10 medizinische Handy-Regeln

Seit Jahren finden die von der Wiener Ärztekammer veröffentlichten "10 Medizinischen Handy-Regeln" sowohl unter Experten als auch in der breiten Bevölkerung großen Anklang. Angesichts aktueller technischer Entwicklungen wurden die Regeln in einer nunmehr bereits 6. Auflage adaptiert und ergänzt.

 Mit den Handy-Regeln, die auch den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerecht werden, möchte die Wiener Ärztekammer die Bevölkerung aus medizinischer Sicht über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen informieren. Die sich rasant entwickelnde Mobilfunktechnologie führt laut Piero Lercher, Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, immer wieder zu neuen Phänomenen und Reaktionen. Eine ständige Aktualisierung und Erweiterung der Handy-Regeln sei daher unerlässlich. "Unsere Empfehlungen im Umgang mit Mobiltelefonen gelten nicht nur dem bewussteren Umgang mit Handy- und Sendemaststrahlung, sondern umfassen auch Aspekte der Verkehrssicherheit und sollen vor negativen psycho-sozialen Folgen schützen", meint Lercher.

Die Ärztekammer empfiehlt in ihrer neuesten Auflage unter anderem, zu Hause und am Arbeitsplatz über das Festnetz zu telefonieren und dort über ein LAN-Kabel ins Internet einzusteigen. Diese Variante komme im Gegensatz zur Dauerbestrahlung via DECT-Schnurlostelefone, WLAN-Access-Points, Datensticks und LTE-Homebasis-Stationen ohne Strahlung aus und sei zudem schnell und datensicher.
Eine weitere Neuerung der Handyregeln betrifft die Strahlung durch den Hintergrunddatenverkehr von Apps. Die Empfehlung der Ärztekammer lautet daher, die Anzahl der Apps und die meist überflüssigen Hintergrunddienste des Smartphones zu minimieren beziehungsweise öfter zu deaktivieren. Zudem soll beim Kauf von Mobiltelefonen auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss geachtet werden. Der SAR-Wert ist ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern.

Auch in Hinblick auf das herannahende Weihnachtsfest gewinnt das Thema an Brisanz. Smartphones gehören mittlerweile zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken für Kinder und Jugendliche. Lercher rät Eltern aber davon ab, ihren Kindern, und insbesondere jüngeren Kindern, ein Handy zu schenken. Er empfiehlt stattdessen, auf pädagogisch wertvolle Weihnachtsgeschenke zu setzen. "Die Weihnachts- und Adventzeit ist eine ideale Gelegenheit, die von der Wiener Ärztekammer beworbenen handyfreien Zonen und Zeiten zu genießen und sich wieder mehr auf die persönliche Kommunikation zu besinnen", so der Umweltmediziner.

Sorgsamer Umgang mit dem Handy ohne Einschränkung der Mobilität

Hier einige Tipps der Wiener Ärztekammer:

  • Prinzipiell gilt: So wenig und so kurz wie möglich telefonieren!
  • "Der Abstand ist dein Freund" – das Handy während des Gesprächsaufbaus von Kopf und Körper fernhalten!
  • Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung Handys nicht unmittelbar am Körper positionieren – besondere Vorsicht gilt hier für Schwangere. Bei Männern sind Handys in der Hosentasche ein Risiko für die Fruchtbarkeit.
  • Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren – ohne Außenantenne ist die Strahlung im Fahrzeug höher.
  • Während des Autolenkens herrscht absolutes SMS- und Internetworking-Verbot – die Ablenkung führt zur Selbstgefährdung und zur Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer!
  • Gehen Sie öfter offline oder verwenden Sie den Flugmodus – für Funktionen wie zum Beispiel Musikhören und Kamera ist nicht immer eine Internetverbindung notwendig!
  • Weniger Apps bedeutet weniger Strahlung.

 

 

  • Datum 11.12.2015
  • Autor Pressestelle der Ärztekammer für Wien

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