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Johanniskraut

Als Paracelsus bereits 1525 schrieb, das „Sanct Johannskraut“ helfe gegen Fantasien, die den Menschen in Verzweiflung bringen, deutete er bereits die antidepressive Wirkung des Johanniskrautes an. Jahrhunderte später und nach zahlreichen erfolgreichen Studien hat das Johanniskraut einen festen Platz in der Therapie leichter bis mittelschwerer Depressionen.

Licht für die Seele

Vor Jahrhunderten galten die um den Johannistag (24. Juni) gesammelten, gelb leuchtenden Blüten als besonders wirksam. Die nachgesagten antidämonischen Kräfte der auch als „Hexenkraut“ und „Jageteufel“ benannten Heilpflanze, waren wohl Umschreibungen eines stimmungsaufhellenden Heilmittels, das schlechte Gedanken vertreiben konnte.


Heute wissen wir, dass hierfür vor allem das in den Blüten vorkommende Hypericin und das Hyperforin verantwortlich sind. Die Konzentration von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin werden erhöht und dadurch können Depressionen abgemildert werden. Am besten wirken dabei standardisierte Präparate mit einem gleichbleibenden Gehalt an wirksamen Inhaltstoffen in Form von Kapseln oder Tabletten.
Das unter anderem durch Hypericin rot gefärbte Johanniskrautöl, das durch einen Ölauszug aus den Blüten gewonnen wird, zeigt zudem durchblutungsfördernde, schmerzlindernde, antivirale sowie antibakterielle Effekte. Seit Jahrhunderten wird es deshalb bei Nervenentzündungen, Prellungen und Verbrennungen erfolgreich eingesetzt. Sogar bei Gürtelrose kann Johanniskrautöl die Beschwerden lindern.
Bei der Anwendung von Johanniskraut sollte eine mögliche photosensibilisierende Wirkung beachtet werden. Die Haut reagiert hierbei empfindlicher auf Sonnenlicht und man erleidet schneller einen Sonnenbrand. Hohe Tagesdosen und vor allem helle Haut begünstigen diese Nebenwirkung. Bei zahlreichen Medikamenten, besonders bei der Einnahme der Antibabypille, diversen HIV-Medikamenten und Blutverdünnern wie Warfarin kann es bei zeitgleicher Einnahme von Johanniskraut zu einer erheblichen Abschwächung der Wirkung dieser Präparate kommen. Daher sollte die Einnahme von Johanniskrautpräparaten immer Arzt und Apotheker mitgeteilt werden.

Sehen Sie dazu einen Beitrag aus dem Apothekerkräutergarten Salzburg in Kooperation mit ORF Salzburg

Seit März 2013 betreuen die Salzburger Apothekerinnen und Apotheker jeden Dienstag den ORF-Fernsehgarten unter dem Motto "Gesund in Salzburg".

 

Jede Woche werden Heilpflanzen vorgestellt, Gesundheitsthemen rund um die Natur näher beleuchtet oder wertvolle Tipps gegeben.

Mehr dazu auch auf der Homepage der Salzburger Apothekerkammer

  • Datum 28.04.2014
  • Autor Mag.pharm. Arnold Achmüller

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