Wenn Arbeit unter die Haut geht

Geschätzte 5 bis 10 Prozent der Österreicher leiden im Laufe Ihres Lebens an Handekzemen, das sind mehrere hunderttausend Menschen. Auslöser ist zumeist der häufige Kontakt mit hautreizenden Stoffen wie Chemikalien, Kosmetika oder auch Lebensmittel. 5 bis 7 Prozent der Betroffenen haben mit einer schweren, chronischen Form zu kämpfen. Doch nur rund die Hälfte der Erkrankten sucht einen Facharzt auf.

Gerötete und rissige Hände, Bläschen, Juckreiz und schmerzende Stellen an den Händen – diese beruflichen „Begleiterscheinungen“ kennt man in vielen Branchen. „Besonders betroffen sind Friseure, Metaller, Reinigungskräfte sowie Arbeitnehmer aus dem Bau- und Baunebengewerbe, aus Gesundheitsberufen und aus der Lebensmittelbranche. Nicht selten wird dies als Berufsrisiko einfach hingenommen“, erklärt Dr. Roswitha Hosemann, Fachärztin für Arbeitsmedizin.  Was viele dabei nicht bedenken:  Die dahinter stecken-den Handekzeme schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sie können auch Probleme am Arbeitsplatz mit sich bringen. Wird die unangenehme und oft schmerzhafte Hautkrankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie die Betroffenen zu einem Abbruch der Ausbildung bzw. zur Aufgabe des erlernten Berufes zwingen. Dr. Hosemann:  „Neben dem persönlichen Leidensdruck für die Betroffenen entstehen durch Arbeitsausfall und Produktionsrückgang enorme Folgekosten für die Wirtschaft und das Sozialsystem.“ Die positive Nachricht: Durch frühzeitiges Einschreiten können chronische Handekzeme häufig vermieden bzw. gut behandelt werden.


Auch Wasser kann der Haut Schaden zufügen

Die häufigste Ursache des Handekzems ist die ständige Reizung der Haut mit Wasser bzw. chemischen Schadstoffen, die den natürlichen Schutzmechanismus der Haut schwächen. Darunter fallen Bestandteile von Reinigungschemikalien bei Putzpersonal genauso wie Haarfärbemittel bei FriseurInnen oder auch Latexhandschuhe in medizinischen Berufen. „Personen, die in Nassberufen arbeiten oder ständig ihre Hände desinfizieren müssen, sind besonders anfällig für das chronische Handekzem. Durch die Feuchtarbeit trocknet die Haut aus und wird sehr empfindlich und empfänglich für andere Einflüsse von außen wie Bakterien, Pilze und allergieauslösende Stoffe“, betont Univ.Prof. Dr. Werner Aberer, LKH-Universitätsklinikums Graz. Arbeiten im Haushalt, im Garten oder auch in der Hobbywerkstatt können die Hände stark beanspruchen, so Prof. Aberer: „Hausfrauen haben ständig Kontakt mit hautreizenden Stoffen, wie zum Beispiel säurehaltigen Flüssigkeiten, Reinigungssprays und Fettlösemitteln in Wasch- und Spülmitteln. Durch den täglichen Kontakt mit den vielen Problemstoffen kann der schützende Fettschutzfilm der Haut nachhaltig zerstört werden.“

Anzeichen

Oft beginnt das Handekzem mit milden Anzeichen, etwa mit trockener schuppender Haut. „Mit der Zeit können sich die Probleme verstärken, häufig kommt es in der Folge zu schmerzhaften Rissen und starkem Juckreiz.“ Spätestens dann wäre es höchste Zeit, einen Hautarzt oder den Arbeitsmediziner des Betriebes aufzusuchen, um sich adäquat behandeln zu lassen. Laut Schätzungen verzichtet allerdings rund die Hälfte der Betroffenen auf einen Arztbesuch und riskiert so ein Fortschreiten der Erkrankung bis hin zur Berufsunfähigkeit.

 

Vorbeugen ist die beste Therapie

Bereits mit einfachen Mitteln lassen sich die Hände im täglichen Einsatz ausreichend schützen. „Die richtige und konsequente Pflege der Haut ist eine wichtige Basis zur Vorbeugung“, betont Mag.pharm. Claudia Hannak, Apothekerin in Wien. Spezielle Hautschutz-Präparate werden vor der Arbeit aufgetragen, sie bieten Schutz vor chemischen und/oder physikalischen Einflüssen während der Arbeit. Hautpflege-Produkte sind hingegen nach Beendigung der Arbeit sinnvoll, um eine Regeneration der Barrierefunktion der Haut zu ermöglichen: „Hier empfehle ich Handcremes mit einem besonders hohen Fettanteil von 30 bis 40 Prozent.“ Bei besonders hautbelastenden Tätigkeiten sollten unbedingt Handschuhe benutzt werden. Es empfiehlt sich, zusätzlich Baumwollhandschuhe unter den eigentlichen Schutzhandschuhen zu tragen. Sie halten nicht nur die verarbeiteten Chemikalien fern, sondern sorgen auch länger für trockene Hände. Wer seine Hände aus hygienischen Gründen häufig waschen muss, sollte auf milde Reinigungsprodukte achten: „Sie enthalten idealerweise rückfettende Inhaltsstoffe, hier sind z.B. Waschöle zu empfehlen“, rät Mag. Hannak. Zusätzlich sollte nach jedem Waschen auch eine Pflegecreme aufgetragen werden: „Auch wenn diese Maßnahmen Zeit in Anspruch nehmen, zahlt sich dieses Investment in die Gesundheit mehrfach aus. Man erleichtert sich damit seinen Arbeitsalltag spürbar und verhindert Folgeschäden.“ Bei bestehenden Beschwerden rät die Apothekerin dazu, möglichst rasch einen Facharzt aufzusuchen.


Ratgeber zum chronischen Handekzem

 

  • Datum 17.08.2016
  • Autor eXakt PR GmbH | Carina Kink, Mag. Andrea Fallent

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