Kümmel - Heilpflanze des Jahres 2016

Kümmel wird in Europa schon seit Jahrhunderten bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt und wurde nicht zuletzt deshalb zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

In der Klostermedizin wird Kümmel (Carum carvi) neben den sehr ähnlich wirkenden Heilpflanzen Anis und Fenchel seit dem Mittelalter gegen Verdauungsbeschwerden wie etwa Blähungen und Magen- und Darmkrämpfen verwendet. So wurde Kümmel beispielsweise von Hildegard von Bingen bei schwer verdaulichen Speisen empfohlen. Die Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg hat Kümmel deshalb zur Heilpflanze des Jahres 2016 gewählt.


Wie bereits der aromatische Geruch verrät, beinhalten Kümmelfrüchte ätherisches Öl mit den Hauptbestandteilen Carvon und Limonen. Da die heilsamen Wirkungen des Kümmels ausschließlich auf diesem durch Wasserdampfdestillation gewinnbaren ätherischen Öl beruhen, ist dieses in reiner Form besonders wirksam. Kümmelfrüchte wirken nachweislich krampflösend, blähungstreibend, antibakteriell und appetitanregend. Neben dem Einsatz bei Blähungen – Kümmel ist eine der stärksten blähungstreibenden Heilpflanzen – und krampfartigen Verdauungsbeschwerden kann auch ein Einsatz bei Reizdarm sinnvoll sein. Denn Kümmel bessert auch die bei Reizdarm häufig gestörte Darmflora, indem die krankhaft vermehrten Keime verringert werden.


Damit Kümmel eine optimale Wirkung erreicht, sollten Erwachsene 2- bis 3mal täglich 1 bis 2 Teelöffel der Kümmelfrüchte pro Tasse Tee verwenden. Die Früchte sollten kurz vor der Teezubereitung im Mörser zerrieben oder angestoßen werden, damit das ätherische Öl besser entweicht. Alternativ kann man auch 1 bis 2 Tropfen des ätherischen Öls verdünnt in etwas Wasser einnehmen. Speziell beim ätherischen Öl sollte man die Tagesdosierung von maximal 6 Tropfen pro Tag nicht überschreiten, da Kümmelöl in hohen Mengen zu Erregungszuständen führen kann. Bei Blähungen von Säuglingen eignet sich das ätherische Öl äußerlich in einer 10% Verdünnung in Oliven- oder Mandelöl als Einreibung.

 

 

  • Datum 18.05.2016
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller

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