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Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Ursachen dafür können Enzymdefekte sein. Die Symptome sind unspezifisch, aber häufig sehr unangenehm. Enzympräparate bringen Besserung.

Enzyme zum Schlucken

 

Lactase

Durch einen Mangel des Enzyms Lactase kommt es zur wohl prominentesten Nahrungsmittelunverträglichkeit, der Lactoseintoleranz. Auf Grund des Enzymmangels gelangt der ungespaltene Milchzucker in tiefere Darmabschnitte, wo er von Darmbakterien, unter Bildung von Gasen und anderen Abbauprodukten, zerlegt wird. Daher sind die häufigsten Symptome Diarrhoe und krampfartige Bauchschmerzen. Die Enzymersatztherapie (EET) mit Lactase stellt eine sinnvolle Ergänzung zur lactosearmen bzw. –freien Diät dar. Zu empfehlen beispielsweise bei Restaurantbesuchen, wo ein Verzicht auf Lactose kaum möglich ist. Die EET kann jedoch eine Diät nicht ersetzen.

 

Diamonooxidase (DAO)

Das körpereigene Enzym Diaminooxidase (DAO) ist dafür zuständig, das in Lebensmitteln enthaltene Histamin abzubauen und so eine Aufnahme des Histamins in die Blutbahn zu verhindern. Bei einem Mangel dieses Enzyms kommt es zu den Symptomen der sogenannten Histamin-Intoleranz: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Juckreiz, Hautausschläge, rinnende Nase,… Dies ist vor allem beim Verzehr von stark histaminhaltigen Lebensmitteln zu beobachten. Durch die Einnahme des Enzyms DAO vor den Mahlzeiten wird der Mangel kompensiert, Histamin besser abgebaut und die Symptome gelindert.

 

Bromelain

Bromelain, ein Enzym aus der Ananas, gehört zu den eiweißabbauenden Enzymen. Es wirkt verdauungsfördernd, wird aber auch gegen Entzündungen und Ödeme genutzt.

 

Papain

Papain, das eiweißspaltende Enzym aus der Papaya, regt den Stoffwechsel an, indem es vor allem die Verdauung von Proteinen fördert. Durch eine verbesserte Verdauung trägt es auch zu einem gut funktionierendem Immunsystem bei. Die Einlagerung von Depotfett wird durch Papain verhindert, weshalb es häufig in Abnehmpräparaten vorkommt. Oft wird es in Kombination mit Bromelain oder auch anderen Verdauungsenzymen verwendet.

 

Pankreatin

Pankreatin ist ein Enzymkomplex aus Enzymen der Bauchspeicheldrüse. Er besteht aus Amylasen (Enzyme, die Kohlenhydrate spalten), Lipasen (fettspaltende Enzyme) und Proteasen (Eiweißspaltende Enzyme). Pankreatin unterstützt die Verdauung bei einem Mangel an Pankreasenzymen durch eine gestörte Funktion der Bauchspeicheldrüse.

Achtung! Pankreatin darf nicht bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse angewendet werden!

 

Pepsin

Pepsin ist ein Enzym, das im Magensaft vorkommt und dort große Eiweißmoleküle in kleinere Bestandteile abbaut. Es kommt in verdauungsfördernden Mitteln häufig vor und wird bei Verdauungsstörungen, oft in Kombination mit anderen Enzymen, gerne eingesetzt.

Achtung! Pepsin sollte bei einer Magenreizung, die mit einer erhöhten Magensäureproduktion einhergeht, nicht eingesetzt werden.

 

Cellulase

Cellulasen sind Enzyme, die in der Lage sind Cellulose zu spalten. Sie werden hauptsächlich von bestimmten Bakterien gebildet. Cellulose kann also von den Enzymen im menschlichen Körper nicht abgebaut werden. Sie gelangt daher in den Dickdarm und wird dort von den Darmbakterien gepalten. Es handelt sich bei diesen unverdaulichen Kohlehydraten um die sogenannten Ballaststoffe. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Gemüse sind sehr reich an Ballaststoffen, was bei Verzehr häufig zu Blähungen führt. Die Einnahme von Cellulase hilft diese Kohlenhydrate zu spalten und Symptome wie Blähungen und Bauchschmerzen zu verringern.

Enzympräparate leisten gute Dienste bei Verdauungsstörungen. Sie werden sowohl bei Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, als auch bei alten Menschen, deren Verdauungskraft mit der Zeit nachlässt, erfolgreich eingesetzt.

 


Filmtipp: Intoleranzen


Zur Verfügung gestellt von www.vielgesundheit.at

  • Datum 09.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Barbara Verdino

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