HIV: Annähernd normale Lebenserwartung möglich

Dank moderner Therapien hat eine HIV-Infektion viel von ihrem Schrecken verloren. Medikamente helfen, den Ausbruch der Krankheit Aids zu verhindern. Infizierte können oft ein weitgehend normales Leben führen.

Viele Menschen mit HIV wissen nichts von ihrer Infektion. "Die Gründe, warum HIV erst spät bekannt wird, sind vielfältig", sagt Annette Haberl vom Vorstand der Deutschen Aids-Gesellschaft. Dazu zählten Angst vor einem positiven Ergebnis und vor Ausgrenzung. "Erfährt man im Krankheitsfall in der Regel spontan Mitgefühl und Unterstützung, ist das bei einer HIV-Diagnose nicht immer der Fall", so die Ärztin. Sogar im Gesundheitssystem würden Menschen mit HIV noch immer diskriminiert.
 

Wie viele Menschen werden behandelt?

Von den HIV-Infizierten, bei denen eine Diagnose gestellt wurde, sind 82 Prozent in einer antiretroviralen Therapie, die die Vermehrung der Viren eindämmt und den Ausbruch von Aids verhindern kann. Die Weltgesundheitsorganisation rät, möglichst früh mit der Therapie zu beginnen.

Nach Angaben der Deutschen Aids-Gesellschaft gibt es inzwischen mehr als 30 Medikamente für die HIV-Therapie, darunter eine zunehmende Zahl von Kombinationspräparaten. Sie können die Virusvermehrung dauerhaft hemmen. "HIV ist dadurch heute zu einer gut behandelbaren chronischen Erkrankung geworden", sagt Annette Haberl. Patienten könnten dank moderner Therapien ein normales Leben führen.

Moderne HIV-Therapien sind laut Haberl generell gut verträglich. Zu Beginn der Behandlung könnten Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen und Hautreaktionen auftreten. Klinisch bedeutsamer seien mögliche Langzeitnebenwirkungen wie Stoffwechselveränderungen, zu denen es nach Jahren der Einnahme kommen könne. Um rechtzeitig gegensteuern zu können, müsse man den Therapieverlauf bei HIV-Patienten beobachten.

"Bei frühzeitiger Diagnose und rechtzeitigem Therapiebeginn haben Menschen mit HIV heute eine annähernd normale Lebenserwartung", sagt Annette Haberl.
 

  • Datum 15.07.2016
  • Autor APAMED vom 08.07.2016 Rubrik: World Wide Health

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