Über 90 Prozent aller Hepatitis C-Fälle sind heilbar

"Wir sind ganz nahe an der perfekten Therapie für die Hepatitis C. Mehr als 90 Prozent aller Fälle bei dieser Art der Virus-Hepatitis sind mit der neuen, Interferon-freien Methode heilbar“, das sagt Dr. Harald Hofer.

Litwin Photography / Shutterstock.com

Die Interferon-freie Therapie wird erst seit wenigen Jahren eingesetzt, erst kurz außerhalb von klinischen Studien – und hat binnen kürzester Zeit in der Praxis hervorragende Ergebnisse erzielt. An der klinischen Entwicklung dieser Therapie, die auch wesentlich weniger Nebenwirkungen hat als die Interferon-Therapie, war die Hepatologie an der Medizinischen Universität Wien aktiv und führend beteiligt.


Interferon-Therapie bei Hepatitis C praktisch abgelöst

Bis jetzt konnte die relativ teure Interferon-freie Therapie, hauptsächlich bei PatientInnen mit fortgeschrittener Lebererkrankung – wie etwa nach einer Lebertransplantation oder bei Leberzirrhose – eingesetzt werden. „Die nunmehrigen Erstattungsregeln lassen auch einen Einsatz bei Betroffenen in früheren Stadien zu“, erklärt Dr. Harald Hofer, Hepatologe an der MedUni Wien. „Es ist somit eine hoch effektive, sehr nebenwirkungsarme, einfach durchzuführende Therapie einem Großteil der PatientInnen zugänglich. Ein sehr großer Fortschritt in der Versorgung dieser PatientInnen“, so Hofer weiter.

Damit, so der Hepatologe, ist die Interferon-Therapie, die in den vergangenen 25 Jahren weltweit bei der Behandlung der viralen Hepatitis C der Standard gewesen war und zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen hat, praktisch abgelöst.


Erkrankung ohne klare Symptome

Etwa 30.000 ÖsterreicherInnen leiden an Hepatitis C. Die Dunkelziffer der Erkrankten ist sehr hoch. Denn die Erkrankung hat keine klaren Symptome. Hofer: „Das häufigste Symptom ist leider unspezifisch, nämlich Müdigkeit.“ Zumeist wird Hepatitis C, eine Entzündung der Leber aufgrund einer Infektion mit dem Hepatitis C-Virus, zufällig anhand schlechter Leberwerte diagnostiziert. Eine Gelbsucht kann – muss aber nicht – mit einer Infektion einhergehen. Jährlich werden an der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien mehrere hundert PatientInnen behandelt.

Übertragen wird Hepatitis C über das Blut, etwa bei Tätowierungen, bei Drogenkonsum mit Spritzen, kontaminierte Blutkonserven usw. Die Infektion kann bereits Jahre bis Jahrzehnte zurückliegen. Eine Übertragung im Alltag ist praktisch nicht möglich. „Menschen, die in Risikogruppen fallen, sollten sich testen lassen“, rät der MedUni Wien-Experte.

 

  • Datum 24.07.2015
  • Autor MedUni Wien

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Apotheke ist weiblich

Die Apothekerin, die Aspirantin, die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin: Die 1.380 österreichischen Apotheken sind in der Hand von Frauen. 90 Prozent aller 16.000 Beschäftigten sind weiblich und das bis hinauf in die Chefetagen, denn jede zweite Apotheke wird bereits von einer Frau geführt.

hier weiterlesen


Hallux valgus: Vorsicht vor Folgeschäden!

Anfangs spürt man es nur in schmalen High Heels: den schmerzhaften Druck aufs Großzehengrundgelenk oder auf einen der kleinen Zehen. Schon jede dritte 20-Jährige zeigt Ansätze eines Hallux valgus. Aber irgendwann schmerzen nicht nur High Heels, sondern auch Sportschuhe...

hier weiterlesen


Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen