Isländisch Moos – beruhigt trockenen Reizhusten

Trockener gereizter Hals und trockener Reizhusten – hier können eine Reihe von Heilmitteln aus der Pflanzenheilkunde eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Als besonders wirksam gilt Isländisch Moos (Cetraria islandica), das bereits seit Jahrhunderten medizinisch verwendet wird.

Isländisch Moos ist eine heimische Flechte, die seit mindestens 400 Jahren im Alpenraum und in  Nordeuropa zu Heilzwecken eingesetzt wird. Schon unsere Vorfahren benutzten es als Husten- und  Stärkungsmittel. Die im Isländisch Moos enthaltenen Schleimstoffe (bis zu 70 %) und Bitterstoffe entfalten zahlreiche positive Wirkungen. So legen sich die Schleimstoffe beispielsweise bei Heiserkeit, Halsschmerzen und Reizhusten an die irritierten Schleimhäute und lindern dadurch die Beschwerden.  Unterstützt wird dies durch die antibakteriell wirkenden und bitter schmeckenden Flechtensäuren und  nachgewiesene immunstimulierende Eigenschaften. Neben der Anwendung als Tee eignet sich  Isländisch Moos besonders als Lutschtablette oder Hustensaft. Der Hustensaft sollte vor dem  Hinunterschlucken etwas im Mund belassen und langsam geschluckt werden.

Isländisch Moos kann auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut als Spülung eingesetzt werden. Wegen der enthaltenen Bitterstoffe, die die Produktion von Verdauungssäften anregen, eignet sich die  Flechte zudem als Tee bei Appetitlosigkeit. Bereitet man aus dem Tee einen Kaltansatz, schmeckt  dieser nicht bitter und enthält nur die Schleimstoffe. Möchte  man allerdings auch die antibakterielle  Wirkkomponente, so sollte man den Tee unbedingt mit warmem Wasser zubereiten.

Als  Tagesdosierung für Erwachsene gelten 4 bis 6 g des getrockneten Isländisch Moos über den Tag verteilt  als Tee. Isländisch Moos ist sehr gut verträglich und kann deshalb auch von Kindern verwendet  werden. Die empfohlene Tagesdosierung liegt hier je nach Alter zwischen 1 und 4 g.

  • Datum 23.02.2016
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller

Mag. pharm. Arnold Achmüller

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