus. Es hat auch Einfluss auf das Immunsystem, vermindert Stress und hilft sogar gegen Schmerzen. Studien zeigen außerdem, dass Lachen auch den Blutzucker senkt.

hier weiterlesen


Diabetesmedikamente gegen nicht-alkoholische Fettleber

Die nicht-alkoholische Fettleber entsteht meistens durch einen ungesunden Lebensstil. Gegen die nicht-alkoholische Fettleber (NASH) könnten künftig Antidiabetika zum Einsatz kommen.

hier weiterlesen


Diabetes-Tsunami rollt

Dramatische Warnungen bezüglich der häufigsten schweren Stoffwechselerkrankung, der Diabetes, gibt es seitens der österreichischen Diabetes-Fachgesellschaft (ÖDG). "Wir haben nicht eine 'Diabetes-Welle', wir haben einen 'Diabetes-Tsunami'." Dies sagte der Wiener Experte Helmut Brath.

hier weiterlesen


Erhöhtes Knochenbruchs-Risiko bei Diabetikern

Rund 600.000 Menschen leiden in Österreich an Diabetes mellitus. Alle 50 Minuten stirbt ein Mensch an den Folgen, und 62 % aller Amputationen gehen auf diese Erkrankung zurück. Tendenz steigend. Damit liegt Österreich im (schlechten) internationalen Trend. IMS HEALTH warnt nun, dass Diabetiker auch ein 36 % höheres Knochenbruchs-Risiko haben.

hier weiterlesen