Start der HPV-Impfung im Kinderimpfprogramm

Die HPV-Impfung ist eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen Krebs. In diesem Jahr ist die Immunisierung in das kostenfreie Impfprogramm für Mädchen und Buben aufgenommen worden. Durch ambitionierte Zusammenarbeit von Krebshilfe, Gesundheits- und Bildungsministerium, Hauptverband, Ärztekammer und natürlich Apothekerkammer ist eine umfassende Informationsbroschüre entstanden.

Jede fünfte Krebserkrankung weltweit wird von einer Infektion verursacht, die größtenteils vermeidbar oder behandelbar wären. Vor allem Infektionen durch Humane Papillomaviren (HPV), Bakterien wie Helicobacter pylori oder Hepatitis-B und -C-Viren.


Humane Papillomaviren (HPV) sind weit verbreitete Viren, mit denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Mehr als zwei Drittel der Menschen (Männer, Frauen und Kinder) infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV – ohne dass sie es bemerken. Die Übertragung von HPV erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte. HPV kann aber auch durch einfache (Haut-) Kontakte übertragen werden (z.B. während der Geburt). Das Kondom zum Schutz vor übertragbaren Krankheiten schützt nur teilweise vor HPV. Der Gebrauch ist aber auf jeden Fall zu empfehlen.

Es existieren etwa 150 HPV-Typen, die meisten tragen ein niedriges Risiko für eine Krebserkrankung. Sie sind aber trotzdem unangenehme und hartnäckige Krankheitserreger. Die Typen 6 und 11 sind z.B. zu 90% für die Bildung von Genitalwarzen verantwortlich.  In Europa sind die Typen 16 und 18 die häufigsten onkogenen HPV-Typen, die zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs und Krebs der Schamlippen, Penis-  und Analkrebs sowie zu Krebsformen im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes führen können.
 

Neue Broschüre in den Apotheken

In der von den oben genannten Organisationen gemeinsam erstellten Broschüre „HPV-Impfung gegen Krebs“ finden sich Informationen über den Zusammenhang zwischen HPV und Krebs, häufig gestellte Fragen und Antworten zur HPV-Impfung und eine österreichweite Übersicht aller Impfstellen. Jede Apotheke hat 25 Stück der Broschüre im Vorfeld erhalten.  Die Abgabe des Impfstoffes erfolgt österreichweit nicht einheitlich, in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark ist auch der Gratis-Impfstoff über die Apotheken erhältlich. In der Broschüre finden Sie eine genaue Darstellung der Abgabestellen pro Bundesland. 

 

Impfung gegen HPV neu im Schulimpfprogramm

Viele Jahre haben in Österreich die Diskussionen rund um die prophylaktische Impfung gegen Human Papilloma Viren (HPV) gedauert.  Zwischen 50.000 und 60.000 Frauen in Österreich bekommen pro Jahr nach einem Krebsabstrich beim Gynäkologen einen verdächtigen Befund, was Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs oder eine eventuelle Erkrankung betrifft. Das könnte durch die Impfung deutlich verringert werden.

Idealerweise sollte die HPV-Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da einerseits die Immunantwort bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits auch eine bereits stattgefundene HPV-Infektion seltener vorliegt.  Deshalb begrüßen die Österreichischen Apotheker die Aufnahme der HPV-Impfung in das Kinder-Impfprogramm.

Allen in Österreich lebenden Mädchen und Buben der vierten Schulstufe wird die HPV-Impfung ab Herbst 2014 kostenlos im Rahmen des bestehenden Schulimpfprogramms angeboten. Zusätzlich zur Schule wird die HPV-Impfung seit Februar 2014 an den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer ab dem 9. Und bis zum 12. Geburtstag kostenlos angeboten.  Die Impfung wird in zwei Teilimpfungen verabreicht. Für Kinder ab dem 12.Geburtstag bis zum15. Geburtstag bieten die Bundesländer so genannte „Nachholimpfungen“ zum vergünstigten Selbstkostenpreis an
 

 

„Mit der Aufnahme der HPV-Impfung für Mädchen UND Buben in das kostenlose Kinderimpfprogramm sind wir Vorreiter in Europa.“

Dr. Sabine Oberhauser

Bundesministerin für Gesundheit
 

 

 


 

„Impfen kann Leben retten. Wir Apothekerinnen und Apotheker sehen es als unsere Aufgabe, das Impfbewusstsein der Bevölkerung zu stärken, und informieren aktiv über alle Impfungen. Die HPV-Impfung hat dabei einen besonders hohen Stellenwert in der Beratung. Diese Informationsbroschüre leistet dazu einen wichtigen Beitrag in den 1340 Apotheken.“

 

Mag. pharm. Dr. Christian Müller-Uri
Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer

 

 


 

  • Datum 10.09.2014
  • Autor Camilla Burstein, Bakk.phil