HERZsichere Apotheke: 30 neue Standorte

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Erste-Hilfe-Maßnahmen – wie Herzdruckmassage und der Einsatz eines Defis – können die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant erhöhen. Aus diesem Grund unterstützt die Österreichische Apothekerkammer gemeinsam mit dem Verein PULS nun 30 nach strategischen Kriterien ausgewählte Apotheken in ganz Österreich bei der Anschaffung potentiell lebensrettender Defibrillatoren – gestartet wird in Wien und Bludenz.

In Österreich sterben jährlich rund 12.000 Menschen am plötzlichen Herztod – oftmals völlig unerwartet und ohne vorangegangene Symptome. Nur etwa elf Prozent der Betroffenen überleben einen plötzlichen Herzstillstand, denn ohne das rasche Eingreifen von Ersthelfern sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent pro Minute. „Jede Minute, die früher mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, ist daher entscheidend“, erklärt Dr. med. univ. Florian Ettl von PULS, Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes und Notfallmediziner an der Medizinischen Universität Wien. Eine Herzdruckmassage und der rasche Einsatz eines Defis durch Ersthelfer können die Überlebensraten auf bis zu 70 Prozent steigern. „Genau deshalb ist das rasche und engagierte Eingreifen von Ersthelfern und der Ausbau des Defi-Netzes in Österreich so wichtig. Diese Maßnahmen können Todesfälle verhindern“, so Ettl.

 

Apotheken sind optimale Defi-Standorte

Die Österreichische Apothekerkammer hat nun in Zusammenarbeit mit dem Verein Puls die Initiative „HERZsichere Apotheke“ ins Leben gerufen, um die Versorgung mit Defibrillatoren in Österreich zu verbessern. Der Grund: Apotheken eignen sich optimal als Defibrillatoren-Standorte. Sie sind tagtäglich Anlaufstelle für tausende Menschen und Kompetenzzentrum in Sachen Gesundheit. „Durch die flächendeckende Verteilung der Apotheken in ganz Österreich, die Öffnungszeiten und Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen sowie die fundierte Ausbildung der Apothekerinnen und Apotheker sind die österreichischen Apotheken als Defi-Standorte prädestiniert. Sie leisten mit einem Defibrillator einen weiteren wichtigen Beitrag zum Wohl der Bevölkerung“, so Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Im Rahmen des Projektes werden bis 2017 insgesamt 30 Apotheken mit Defibrillatoren ausgestattet – und zwar genau dort, wo laut einer vom Verein Puls erstellten und auf mehrfach verifizierten Daten beruhenden Defi-Landkarte noch Defi-freie „weiße Flecken“ zu finden sind. „Das Projekt ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die flächendeckende Verfügbarkeit von Defis in Österreich zu erhöhen“, erklärt Ettl. Wo sich der nächste Defibrillator im eigenen Umfeld befindet, kann dabei jede und jeder einfach und unkompliziert unter www.definetzwerk.at einsehen.

Erste Apotheken in Wien und Bludenz ausgestattet

Die ersten Apotheken, die noch in diesem Jahr im Rahmen des Projektes mit Defibrillatoren ausgestattet wurden, befinden sich in Wien und Bludenz. Weitere Apotheken werden zu Beginn des neuen Jahres folgen. „Das Interesse der Apothekerinnen und Apotheker an diesem Projekt ist groß. Es haben sich schon zahlreiche Interessenten bei uns gemeldet. Außerdem gibt es viele Apothekerinnen und Apotheker, die bereits aus eigener Initiative einen Defi gekauft haben und so für Notfälle gerüstet sind“, so Mag. pharm. Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.
 

  • Datum 09.12.2015
  • Autor Österreichische Apothekerkammer

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