Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut?

Jahreszeiten, Stress, Lebensgewohnheiten, Umwelteinflüsse und nicht zuletzt unser Alter setzen der Haut mehr oder minder stark zu. Je nach Hauttyp hält Ihr Apotheker unterschiedliche Pflege-Produkte für Sie parat. Auch bei Erkrankungen lohnt sich eine gezielte Basispflege.

Mit bis zu zwei Quadratmetern Fläche und 20 Prozent des gesamten Körpergewichts ist die Haut eines  unserer größten Organe. Sie schützt uns gegen diverse Umwelteinflüsse biologischer, chemischer oder  physikalischer Natur. Dazu ein Blick auf anatomische Verhältnisse: Die Hornzellschicht ganz  außen grenzt unseren Körper von der Umgebung ab. Sie ist wie die Mauer eines Hauses aufgebaut:  „Steine“, also hornbildende Zellen, sind in einen „Mörtel“ aus Lipiden eingelagert. Je nach Alter kommen  10 bis 20 Prozent Wasser mit hinzu. Genau hier setzen Produkte zur Hautpflege an. Ziel ist,  natürliche Funktionen zu unterstützen – durch spezielle Produkte, je nach Hauttyp.

Normale Haut

Seidig, glatt, kleinporig, rosig und straff: Normale Haut fällt im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus dem  Rahmen. Sie gilt als robust, fettet nicht, ist aber auch nicht zu trocken. Apotheker empfehlen hier  eine milde Reinigungslotion und eine Tonisierung mit Gesichtswasser. Weiter geht es mit  feuchtigkeitsreichen Cremes oder Emulsionen. Rückfettende Inhaltsstoffe sind meistens nicht erforderlich.

Mischhaut

Haben Sie sowohl fettig-feuchte als auch trocken-fettarme Hautstellen, so spricht man von Mischhaut.  Trockene Regionen profitieren von einer reichhaltigen Pflege, während fettige Bereiche wie die T-Zone  mit Präparaten für fettig-feuchte Haut zu behandeln sind (siehe unten).

Fettig-feuchte Haut

Leiden Sie an Mitessern und ist Ihre Haut grobporig, hell und glänzend, sprechen Dermatologen vom  fettig- feuchten Typ. Keine Sorge – mit systematischer Pflege bekommen Sie unangenehme Folgen  rasch in den Griff. Am Beginn steht die Reinigung mit Waschlotionen oder Syndets. Auch ein  Gesichtswasser mit Alkohol hat sich bewährt. Pflegeprodukte sollten viel Feuchtigkeit bieten, aber nicht  fetten („oilfree“).  Darüber hinaus lassen sich glänzende Regionen mit Kosmetik abdecken.

Trocken-fettarme Haut

Auch das Gegenteil ist Hautärzten bekannt: Zeigt Ihre Haut oft kleine Risse, Schuppen sowie entzündete  Bereiche, ist das ein Hinweis auf das trocken-fettarme Erscheinungsbild. Betroffene reagieren empfindlich auf Umwelteinflüsse und neigen zur schnellen Hautalterung. Auf diese Gegebenheiten  sollten Sie mit der richtigen Pflege reagieren. Eine milde Reinigungslotion steht am Beginn der  Prozedur. Zur Tonisierung kommt nur alkoholfreies, mildes Gesichtswasser infrage. Apotheker greifen  anschließend zu Cremes, die reich an rückfettenden Ölen, natürlichen Feuchthaltefaktoren (Natural  Moisturizing Factors, NMFs) und natürlichen Emulgatoren sind. Unterschiedliche Produkte zur Tages- und Nachtpflege sind sinnvoll.

 

Neurodermitis: Weniger Krankheitsschübe dank Basispflege

Auch bei Krankheiten wie Neurodermitis sollten Sie neben der ärztlichen Verordnung auf gute  Basispflegeprodukte achten. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die ihre Haut mehrmals täglich  eincremen, weniger Kortison benötigen und seltener an Krankheitsschüben leiden. Die Barriere der Haut verbessert sich, und deren Widerstandsfähigkeit steigt. Wichtig ist, passende Präparate  auszuwählen: Wenden Sie an sehr trockenen, stark verhornten Partien fettere Cremes an, während bei  entzündeten Partien wässrige Emulsionen oder Lotionen das Krankheitsbild verbessern. Noch ein Blick  auf saisonale Gegebenheiten: In der kalten, trockenen Winterzeit eignen sich fettige Salben besser.  Werden die Tage heißer, sollten Sie eher zu wässrigen Lotionen greifen, damit es nicht zum Hitzestau  auf der Haut kommt. Nur Geduld, es kann dauern, bis Sie Ihr passendes Produkt zur Basispflege finden. Doch die Mühe lohnt sich und Ihr Apotheker unterstützt Sie gerne.

Psoriasis: Schutz für geschundene Haut

Leiden Sie an der Schuppenflechte (Psoriasis), sollten Sie Ihrer Haut ebenfalls große Aufmerksamkeit  schenken. Als Basispflege empfiehlt Ihr Apotheker eine Wasser-in-Öl-Emulsion mit Zusätzen von  Harnstoff (Urea) oder Glycerin. Zum Waschen eignen sich seifenfreie Produkte, speziell für die Haare  gibt es Produkte mit rückfettenden Lipiden und Harnstoff. Sind Hände und Fingernägel ebenfalls in  Mitleidenschaft gezogen, sollten Sie bei der Hausarbeit eine Hautschutzcreme auftragen oder spezielle Handschuhe tragen.

  • Datum 07.06.2016
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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