Heidelbeere – kleine Früchte, große Wirkung

Heidelbeeren schmecken nicht nur gut, sondern liefern auch ein wirksames Heilmittel. Bei Durchfall eignen sie sich aufgrund ihrer guten Verträglichkeit für Jung und Alt.

Heidelbeerfrüchte sind seit Jahrhunderten Teil der europäischen Kräuterkunde. Bereits vor mehr als 400 Jahren wurden die getrockneten Früchte vom Kräuterbuchautor Tabernaemontanus als Heilmittel bei Durchfällen empfohlen. Diese Anwendung ließ sich in modernen wissenschaftlichen Untersuchungen
bestätigen. Verantwortlich für die Wirkung sind vor allem die enthaltenen Gerbstoffe und das Pektin. Diese Wirkstoffkombination wirkt reizlindernd an den Darmschleimhäuten und bindet Wasser sowie Bakterientoxine. Dadurch heilen unkomplizierte Durchfallerkrankungen schneller ab.

Heidelbeerfrüchte sind sehr gut verträglich und sind deshalb auch für Kinder gut geeignet. Für eine optimale Wirkstofffreisetzung werden die Heidelbeerfrüchte kalt angesetzt, anschließend 15 min. aufgekocht und kalt getrunken. Erwachsene sollten hierfür über den Tag verteilt 2 bis 3 Tassen mit je 10 g Heidelbeerfrüchten aufkochen. Für Kinder ab 4 Jahren werden 2 bis 3 Tassen Tee mit je 5 g der getrockneten Früchte empfohlen.

Auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum kann eine Spülung mit dem Tee aus den getrockneten Früchten helfen, denn auch hier werden Irritationen abgemildert. Neben den oben genannten Inhaltsstoffen enthalten frische Heidelbeerfrüchte auch Anthocyanoside. Diesen wird eine schützende und regenerative Wirkung auf Gefäße und Schleimhäute zugeschrieben. Es zeigte sich, dass beispielsweise Magengeschwüre mit der Verabreichung eines aus frischen Früchten hergestellten Saftes besser abheilen.

Die in der Volksmedizin weit verbreitete Anwendung der Heidelbeerblätter bei Diabetes kann nach derzeitigem Wissenstand nicht empfohlen werden. Die Blätter enthalten nämlich – im Gegensatz zu den Früchten – das in hohen Dosen gesundheitsschädliche Hydrochinon, und bisher konnte eine tatsächliche Wirkung nicht nachgewiesen werden.

  • Datum 21.07.2015
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller

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