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Homöopathie

Vor allem bei Kindern greifen viele Eltern gerne zu homöopathischen Arzneien, weil sie effektiv aber nebenwirkungsarm sind.

Über die Kraft von kleinen Kugeln

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode. Dabei wird bei einer Erkrankung der gesamte Organismus, durch Anregung der körpereigenen Abwehrkräfte, bei der Heilung unterstützt. Homöopathische Arzneien behandeln nicht nur die Symptome einer Erkrankung, sondern den ganzen Menschen.

Die Arzneien werden nach der ÄHNLICHKEITSREGEL verordnet: Eine Arznei heilt jene Beschwerden an Kranken, die denen ähnlich sind, welche sie selbst an gesunden Menschen hervorrufen kann.

Ausgangsstoffe werden in der Homöopathie verdünnt und stufenweise verrieben bzw. verschüttelt. Dieser Verdünnungsvorgang wird in der Homöopathie Potenzierung (Dynamisierung) genannt. Bei D-Potenzen wird im Verhältnis 1:10, bei C-Potenzen im Verhältnis 1:100 verdünnt. Je öfter diese Potenzierung stattfindet, umso stärker die Arznei. Zur Selbstmedikation werden hauptsächlich Potenzen bis zu D12 verwendet. Hochpotenzen sollten nur nach Beratung durch einen Homöopathen eingesetzt werden.

Je akuter ein Krankheitszustand ist, desto häufiger nimmt man die Arznei. Eine Arznei in D 12 kann man bis zu 3x täglich (sonst 1- 2x täglich), eine Arznei in D 30 bei Fieber bis zu 2x täglich(sonst etwa jeden 2.Tag oder 2x/Woche). Man nimmt 5 Globuli mindestens 15 Minuten vor einer Mahlzeit. Am besten werden sie über die Mundschleimhaut aufgenommen. Tabletten und Globuli sollte man daher unter der Zunge zergehen lassen und Tropfen direkt auf die Zunge träufeln. Danach darf für etwa 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken werden.

Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr erhalten nach Rücksprache mit einem Arzt ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr erhalten die Hälfte, Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr zwei Drittel der Erwachsenendosis.

 

Grenzen der Homöopathie

Durch den Einsatz homöopathischer Mittel lassen sich viele Symptome gut behandeln, aber jede Heilmethode hat auch ihre Grenzen. Beispielsweise erfordert eine Angina mit dicken, weißen oder grünen Belägen die Gabe von Antibiotika. Bei einfachen Infekten jedoch können homöopathische Arzneien gegeben werden. Unbedingt nötig ist jedenfalls eine Kontrolle, um den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen des Patienten auf die Behandlung zu überwachen.

 

Bewährte Anwendungsgebiete

 

Fieber, Grippaler Infekt

Aconitum napellus D30

Plötzliches Auftreten (z.B. durch kalten Wind oder Zug), hohes Fieber, heiße, trockene Haut, großer Durst, Unruhe, Angst.

Atropa belladonna D12

Plötzliches Auftreten von hohem Fieber, heiße, dampfende, feuchte Haut, rotes Gesicht, trockener Mund, erweiterte Pupillen, klopfende Schmerzen.

Gelsemium sempervirens D4

Langsam sich entwickelnder grippaler Infekt, leichtes bis mittelhohes Fieber. Rotes, etwas gedunsenes Gesicht. Der Patient fühlt sich benommen und zittrig, Kopfschmerzen. Verschlimmerung bei Wärme!

Ferrum phosphoricum D12

Fieber meist unter 39°C, Kind liegt im Bett, spielt, liest, etc. Oft erstes Stadium fieberhafter, entzündlicher Erkrankungen vor allem im Nasen-, Hals- und Ohrenbereich. Kopfschmerzen, Gesicht abwechselnd blass und rot, Nasenbluten.

Chamomilla recutita D30

Fieber beim Zahnen. Eine Wange ist rot und heiß, die andere blass und kalt. Schwitzen, vor allem am Kopf, rascher Wechsel von Frost und Hitze. Unruhe (Zappelphilipp), Schreiattacken, Verschlechterung: nachts. Kurze Besserung durch Herumtragen.

Echinacea angustifolia D4

Allgemein zur Stärkung des Immunsystems. Auch zur Vorbeugung anwendbar.

 

Husten

Bryonia cretica D4

Trockener, schmerzhafter Husten. Besserung in der Kälte.

Aconitum napellus D30

Plötzlich beginnende nächtliche Hustenanfälle; kurze pfeifende Hustenstöße. Der Kranke ist unruhig und ängstlich.

Atropa belladonna D12

Bellender, trockener, krampfartiger Husten. Verschlimmerung nachts, meist vor Mitternacht, ferner in Kälte und durch Sprechen.

 

Halsschmerzen

Atropa belladonna D12

Nach Nässe und Kälte auftretende Halsschmerzen. Gesicht und Rachen sind heiß und leuchtend rot; trockener Mund, Zunge himbeerfarben. Brennende Halsschmerzen, Bedürfnis andauernd zu schlucken, obwohl dies sehr schmerzhaft ist. Verschlimmerung durch kalte Getränke.

Aconitum napellus D30

Plötzlich auftretende, starke, stechende Schmerzen (z.B. als Folge von kaltem, trockenem Wind), Schluckbeschwerden, hohes Fieber, großer Durst.

Apis mellifica D4

Hals und Rachen fühlen sich geschwollen an, der Rachen ist blassrot, die Schleimhaut glasig. Starke Schluckbeschwerden, stechende Schmerzen, Kloßgefühl im Hals. Trotz trockenem Mund kein Durst.

 

Schnupfen

Aconitum napellus D30

Am Beginn der Erkältung; oft kommt der Schnupfen nicht zum Ausbruch. Plötzlich auftretendes hohes Fieber, meist als Folge von kaltem, trockenem Wind, jedoch auch als Folge von Hitze, Schock, Angst. Oft Schüttelfrost. Starker Durst auf kalte Getränke, trockene Haut, Unruhe, Angst, will nicht allein sein!

Acidum arsenicosum D12

Wässriger Schnupfen. Rote Nase; Gefühl der verstopften Nase.

Atropa belladonna D12

Hohes Fieber, hochrotes Gesicht bei kalten Händen und Füßen. Frösteln wechselt mit Hitzegefühl ab. Starkes Schwitzen, rote glänzende Augen, Kopfschmerzen, trockener Mund, hat Durst, jedoch Schwierigkeiten beim Schlucken.

Sambucus nigra D4

„Säuglingsschnupfen“, starke Schwellung der Nasenschleimhaut, trockene, verstopfte Nase, beim Trinken und beim Schlafen störend, daher ständig geöffneter Mund.

 

Verletzungen

Arnica montana D4

Bei jeder Art von Verletzungen, auch zur Unterstützung vor und nach Operationen oder Geburt.

Toxicodendron quercifolium D4

Zerrung, Verstauchung und Überanstrengung der Gelenke und Bänder. Besserung durch leichte langsame Bewegungen und warme Umschläge.

Hypericum perforatum D4

Zur Unterstützung bei Verletzungen der Nerven. Bei extrem schmerzhaften Schürfwunden.

Bryonia cretica D4

Vor allem dann, wenn jede Bewegung schmerzhaft ist. Besserung durch Ruhe.

 

Sonnenstich, Sonnenbrand

Atropa bella-donna D12

Folgen von Sonneneinstrahlung (Sonnenstich, Sonnenbrand). Hochrotes Gesicht, heiße, rote Haut, fiebrig, benommen und unruhig. Klopfende pulsierende Hals- und Schläfenadern. Verschlechterung bei Licht, Erschütterung, Geräuschen, Anstrengung, durch Hinlegen. Besserung durch festen Druck, sich Aufrichten.

 

Bauchschmerzen

Strychnos nux-vomica D4

Krampfartige Bauchschmerzen mit Blähungen und/oder Verstopfung, vor allem nach Kaffee-, Nikotin-, Alkoholgenuss und nach zu reichlichem Essen.

Lycopodium clavatum D12

Der Bauch ist selbst nach kleinen Mahlzeiten „aufgetrieben“. Bauchschmerzen von starken Blähungen begleitet.

Okoubaka aubrevillei D4

Gegen Darminfektionen bei Reisen.

 

Insektenstiche

Apis mellifica D4

Das Hauptmittel nach Insektenstichen (Bienen, Wespen) und Quallenkontakt. Rosarote, weiche Schwellung mit Brennen und Jucken. Hitzegefühl mit Besserung durch Kälte

 

Reisekrankheit

Anamirta cocculus D4 

Typisch: Schwindel, Übelkeit, Übermüdung. Ein Tag vor Beginn der Reise und während der Reise 3 - 5 Globuli täglich.

Nicotiana tabacum D4 

Übelkeit, kalter Schweiß, blasses Gesicht, verträgt nicht die geringste Bewegung, Erbrechen und Durchfall, verlangt nach frischer Luft.

 

 

  • Datum 23.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Barbara Verdino