Diabetes: Trotz besserer Medizin immer mehr Erkrankte

Einzelne Patienten haben weniger Spätschäden oder erst später - Doch die wachsende Zahl der Zuckerkranken läuft der positiven Entwicklung entgegen. Die moderne Medizin bekommt die Zuckerkrankheit immer besser in den Griff. Trotzdem steigt die Zahl der von Spätschäden Betroffenen. Der Grund liegt einfach in der stark wachsenden Zahl der Diabetiker, speziell der Typ-2-Diabetiker.

Experten sprechen von einer alarmierenden Epidemie: Die Zahl der Diabetiker wird bis 2030 massiv ansteigen - von derzeit 366 Millionen auf 552 Millionen im Jahr 2030. In Österreich sind es derzeit 645.000 Betroffene.

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Tyip-2-Diabetes

Vier von 100 Menschen, die übergewichtig und gleichzeitig nicht fit sind, erkranken an Typ-2-Diabetes. Bei fitten Normalgewichtigen ist es nur eine von 200 Personen. Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Tyip-2-Diabetes: Vier von 100 Menschen, die übergewichtig und gleichzeitig nicht fit sind, erkranken an Typ-2-Diabetes. Bei fitten Normalgewichtigen ist es nur eine von 200 Personen.

"Ein bisschen Zucker ist schon nicht so schlimm", sagen viele - und irren sich damit gewaltig: Denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel lässt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um das Zwei- bis Dreifache ansteigen. "Ein bisschen Zucker ist schon nicht so schlimm", sagen viele - und irren sich damit gewaltig: Denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel lässt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um das Zwei- bis Dreifache ansteigen.

Doch nicht alle leiden an Typ-2-Diabetes, bei dem die Insulinproduktion und -wirkung langsam nachlässt: Rund zehn Prozent aller Diabetiker sind vom Typ-1 betroffen, der nichts mit Übergewicht und Alter zu tun hat. Das Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Zellen, die Erkrankung tritt bereits im Kindesalter … Doch nicht alle leiden an Typ-2-Diabetes, bei dem die Insulinproduktion und -wirkung langsam nachlässt: Rund zehn Prozent aller Diabetiker sind vom Typ-1 betroffen, der nichts mit Übergewicht und Alter zu tun hat. Das Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Zellen, die Erkrankung tritt bereits im Kindesalter auf.

Eine Vorbeugung wäre eigentlich gar nicht so schwer

Es genügt laut einer neuen Studie, 3 bis 7 Kilogramm abzunehmen und mit regelmäßiger moderater Bewegung zu beginnen, um sein Diabetes-Risiko zu halbieren. Eine Vorbeugung wäre eigentlich gar nicht so schwer: Es genügt laut einer neuen Studie, 3 bis 7 Kilogramm abzunehmen und mit regelmäßiger moderater Bewegung zu beginnen, um sein Diabetes-Risiko zu halbieren.

Dabei sollte man auch auf seinen Cholesterin-Spiegel achten

Denn viele mit Diabetes einhergehende Gefäßschäden werden nicht nur durch den erhöhten Blutzuckerspiegel, sondern vor allem auch durch einen gestörten Fettstoffwechsel verursacht. Dabei sollte man auch auf seinen Cholesterin-Spiegel achten: Denn viele mit Diabetes einhergehende Gefäßschäden werden nicht nur durch den erhöhten Blutzuckerspiegel, sondern vor allem auch durch einen gestörten Fettstoffwechsel verursacht.

 Die Vorsorgeuntersuchung kann helfen, Diabetes frühzeitig zu erkennen: Besonders bei den Risikogruppen, also Menschen über 45 Jahre, mit Übergewicht, erhöhtem Bauchumfang (ab 88cm bei Frauen, ab 102cm bei Männern), mit genetischer Vorbelastung, Bluthochdruck, niedrigem HDL-Cholesterin, aber auch mit Herzschwäche oder … Die Vorsorgeuntersuchung kann helfen, Diabetes frühzeitig zu erkennen: Besonders bei den Risikogruppen, also Menschen über 45 Jahre, mit Übergewicht, erhöhtem Bauchumfang (ab 88cm bei Frauen, ab 102cm bei Männern), mit genetischer Vorbelastung, Bluthochdruck, niedrigem HDL-Cholesterin, aber auch mit Herzschwäche oder Fettlebererkrankungen.

Und noch eine abschließende Motivation für alle Bewegungsmuffel

Mit Bewegung lässt sich in der Vorstufe der Erkrankung mehr erreichen als mit Medikamenten! Und noch eine abschließende Motivation für alle Bewegungsmuffel: Mit Bewegung lässt sich in der Vorstufe der Erkrankung mehr erreichen als mit Medikamenten!


Mehr Übergewichtige, mehr Diabetes
 Für den individuellen Patienten ist die Entwicklung - so er sich an die entsprechenden Behandlungsempfehlungen hält - eindeutig positiv. Doch die Zahl der Typ-2-Diabetiker, bei denen die Krankheit durch Übergewicht etc. mitbedingt ist, steigt nämlich rasant. Aktuell gibt es weltweit mehr als 250 Millionen Zuckerkranke. Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) prophezeit bereits 380 Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit für das Jahr 2025. Die Zunahme ist vor allem durch mehr Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität bedingt, was speziell zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes anfällig macht.

In Österreich sind derzeit bis zu rund 650.000 Menschen und damit rund acht Prozent der Bevölkerung von Diabetes betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch. Speziell der Ausbruch von Typ-2-Diabetes kann durch eine Lebensstiländerung zumindest hinausgeschoben werden. Ging man noch vor einigen Jahren von einem Anteil der Diabetiker an der österreichischen Bevölkerung von fünf bis sechs Prozent aus, wurden im aktuellen Österreichischen Diabetesbericht 2013 des Gesundheitsministeriums vom November vergangenen Jahres nunmehr die zitierten acht Prozent vermerkt. Nur bei rund 400.000 Betroffenen dürfte die Krankheit diagnostiziert sein.

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  • Autor DiabetesAustria/APA

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